Auch Hausnotruf, Essen auf Rädern und ambulante Pflege können morgen betroffen sein

Das Bayerische Rote Kreuz bereitet sich auch im Raum Rosenheim auf mögliche Auswirkungen der angekündigten Sperrung der Brennerautobahn (wir berichteten mehrfach) am morgigen Samstag, 30. Mai, vor. Aufgrund der erwarteten, erheblichen Verkehrsbelastungen auf den Hauptreiserouten Richtung Österreich und Italien wird in den voraussichtlich betroffenen BRK-Kreisverbänden Rosenheim, Traunstein und Miesbach Alarmstufe eins von drei angeordnet.

Dabei handelt es sich um die niedrigste Stufe, aus der folgende Maßnahmen resultieren: Überprüfung der Alarmwege einzelner Einheiten, des Materials und der Erreichbarkeiten.

Hintergrund ist die angekündigte Sperrung des Brennerkorridors in Tirol. In Verbindung mit Reiseverkehr, möglichen Ausweichverkehren und hohen Temperaturen kann es auch auf bayerischer Seite zu erheblichen Behinderungen kommen – insbesondere entlang der A8, der A93 und angrenzenden Umfahrungen sowie Ortsdurchfahrten.

Das Bayerische Rote Kreuz bereitet sich vorsorglich auf unterschiedliche Szenarien vor, um die Einsatzfähigkeit des BRK auch bei einer angespannten Verkehrslage sicherzustellen und bei Bedarf schnell unterstützen zu können. Die betroffenen Kreisverbände haben hierfür Führungs- und Koordinierungsstrukturen vorbereitet. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Notfallrettung.

Auch Dienste ohne Blaulicht – etwa Hausnotruf, Essen auf Rädern und ambulante Pflege – können nämlich durch die massiven Verkehrs-Behinderungen betroffen sein.

Darüber hinaus bereiten sich die BRK-Kreisverbände auf eine mögliche Unterstützung im Bereich der Autobahnen vor. Sollte es zu sehr langen Staus oder stehendem Verkehr kommen, kann insbesondere die Versorgung von Betroffenen mit Wasser und weiteren Hilfen erforderlich werden. Für solche Lagen sind unter anderem BRK-Motorräder vorgesehen, da sie auch bei schwieriger Verkehrslage beweglicher eingesetzt werden können.

Der Lagedienst Bayern des Bayerischen Roten Kreuzes steht in engem Austausch mit dem zuständigen BRK-Bezirksverband Oberbayern und den voraussichtlich betroffenen Kreisverbänden. Die Lage wird fortlaufend beobachtet und bewertet. Etwaige Maßnahmen werden in Abstimmung mit den zuständigen Unteren Katastrophenschutzbehörden ergriffen.

Das BRK appelliert an Reisende,

die Verkehrsinformationen der Behörden und Verkehrsdienste aufmerksam zu verfolgen,

nicht notwendige Fahrten nach Möglichkeit zu verschieben und

sich bei unvermeidbaren Fahrten ausreichend vorzubereiten.

Dazu gehören insbesondere genügend Getränke, Verpflegung, notwendige Medikamente sowie ausreichend Zeitreserven.

Bei Stau ist unbedingt eine Rettungsgasse zu bilden und freizuhalten.

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