Kitzrettung Ramerberg: Erfolgreiche Saison und ein dringender Appell
Die Wiesen um Ramerberg sind inzwischen alle zweimal gemäht, so dass die Kitzretter die Saison für beendet erklären – wenn sie auch jederzeit weiterhin auf Nachfrage tätig werden. Die Kitze sind zwar inzwischen so agil, dass sie selbstständig fliehen können, aber es ist auch schon vorgekommen, dass ausgewachsene Rehböcke ins Mähwerk laufen. Wobei auch die große Hitze eine Rolle spielen könnte, denn die Aufmerksamkeit kann da schon nachlassen.
Die große Hitze der vergangenen Wochen stellte aber auch eine besondere Hausforderung an die Kitzretter dar, die ab 5 Uhr morgens mit ihren Drohnen unterwegs waren, um die Wiesen abzusuchen. Denn die Wärmebildkamera braucht eine kühlere Umwelttemperatur, um dann die vergleichsweise warmen Kitze aufzuspüren und auf dem Bildschirm anzuzeigen.
Angespannte Konzentriertheit ist bei den Rettungsteams angesagt, bei den Drohnenpiloten wie bei den Helfern, die dann die Tiere einfangen und in Sicherheit bringen. Die Teams sind inzwischen so gut eingespielt, dass sie ihre anspruchsvolle Arbeit routiniert und sicher bewältigen – selbst wenn es mal zu einem zwölf Stundentag kommt.
So ist die Bilanz denn makellos. Manfred Reithmeier, Jagdprächter und Chef der Kitzretter, berichtet von 34 geretteten Kitzen. Wobei die größte Zahl der in Sicherheit gebrachten Tiere heuer die Hasen stellt, mit 105 Exemplaren. Gerettet wurden auch zwei Igel und ein Entengelege mit acht Eiern, die inzwischen ausgebrütet sind. Eine Auswilderung der kleinen Enten erfolgt demnächst – die Kitzretter haben da bereits Erfahrung.
So effektiv wie die Kitzretter sind, haben sie auch in Nachbargemeinden ausgeholfen. So wurden in Edling vier Rehkitze und zwei Laufenten gerettet, in Pfaffing waren es sechs Kitze, drei Hasen und zwei Katzen.
Und die Kitzretter wurden überraschend auch mit einer sehr brisanten Lage konfrontiert: Ein Mutterreh war überfahren worden, doch der Fahrer hat sich davongemacht und nichts gemeldet. Anwohner hörten nachts die Schreie eines verlassenen Kitzes, machten sich auf die Suche, aber es war vergeblich. Schließlich kamen sie auf die Idee, die Kitzretter zu verständigen. Und prompt wurde das arme verwaiste Kitz entdeckt, sofort mit Nahrung versorgt und wird nun liebevoll betreut. Das Kitz, dem man den Namen Willi gegeben hat, weil es so einen starken Überlebenswillen hat, entwickelt sich dank hingebungsvoller Pflege gut.
Daher richten die Kitzretter an alle Autofahrer, die ein Reh anfahren, die dringende Bitte: „Melden Sie den Vorfall. Und wenn Sie aus welchen Gründen auch immer die Polizei scheuen (schließlich zahlt auch die Versicherung ohne Meldung keinen Schaden), dann verständigen Sie wenigsten , und sei es auch anonym, einen Jäger oder die Kitzretter. Sie fragen nicht weiter nach, sondern kümmern sich, damit kein Kitz qualvoll verhungern muss. Denn sie haben sich die Rettung von Wildtieren auf die Fahnen geschrieben. „
Eigentlich dürfen die Kitzretter stolz auf sich sein, dass sie den kleinen Willi geborgen haben und ihm nun ein Leben ermöglichen. Stolz darf aber auch die Gemeinde Ramerberg sein, dass es hier engagierte Menschen gibt, die nicht einfach wegschauen, sondern alles Menschenmögliche tun, um Tieren in Not zu helfen.
Bilder: Kirchgraber / Kürschner
Schaufenster



Ich hatte bereits zweimal die grausame Aufgabe morgens bei der Fahrt in die Arbeit die Polizei zu verständigen weil rücksichtslose unaufmerksame verantwortungslose Raser Rehe angefahren haben, diese schwerstverletzt sich selbst überlassen haben und einfach weitergefahren sind. Grade in der Dämmerung sollte die Geschwindigkeit reduziert werden. Helfen würde es auch aufmerksam Auto zu fahren und auch mal nach vorne, links und rechts zu schauen beim Fahren. Ich habe leider den Eindruck dass der Respekt vor dem Leben anderer bei vielen Autofahrern nicht existiert.
Wildunfälle haben nicht zwangsweise etwas mit Rasen zu tun, sondern können sich leider jederzeit auch bei umsichtiger Fahrweise ereignen.
Mich hatten letztes Jahr 7 Kampfrehe, die aus dem Hinterhalt kamen vom Motorrad geholt. Obwohl ich mit Rehen gerechnet habe und entsprechend fuhr, waren diese so gut trainiert mir keine Chance zu lassen. Ninja-Rehe meintr Jäger später.
Es geht also auch andersherum Frau Elisa.
………Lieber Janke, der Mensch dringt in den Lebensraum der Tiere und engt ihn immer mehr ein, sorry aber es gibt keine „Kampfrehe“, wo sollen die Tiere denn noch hin, wenn alles zubetoniert und geteert wird? Und ständig müssen die Tiere Angst haben abgeschossen zu werden. (Ja, die Tiere wissen das mittlerweile) Ich hoffe dass allen 8 Lebewesen mit dem Schrecken davongekommen sind :-)
Ein (zu) hoher Wildbestand führt u. a. auch dazu, dass der Wald durch Verbiss und Fegen der Rehe Schaden nimmt. Das Rehwild hat ausser dem Auto keine natürlichen Feinde mehr. Die Folge ist, dass der Mensch die Rolle der fehlenden Raubtiere einnehmen und durch gezielten Abschuss den Bestand regulieren muss. Nur so lässt sich ein gesunder Mischwald aufbauen. Der vieldiskutierte Grundsatz heißt „Wald vor Wild“.
Allen ehrenamtlichen Kitzrettern ein großes Dankeschön für euren vorbildlichen Einsatz! Schön dass es Menschen wie euch gibt, denen das Schicksal unserer Mitgeschöpfe nicht egal ist.
Leider ist es wirklich schnell passiert, dass Rehe etc. vor das Auto laufen. Trotzdem dürfte es nicht zu viel verlangt sein, den Jäger oder die Polizei zu verständigen um die verletzten Tiere und ihre Jungen nicht ihrem ansonsten grausamen Schicksal zu überlassen.
Vielleicht einfach mal vorstellen, man selbst hat einen Unfall und niemand hilft…