Behörde plant an der neuen Mittelschule Streichung zweier Ganztagesklassen

Das Schulamt plant an der Mittelschule Rott eine Zusammenlegung beider fünften und auch beider achten Klassen. Somit fallen in Rott im kommenden Schuljahr zwei Ganztagesklassen weg. Dabei beruft sich die Schulbehörde auf geringere Schülerzahlen im Vergleich zur Mittelschule Edling, an der der Ganztag durchgehend erhalten bleiben soll. Der Schulverband Rott und die Rotter Mittelschule stellen dieses Vorgehen in Frage. Der Rotter Bürgermeister Daniel Wendrock kündigt heute an, sich klar gegen die Entscheidung stellen zu wollen.

„Wir wurden von dem Beschluss, der unserer Schule im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Videokonferenz mitgeteilt wurde, mehr als überrascht“,  betont Wendrock. Und erklärt:

„Diese Entscheidung ist so nicht hinnehmbar. Sie hat massive Auswirkungen. Auf die Eltern, die auf eine Betreuung ihrer Kinder nach dem Regelunterricht angewiesen sind, aber auch auf den ganzen Ort.

Die Schülerinnen und Schüler werden notgedrungen gebundene Ganztagesangebote in Wasserburg besuchen müssen und es steht zu befürchten, dass sie ihren Lebensmittelpunkt, ihre Freizeit-Aktivitäten dabei auch insgesamt weg von Rott und den Verbandsgemeinden verlagern werden. Diese Entscheidung geht klar zu Lasten der Gemeinden Rott, Ramerberg und Griesstätt.“

Auch aus pädagogischer Sicht erscheine die Entscheidung nicht zielführend, betont die Rotter Schulleiterin Manuela Strobl. Die Rotter Mittelschule habe die letzten Jahre ein großes Gewicht auf den gebundenen Ganztag gelegt und ihr Profil in dieser Hinsicht herausgearbeitet – ganz im Sinne des Kultusministeriums, das immer wieder eine Stärkung des individuellen Profils der Mittelschulen einfordere.

Erst im letzten Jahr hatte der Schulverband Rott selber die Trägerschaft für den gebundenen Gantag übernommen – ein auch im interkommunalen Vergleich durchaus nicht üblicher Weg. Und das mit Erfolg.

Der gebundene Ganztag an der Mittelschule Rott habe einen hohen Stellenwert in Elternschaft und Kollegium.

Dass das Schulamt in Zeiten des Lehrermangels und knapper werdender Ressourcen die Schülerzahlen zur Begründung heranziehe – dafür äußern Wendrock und Strobl zwar Verständnis. „Aber hier geht es um minimale Abweichungen zur Vergleichsschule Edling, um ein bis zwei Schüler“, betont die Schulleiterin und spricht von einer „Momentaufnahme“.

Der Bürgermeister springt bei: „Und von diesem marginalen Unterschied macht man jetzt die Schwächung unseres Schulstandortes abhängig!? Eines Schulstandortes, in den in den letzten Jahren erst in vielfacher Millionenhöhe investiert wurde …“.

Wendrock spricht damit den Neubau der modernen Grund- und Mittelschule Rott an, der in den Jahren 2020 bis 2023 mit hoher Kosten- und Termingenauigkeit realisiert wurde – immerhin ein 19-Millionen-Euro-Projekt.

„Wir hatten eine Besprechung hierzu im Schulamt. Dem Namen nach geht es jetzt „nur“ um den Wegfall des Ganztages in den Jahrgansstufen fünf und acht. Nächstes Jahr werde man ergebnisoffen entscheiden – auch wenn jetzt schon klar ist, dass der gebundene Ganztag an einem der beiden Standorte, Edling oder Rott, das sichere Aus droht. Ich kann mich allerdings der Befürchtung nicht erwehren, dass mit der Streichung der beiden Rotter Klassen bereits der Weg zu Lasten unserer Gemeinde eingeschlagen sein könnte“, fasst Wendrock zusammen.

Und ergänzt abschließend: „ Die Entscheidung des Staatlichen Schulamts kann auf wenig Verständnis bei der Elternschaft, beim Kollegium und bei der Bürgerschaft hoffen und wird ohnehin schwindendes Vertrauen weiter in Frage stellen. Der Schulverband Rott und ich als Rotter Bürgermeister werden die Entscheidung nicht akzeptieren.“

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