Haupt- und Finanzausschuss berät über ein Projekt der Unteren Naturschutzbehörde

Für Wildbienen ist Wasserburg wegen der steilen Hänge am Prallufer von besonderer Bedeutung. Viele selten gewordene Arten würden hier in den offenen Erdwänden nisten können. Durch die intensive Grünlandnutzung sind unter anderen die Wildbienen gefährdet. Deshalb hat die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadt Wasserburg angefragt, ob am Innufer zwischen der Staustufe und der Burganlage Pflegemaßnahmen wie Gehölzentnahme vorgenommen werden könnten, damit Wildbienen dort nisten können. Durch die Nähe zu den örtlichen Schulen und Kindergärten biete sich hier auch ein Projekt für Umweltbildungsmaßnahmen an.
Die steilen Hangbereiche seien mittlerweile stark dominiert von Gehölzen. Offene Wiesenflächen seien hingegen nur noch kleinräumig vorhanden. Die Hangbereiche wiesen auch ein besonders hohes Potential für die Entwicklung von blütenreichen Wiesen auf. An ähnlichen Standorten seien sogar Orchideen wie das Helmknabenkraut oder die Pyramiden-Hundswurz bekannt. Von der Vielfalt an Blumen profitierten vor allem Wildbienen und Schmetterlinge aber auch Heuschrecken und Reptilien. Bereits der ehemalige Naturschutzbeauftrage der Stadt Wasserburg Joe Prantl habe auf das bedeutsame Schlingnattervorkommen an dieser Stelle hingewiesen.
Da es sich hier um einen beliebten Spazierweg in Wasserburg handelt, ergibt sich darüber hinaus die Möglichkeit auf die besonderen Tier- und Pflanzenarten mit Hilfe von Informationstafeln hinzuweisen und über Naturschutzbemühungen aufzuklären.
In der Aussprache dieses Ansinnens gab es im Ausschuss keinerlei Dissens. Werner Gartner (SPD) fasste die Meinung der anwesneden Stadträte zusammen: Es sei keine Frage, dass man so etwas unterstütze. Da werde es viele Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement geben und die Schulen könnten diese Thematik in ihren Unterricht integrieren.
Und so beschloss der Ausschuss einstimmig die Unterstützung dieser Maßnahme.
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Schaufenster

Die ganzen Inndämme von Österreich bis Österreich weisen ein unglaubliches Potenzial für Wildbienen und Schmetterlinge auf. Leider interessiert das den Kraftwerksbetreiber aber nicht. Zwar werden hier durch ständiges Mähen die Magerwiesenstandorte gestärkt und es gibt tatsächlich auch Bereiche, an denen viele Orichdeen blühen. Aber es gibt leider kein richtiges Mähmanagement, das dafür sorgt, dass die Insekten und Spinnen auch überwintern können. Denn was nützt es, wenn z.B. der Schwalbenschwanz an der Wilden Möhre seine Eier ablegt, die Raupe dann aber im Herbst vom Mäher gehäckselt wird?
Dazu kommt, dass ganze Bereiche, z.B. ian den Sendlinger Lacken im Naturschutzgebiet, baumfrei gemacht wurden, wo zuvor seltene Vögel (insbesondere verschiedene Spechtarten) gelebt haben.
Die Inndämme bräuchten beides – einerseits die schönen alten Bäume mit genügend Totholzanteil für Vögel und Fledermäuse und andererseits die Bereiche, an denen Magerpflanzen wachsen und blühen. Seit mehr als 20 Jahren beobachte ich den Niedergang der Vielfalt vor allem bei den Schmetterlingen und Schwebfliegen entlang der Dämme.
Es reicht nicht, nur ein paar Biotopinseln zu schaffen. Die gesamten Inndämme wären ein perfektes, riesiges Biotop – dafür müsste es aber richtig gemanagt weden. Insekten brauchen Überwinterungsorte, an denen der Bewuchs stehen bleiben kann bis sich ihre Nachkommen entwickelt haben und keinen alljährlichen Kahlschlag.
Ich finde man sollte sich gut überlegen, ob jetzt rund um Wasserburg unbedingt auch noch einmal viele Bäume entfernt werden müssen. Auch da gehört vorher untersucht, ob diese Bäume nicht für andere Tiere, insbesondere Vögel und Fledermäuse, wichtig sind. Richtung Rosenheim gibt es riesige Blühflächen, da müsste nur die Pflege anders erfolgen. M.E. wäre es daher sinnvoller, zunächst einmal an den Kraftwerksbetreiber heranzugehen, um das vorhandene Potential auszuschöpfen.