Studentinnen und Studenten der Münchner Akademie für Bildende Künste gestalten Ausstellung beim AK 68

Für den AK 68 ist es ein großes, im Grunde einzigartiges Projekt: Doch wenn man Herausforderungen bestehen kann, spricht das wohl auch für einen Kunstverein. Studentinnen und Studenten der „Klasse Zitzwitz/Hildebrandt“ haben mit ihren Professoren in neun Räumen der ehemaligen Polizeiinspektion die erste Ausstellung im Jahre 2026 gestaltet.

Den Mitgliedern dieser Klasse waren mehrere Tatsachen sehr wichtig: Zum einen wurden die Mitglieder nach einem reinen Zufallsprinzip den Räumen, die sie gestalten durften, zugelost. zum Zweiten haben sie jeden dieser Räume absolut selbstständig gestalten können. Und so nimmt es nicht wunder, dass es für diese Ausstellung auch kein Leitmotiv gab. Denn, und das hat ein Mitglied der Klasse uns gegenüber deutlich gemacht, es seien eben neun verschiedene Ausstellungen, weil sich die Studentinnen und Studenten mit ihren Professoren auf einen Ausstellungsrahmen für den jeweiligen Raum hätten einigen müssen.

Mit Prof. Dr. Thomas Zitzwitz, der die Klasse betreut, haben wir am Rande der Vernissage sprechen können. Der „Katalog“, der dort erworben werden könne, sei eigentlich kein Katalog, sondern gebe einen Hinweis auf die Vielfalt des künstlerischen Schaffens der Klasse. Und mit dem Motto: „Eine Tasse Kaffee“ sei es auch gelungen, sich auf vielfältigste Weise dem Thema zu widmen.

In einem der hinteren Räume in der ehemaligen Polizeiinspektion wird augenfällig, was unter Umständen alles möglich ist: Hier hat einer der Studenten eine Fensterscheibe eingeschlagen. Auf Nachfragen der Wasserburger Stimme wurde erläutert, dass Vandalismus gegen Polizei aus der Gegenwart eigentlich nicht mehr wegzudenken sei und es sei deshalb angezeigt gewesen, hier eine Fensterscheibe einzuschlagen. Die Tatsache, dass es sich bei den Räumlichkeiten um keine Polizeiinspektion mehr handelt, sondern diese seit über einem Jahr für den AK 68 genutzt werden, war dem Künstler anscheinend einerlei. Man habe aber den Wasserburger Stadtkämmerer um Erlaubnis für diesen Vandalismus, der wohl den Vandalismus kritisieren soll, gefragt. Kunst lebt eben auch von Skurrilitäten. Und der Grundsatz: „Kunst darf alles“, wird auch an dieser Stelle ein wenig Ereignis.

Der Klasse Zitzwitz/Hildebrandt ist eine Ausstellung gelungen, die Vielfalt darstellt, die aber eindringlich zu zeigen vermag, womit Studenten der Bildenden Kunst sich beschäftigen. Da geht man durch dir Räume und entdeckt an der Decke plötzlich zwei Kinderfüße aus der Decke herausragen. In einer Wand begegnen einem plötzlich Menschenhaare oder es gibt eine geschlossene, nicht betretbare, aber vollkommmen durchsichtige Zelle zu sehen

Dass es dem AK 68 gelungen ist, die Münchner Akademie für Bildende Kunst nach Wasserburg zu holen, ist wohl eine einzigartige Leistung. Die Vorsitzende des AK 68, Katrin Meindl, bedankte sich daher auch bei Josefine Pytlik, die den Kontakt zur Münchner Akademie hergestellt habe und mit dafür Sorge getragen habe, dass diese Ausstellung in Wasserburg gezeigt werden kann. Sie bedankte sich auch bei Professor Zitzwitz und seinen 24 Studentinnen und Studenten, die diese Ausstellung gestaltet hätten und damit möglich ge macht hätten.

Seitens des Wasserburger AK 68 ist es nun vorgesehen, in jedem Jahr die erste Ausstellung des Jahres als Kooperationsprojekt mit dem Münchner Akademieverein zu gestalten. Man darf also auf die Vielzahl künstlerischer Ideen und Ansätze gespannt sein, die gerade jüngere Künstlern einbringen werden.

Die Ausstellung „Meet me in the hallway“ kann noch bis zum 22. Februar besichtigt werden, und zwar jeweils donnerstags, freitags, samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr in den Räumlichkeiten der „Alten Polizei“ am Kaspar-Aiblinger-Platz. Die Kunstwerke können auch käuflich erworben werden, die Preise bewegen sich zwischen 200 und 15.000 Euro.

PR / Fotos: Bodmeier

 

 

 

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