An Silvester Millionen-Schaden - Leicht entzündliches Gefahrengut als Ladung
Am gestrigen Silvestertag ist nachmittags der Waggon eines Güterzugs zwischen Rosenheim und Raubling entgleist. Das hatte weitreichende Auswirkungen auf den Bahnverkehr von und nach Österreich und Italien. Der Zug hatte leicht entzündliches Gefahrengut geladen. Die Feuerwehr Raubling stellte zum Glück fest, dass nichts ausgetreten sei. Es habe keine Gefahr für die Umwelt gegeben.
Aus noch ungeklärter Ursache war das Drehgestell des Waggons aus dem Gleis gesprungen. Der in Richtung Kiefersfelden fahrende Zug fuhr mehrere Kilometer weit mit dem entgleisten Wagen, bis der Schaden bemerkt wurde, berichtet der Bayerische Rundfunk.
Das Drehgestell des Waggons ragte ins Nachbargleis, so dass die Strecke in beide Richtungen nicht befahrbar war.
Fernzüge von München nach Österreich und Italien, etwa nach Innsbruck, Bozen, Verona und Bologna, fielen aus. Auch in die entgegengesetzte Richtung konnten keine Fernverkehrszüge fahren.
Zwischen Rosenheim und Raubling wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Die Verbindungen von Rosenheim in Richtung Traunstein/Salzburg sowie nach München waren nicht betroffen.
UPDATE: Der Bericht der Bundespolizei
Der mit einem giftigen und leicht entzündlichen Stoff beladene Kesselwagen war trotz der Entgleisung nicht umgekippt. Nach ersten Erkenntnissen fuhr der betroffene Waggon mit seinem entgleisten Drehgestell von Rosenheim kommend über mehrere Kilometer jenseits der Schienenstränge auf dem Gleiskörper.
Hierdurch wurden in diesem Abschnitt nach ersten Erkenntnissen unter anderem Schienen und Schwellen erheblich beschädigt. Der Gesamtschaden dürfte Schätzungen zufolge in Millionenhöhe liegen.
Da der entgleiste Kesselwagen in das gegenüberliegende Gleis hineinragte, war zunächst eine vollständige Streckensperrung und damit verbunden eine vorübergehende Einstellung des Zugverkehrs zwischen Rosenheim und Kufstein unabdingbar. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.
Nachdem der verunfallte Wagen in der Nacht auf Neujahr heute von dem Rest des Güterzuges getrennt und anschließend mittels Spezialbergegerät aus dem Bereich des Gegengleises gehoben werden konnte, wurde zumindest ein eingeschränkter, einseitiger Bahnbetrieb wieder möglich.
Ob sich die notwendigen Reparaturarbeiten tage- oder gegebenenfalls sogar wochenlang hinziehen werden ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Die Ursachen, die zu diesem Unfall geführt hatten, können laut der Bundespolizei in Rosenheim derzeit noch nicht benannt werden. Vielmehr würden die aufgenommenen Ermittlungen voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.
An der Unfallstelle waren neben dem Notfallmanagement der Bahn und der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung die Feuerwehr Raubling, die Polizeiinspektion Brannenburg sowie die Bundespolizeiinspektion Rosenheim eingesetzt.
Um Schäden am Gleiskörper ausfindig zu machen, liefen Bundespolizisten den Streckenabschnitt in Richtung Rosenheim ab, unterstützt von der Feuerwehr Kiefersfelden, die mit einer Drohne die Absuche aus der Luft übernommen hatte. Noch während der Unfallaufnahme der Einsatzkräfte vor Ort meldeten sich mehrere Anwohner, die ihre Autos in der Nähe des Gleisbereichs abgestellt hatten, bei Landes- und Bundespolizei.
Den Mitteilern zufolge hätten umherfliegende Schottersteine, die offenkundig von dem entgleisten Drehgestell aus dem Gleis geschleudert worden waren, ihre Pkw getroffen und beschädigt.
Die Bundespolizei in Rosenheim bittet Personen, die ebenfalls von derartigen Schäden betroffen sind, diese unter der Rufnummer 08031/80262102 mitzuteilen.
Fotos: Bundespolizei
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