Eishockey: Die gute Nachricht heute vom „Spieler des Jahres der Bayernliga“

Es gibt Spieler, die tragen ein Trikot. Und es gibt Spieler, die einen Verein verkörpern. Nico Vogl gehört ohne Zweifel zur zweiten Kategorie. Und jetzt die besonders gute Nachricht: Der Kapitän des EHC Waldkraiburg – und damit eines der wichtigsten Gesichter des Waldkraiburger Eishockeys der vergangenen Jahre – bleibt den Eishockey-Löwen auch in der neuen Bayernliga-Saison erhalten.

Dass Nico Vogl mittlerweile längst zu den prägenden Spielern der Bayernliga gehört, überrascht eigentlich niemanden mehr. Dabei begann seine Reise, wie bei so vielen echten Eigengewächsen, schon früh auf dem Eis in Waldkraiburg. Zwar zog es ihn in jungen Jahren kurz nach Rosenheim, seine sportliche Heimat blieb jedoch immer die Waldstadt.

Seit mittlerweile weit über einem Jahrzehnt trägt der heute 29-Jährige das Löwen-Trikot im Seniorenbereich und hat dabei praktisch jede Phase des Vereins miterlebt – Aufstiege, Abstiege, Relegationen, euphorische Playoff-Abende und bittere Rückschläge.

Und genau diese Geschichte macht Nico Vogl für viele Fans so besonders. Er ist keiner, der für eine gute Saison vorbeikommt und anschließend weiterzieht. Nico Vogl ist Waldkraiburg …

Sportlich gehört der Stürmer inzwischen ohnehin zu den absoluten Ausnahmespielern der Liga. In der abgelaufenen Saison stellte er dies einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. 31 Tore und 32 Vorlagen in nur 28 Hauptrundenspielen sprechen bereits eine deutliche Sprache. Zusammen mit sieben weiteren Punkten in der Relegation kam Vogl am Ende erneut auf eine herausragende Saison. Gemeinsam mit Jakub Šrámek bildete er dabei eines der gefährlichsten Sturmduos der gesamten Bayernliga.

Überhaupt funktionierte das Zusammenspiel zwischen Vogl und Šrámek über weite Strecken der Saison beinahe blind. Traf der eine, war der andere meist unmittelbar daran beteiligt. Für gegnerische Verteidigungen entwickelte sich die Reihe regelmäßig zum Albtraum. Kaum hatte Šrámek den Puck im Angriffsdrittel unter Kontrolle, lauerte Vogl bereits in den freien Räumen – und umgekehrt genauso. Viele Tore der Löwen wirkten dadurch fast einstudiert, obwohl sie oft einfach aus außergewöhnlichem Spielverständnis und herausragender Chemie entstanden.

Dass Nico Vogl inzwischen weit über Waldkraiburg hinaus Anerkennung genießt, zeigte sich schließlich auch in einer besonderen Auszeichnung. Die wichtigste Fachzeitschrift des deutschen Eishockeys wählte den Löwen-Kapitän zum „Spieler des Jahres der Bayernliga“. Eine Ehrung, die nicht nur seine individuellen Leistungen würdigte, sondern auch seinen enormen Stellenwert innerhalb der Liga unterstrich.

Der kleine Fun Fact am Rande: Bereits im Vorjahr gewann mit Dejan Vogl von den Peißenberg Miners ein anderer herausragender „Vogl“ diese Wahl.

Ausgerechnet gegen eben jene Miners musste Vogl wenig später jedoch einen der bittersten Momente der Saison erleben. In den engen und umkämpften Pre-Playoffs verlor Waldkraiburg nicht nur denkbar knapp die Serie und damit die Chance auf die eigentlichen Playoffs – die Löwen verloren zwischenzeitlich auch ihren Kapitän. Nach einer schweren Kopfverletzung befürchteten viele bereits das Saison-Aus des Topscorers. Umso beeindruckender war letztlich seine Rückkehr nur wenige Spiele später. Mit Plexi-Vollvisier stand Vogl wieder auf dem Eis, biss sich durch und ging einmal mehr voran um mit seinem Team zusammen das schlimmste noch abzuwenden. Genau solche Momente sind es, die einen echten Kapitän ausmachen.

Denn Nico Vogl definiert sich längst nicht mehr nur über Tore und Punkte. Natürlich sind seine Statistiken überragend. Natürlich gehört er sportlich in die Riege der besten Spieler, die für den EHC Waldkraiburg aufgelaufen sind. Doch mindestens genauso wichtig ist das, was man nicht in Tabellen ablesen kann: seine Präsenz, seine Identifikation mit dem Verein, seine Rolle innerhalb der Mannschaft und seine Art, Verantwortung zu übernehmen.

Der EHC Waldkraiburg kann sich deshalb glücklich schätzen, weiterhin auf einen Spieler wie Nico Vogl bauen zu dürfen. Einen außergewöhnlichen Sportler. Einen echten Kapitän. Einen Charakterspieler. Und für viele im Umfeld schlicht einen guten Freund.

AHA

Foto: Yasmin Neumann

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