Von einem, den man nur ungern ziehen lässt
Traurig, aber vorhersehbar: Bei den Waldkraiburger Eishockey-Löwen gibt es einen Abschied von einem, den man nur ungern ziehen lässt: Daniel Hora (Foto). Der mittlerweile 35-jährige, im tschechischen Most geborene Verteidiger streicht bei den Löwen die Segel. Noch während der Saison durfte der Publikumsliebling die Geburt seines zweiten Kindes feiern – ein Moment, der ihm die Entscheidung möglicherweise etwas leichter gemacht hat.
Hora kam zur Saison 2023/2024 aus Haßfurt zum EHC Waldkraiburg, um sich den Traum vom Aufstieg aus der Landesliga zu erfüllen. Zuvor war ihm dieser in sechs Jahren bei den „Hawks“ verwehrt geblieben – obwohl er sich bereits über Jahre hinweg auf hohem Niveau, unter anderem in der zweithöchsten tschechischen Spielklasse, bewiesen hatte.
In Deutschland folgte schließlich der endgültige Durchbruch: Mit überragenden 105 Punkten in der Saison 2022/2023 setzte Hora in Haßfurt ein Ausrufezeichen, das ihn auch für Waldkraiburg hochinteressant machte.
Bei den Löwen fand er sofort seinen Platz und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer der zentralen Säulen im Spiel – defensiv wie offensiv. Denn nicht nur das Verhindern von Torchancen gehörte zu seinen Stärken, auch seine Schüsse von der blauen Linie waren bei Gegnern gefürchtet.
Nach dem Aufstieg blieb Hora ein Löwe und stellte sich erstmals der Herausforderung Bayernliga. Mit 65 Scorerpunkten (16 Tore, 49 Assists) setzte er direkt ein weiteres Ausrufezeichen – Werte, die selbst für viele Stürmer herausragend gewesen wären. Die logische Konsequenz: die Wahl zum Verteidiger der Saison durch die Fachzeitschrift „Eishockey News“. Damit trat er in die Fußstapfen seines Trainers, der im selben Jahr als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde.
Unabhängig von Liga und Gegnerniveau blieb Hora dabei stets ein verlässlicher Faktor im Spiel der Löwen.
Die vergangene Spielzeit war für Hora von kleineren und größeren Verletzungen geprägt, die ihn immer wieder zum Zuschauen zwangen. Doch selbst das konnte seine Produktivität kaum bremsen: 47 Punkte (12 Tore, 35 Assists) in 27 Spielen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen seine außergewöhnliche Qualität.
Doch Hora war mehr als nur ein Punktesammler. Er war ein Spieler für die entscheidenden Momente. Mit seinem unermüdlichen Einsatz war er es, der gerade in engen Spielen Verantwortung übernahm – sei es mit wichtigen Ausgleichstreffern in den Schlussminuten oder mit präzisen Schüssen ins verwaiste gegnerische Tor – nicht selten sogar von hinter der eigenen Torlinie. Gerade Letzteres ist eine Qualität, welche die Löwen in der abgelaufenen Saison öfter hätten brauchen können – und die künftig schmerzlich vermisst werden dürften.
Der EHC Waldkraiburg wünscht Daniel Hora und seiner jungen Familie für die Zukunft alles erdenklich Gute.
Und sollte es ihn doch noch einmal aufs Eis ziehen, wünscht man ihm auch hier viel Erfolg.
AHA
Schaufenster


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