Nach 42 Jahren im Dienste der Stadt: Bürgermeister Michael Kölbl wurde gestern feierlich verabschiedet

Mit emotionalen Worten verabschiedete sich Bürgermeister Michael Kölbl gestern von seinem Arbeitsplatz der letzten 24 Jahre, dem Wasserburger Rathaus. Im Beisein seiner Familie, von Landrat Otto Lederer, dem Ehrenbürger der Stadt Wasserburg, Ulrich Bauer, Vertretern von Stadtrat und Verwaltung, Bürgermeistern aus den umliegenden Gemeinden, Stadtpfarrer Bruno Bibinger, Pfarrerin Cordula Zellfelder und weiteren geladenen Gästen wurde auf Kölbls 42 Jahre im Dienste der Stadt zurückgeblickt.

Zu Beginn der Feier sangen die Kinder des Altstadtkindergartens das Lied „Zum Abschied alles Gute“. Sichtlich erfreut bedankte sich der Rathaus-Chef bei den jüngsten Wasserburger mit einer süßen Überraschung.

In seinem Grußwort verwies Landrat Otto Lederer darauf, dass Michael Kölbl stets bereit war, Verantwortung zu übernehmen. Bereits mit 22 Jahren wurde er in den Stadtrat gewählt, diesem Gremium gehörte er 18 Jahre an, ehe er zum Bürgermeister gewählt wurde und dieses Amt 24 Jahre ausübte. Auch aus dem Kreistag sei er nicht mehr wegzudenken. „Kommunalpolitik heißt, langfristig zu denken und zu handeln. Dabei muss auch einiges ausgehalten werden“, so Lederer. Wasserburg sei eine lebendige Stadt, eine Schulstadt und habe ein reichhaltiges kulturelles Angebot – „Wasserburg ist ein Vorbild für die ganze Region“. Und dies sei, so Lederer, ein Verdienst von Michael Kölbl. Lederer dankte Kölbl im Namen des Landkreises für das große Engagement und die Leidenschaft sowohl für Wasserburg als auch für die Region. „Du hast Wasserburg nicht nur verwaltet, sondern mitgestaltet.“ Für den Ruhestand wünschte Lederer alles Gute, viel Gesundheit und schöne Erlebnisse mit den Enkelkindern.

In seiner Laudatio blickte der Zweite Bürgermeister, Werner Gartner, auf das Leben und die Amtszeit von Michael Kölbl zurück – vom jüngsten Mitglied im Stadtrat über das Studium in München und den Kontakt zu Wasserburg, der nie abgerissen sei. „Die Karriere als Jurist war eigentlich schon vorgegeben, aber es kam anders“, so Gartner. 1996 kandidierte Kölbl bereits als Bürgermeister und scheiterte knapp. Sechs Jahre später habe es dann geklappt. Von 2002 bis zum heutigen Tag wurde dieses Ergebnis von Wahl zu Wahl bestätigt. 24 Jahre bedeuteten auch ein Leben in Verantwortung. „Eine Stadt ist keine Akte, sondern ein lebendiges Geflecht aus Menschen“, so Gartner. Michael Kölbl habe es verstanden, juristische Schärfe und menschliche Wärme perfekt miteinander zu verbinden. Er habe stets Geradlinigkeit vorgelebt und viel für und in Wasserburg bewegt.

Auch privat setzt sich Michael Kölbl stets für andere ein, beispielsweise beim Segeln mit der Friedensflotte „Mirno More“ als Betreuer und Skipper. Auch hier gelte für Kölbl, dass die Menschen im Vordergrund stehen.

Werner Gartner dankte Michael Kölbl für die stets sehr gute Zusammenarbeit.

Ein Rückblick auf „24 Jahre Bürgermeister“ mit vielen Fotos, vorgestellt von Konrad Doser, sorgte für viele Lacher im Rathaussaal. Neben einem Wahlplakat wurde ein Kinderbild, Bilder von verschiedensten Projekten, Radwegen und Festen gezeigt.

Als Überraschungsgast war Bürgermeister Adrian Teban aus der Partnerstadt Cugir über 1.000 Kilometer angereist. Er dankte Michael Kölbl für die „wunderbare“ Freundschaft und alles, was er für Cugir getan habe. „Ich freue mich auf den nächsten Besuch in Rumänien“, so Teban.

Lorenz Huber und Stadtrat Norbert Buortesch schenkten Michael Kölbl einen ganz besonderen Baum – extra für ihn wurde am Kirchhofplatz der St. Jakobs Kirche eine „Kölbl-Linde“ gepflanzt – „der perfekte Ort für den Ruhestand“.

Um dort hinzukommen, eignet sich das Radl, ein Gemeinschaftsgeschenk der Stadtverwaltung und dem Stadtrat, übergeben von Edith Stürmlinger und Werner Gartner, bestens.

Zum Abschluss der Veranstaltung trat Michael Kölbl ein letztes Mal ans Mikrofon. Sichtlich gerührt dankte er allen, die zum Gelingen der Verabschiedungsfeier beigetragen haben. Er blicke mit stolz auf die vergangenen 24 Jahre zurück. „Sehr dankbar“ sei er dafür, dass in dieser Zeit zu keinen „absoluten Katastrophen“ wie Anschlägen gekommen ist. Nun sei Zeit, danke zu sagen – an Landrat Otto Lederer und den Landkreis, die Kliniken, die Kirche, die Banken und die Sparkasse, die Blaulicht-Organisationen, den Unternehmerkreis, alle Vereine und die Bürgermeisterkollegen. Ein Danke ging auch an Bürgermeister Adrian Teban für sein Kommen.

Ein großes Danke gab’s für den Stadtrat. „Die Diskussionskultur im Wasserburger Stadtrat kann sich sehen lassen“, so Kölbl. Diskussion müsse sein, um voran zu kommen und gute Lösungen zu finden. Zum Zweiten Bürgermeister, Werner Gartner, und der Dritten Bürgermeisterin, Edith Stürmlinger, habe er ein freundschaftliches Verhältnis und konnte sich stets auf sie verlassen. Dies gelte auch für deren Vorgänger Marlene Hof-Hippke und Otto Zwiefelhofer.

Auch das Vorzimmer, das der scheidende Rathaus-Chef als das „beste der Welt“ bezeichnete, und die Verwaltung seien sehr wichtig für ihn und stets von einem Miteinander geprägt gewesen. „Ihr habt mich nie im Stich gelassen“, so Kölbl.

Emotional und mit Tränen in den Augen dankte Michael Kölbl seiner Frau, der Familie und den Freunden, die sogar ihre Kalender nach seinem Dienstplan ausgerichtet haben. „Ohne Euch, meine Familie, wäre das alles nicht gegangen – ihr seid mein Kraftort.“ Ein besonderer Dank ging an seine Frau Margarete, mit der er morgen seinen 37. Hochzeitstag feiern darf. Als vorgezogenes Geschenk gab es einen Strauß Ranunkeln, die Lieblingsblumen.

Als Abschluss übergab Michael Kölbl schließlich den Rathaus-Schlüssel an seinen Nachfolger Bastian Wernthaler.

„Es war mir eine Ehre, danke“, so die Abschiedsworte von Michael Kölbl. Mit Standing Ovations verabschiedeten die Anwesenden „ihren Bürgermeister“.

Musikalisch umrahmt wurde die feierliche Verabschiedung von Michael Kölbl von der Wasserburger Stadtkapelle.

TANJA GEIDOBLER

Fotos: Tanja Geidobler und Stefan Bodmeier

 

 

Fotos: TG

 

 

Fotos: Bodmeier

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