Nachwuchs-Schiris im Interview

Der SV Vogtareuth darf sich seit letztem Jahr über gleich drei neue, junge Schiedsrichter freuen. Mit Maxi Wiesmeier (13), Moritz Trattner (13) und Leonhard Gaßner (14) haben sich drei Jugendliche im C-Jugend-Alter für diese verantwortungsvolle Aufgabe entschieden. Alle drei sind aktive Fußballer im Verein und pfeifen seit einem Jahr als offizielle Unparteiische der Schiedsrichtergruppe Chiem regelmäßig Jugendspiele. Ein starkes Zeichen für Engagement, Verantwortungs-Bewusstsein und
Vereinsleben. Ein Interview mit ihnen …

Im Januar letzten Jahres starteten die drei gemeinsam ihre Schiedsrichterausbildung. In mehreren Theorie-Einheiten sowie einer Lauf- und Abschlussprüfung eigneten sie sich das nötige Regelwissen an. „Man musste schon lernen und die Regeln verstehen, aber es war gut machbar – vor allem, wenn man selbst
Fußball spielt“, berichtet Moritz Trattner.

Die Ausbildungskosten in Höhe von rund 100 Euro übernahm der SV Vogtareuth vollständig, ebenso die notwendige Ausrüstung.
Der Einstieg ins aktive Pfeifen erfolgte behutsam: Beim ersten Spiel wurden die Nachwuchsschiris von einem erfahrenen Paten begleitet. „Das gibt Sicherheit, gerade am Anfang“, sagt Leonhard Gaßner. „Man lernt, mit Drucksituationen umzugehen und klare Entscheidungen zu treffen.“

Auch Maxi Wiesmeier erinnert sich noch gut an seinen ersten Einsatz: „Ich war nervös, aber danach richtig stolz.“

Neben einem kleinen Verdienst – derzeit 31 Euro pro Spiel plus Fahrtkosten – bringt das Schiedsrichtersein vor allem persönliche Vorteile. Die Jugendlichen berichten von wachsendem Selbstbewusstsein, besserem Regelverständnis und mehr Verständnis für Entscheidungen auf dem Platz. „Als Spieler sieht
man viele Situationen jetzt ganz anders“, meint Moritz Trattner schmunzelnd.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Gemeinschaft innerhalb der Schiedsrichtergruppe Chiem. Lehrabende, gemeinsame Veranstaltungen, Turniere und sogar Spiele gegen prominente Gegner wie die Schiedsrichter des FC Bayern sorgen für Teamgeist und besondere Erlebnisse. „Man lernt viele neue Leute kennen und ist Teil eines starken Netzwerks“, so Maxi Wiesmeier.
Auch für den Verein selbst ist das Engagement der drei Jung-Schiedsrichter von großer Bedeutung. Vereine sind nämlich verpflichtet, Schiedsrichter zu stellen – andernfalls drohen Strafzahlungen. Umso erfreulicher ist es, wenn der Nachwuchs Verantwortung übernimmt. „Das ist gut für den Ruf des Vereins und eine
echte Ehre“, betont Leonhard Gaßner.

Alle drei sind sich einig: Die Ausbildung zum Schiedsrichter sei eine klare Empfehlung für andere Jugendliche. „Man übernimmt Verantwortung, verdient etwas Geld und entwickelt sich persönlich weiter“, fasst Maxi Wiesmeier zusammen.

Der nächste Neulingskurs der Schiedsrichtergruppe Chiem startet Ende Februar 2026 – wie berichtet.

Foto: SV Vogtareuth

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