Am Saurüsselkopf: Einsatz- und Kontroll-Maßnahmen gehen aber weiter

Der Katastrophenfall wegen der Lage am Saurüsselkopf in Ruhpolding endet mit Ablauf des heutigen Dienstags. das mneldet das Landratsamt Traunstein am heutigen Nachmittag. Grundlage dafür sei die deutlich stabilisierte Lage im Einsatzgebiet.

Der offene Brand ist gelöscht, die Nachlöscharbeiten zeigen erkennbare Fortschritte. Die Vorgaben des Katastrophenfalls sind damit nicht mehr erfüllt und die weitere Einsatzbewältigung kann im Koordinierungsfall nach Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes weitergeführt werden. Dies bedeutet eine weiterhin besondere Einsatzlage unter der einsatztaktischen Führung durch den Örtlichen Einsatzleiter, allerdings unterhalb der Schwelle des Katastrophenfalls.

Vor Ort am Einsatzgeschehen am Saurüsselkopf in Ruhpolding (von links):

Landrat Andreas Danzer, Örtlicher Einsatzleiter Christof Grundner,

Forstbetriebsleiter Sebastian Klinghardt und Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer

informierten sich über die aktuelle Lage und die weiteren Nachlöscharbeiten. Der Katastrophenfall endet heute mit Ablauf des 12. Mai 2026 – die Einsatz- und Kontrollmaßnahmen im Gefahrenbereich werden aber geordnet fortgeführt.

Das Ende des Katastrophenfalls bedeutet also ausdrücklich nicht das Ende des Einsatzes.

Im Gelände bestehen weiterhin Risiken durch Glutnester, schwierige Geländeverhältnisse und wetterbedingte Einflüsse. Nachlöscharbeiten, Kontrollmaßnahmen und Sicherheitsmaßnahmen werden deshalb geordnet fortgeführt. Mit dem Ende des Katastrophenfalls wird die Einsatzstruktur rechtlich und organisatorisch in den Koordinierungsfall überführt. Dadurch können die beteiligten Stellen weiterhin abgestimmt zusammenarbeiten. Die Koordination der Nachlöscharbeiten, der Kontrollen, der Kräfteplanung, der eventuell Luft- und Drohnenunterstützung sowie der weiteren Sicherheitsmaßnahmen bleibt damit gewährleistet.

Landrat Andreas Danzer erklärt dazu: „Mit dem Ende des Katastrophenfalls gehen wir einen wichtigen Schritt zurück in die Regelstruktur. Das ist möglich, weil sich die Lage am Saurüsselkopf deutlich stabilisiert hat. Gleichzeitig sage ich ganz klar: Das ist keine vollständige Entwarnung für das Gelände. Die Nachlöscharbeiten gehen weiter, und die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung hat weiterhin oberste Priorität. Der Katastrophenfall war in dieser Lage richtig und notwendig. Er hat es ermöglicht, Kräfte zu bündeln, Entscheidungen schnell zu treffen und die Vielzahl der Beteiligten eng aufeinander abzustimmen. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften, Helfern, Fachstellen, Organisationen, der Gemeinde Ruhpolding, den Mitarbeitern im Krisenstab des Landratsamts und allen Unterstützern, die in den vergangenen Tagen Außerordentliches geleistet haben.“

Nachlöscharbeiten bleiben aufwendig

Der Schwerpunkt der weiteren Maßnahmen liegt weiterhin auf der systematischen Suche, Kontrolle und Bekämpfung von Glutnestern. Viele Glutnester sitzen tief im Waldboden, unter Wurzeln oder in abgestorbenem Holz. Sie müssen von den Einsatzkräften vor Ort freigelegt und anschließend gezielt abgelöscht werden. In schwer zugänglichen Bereichen ist dies nur mit alpiner Begleitung möglich.

Feuerwehr, Bergwacht, Alpinpolizei, Forst, Bundeswehr und weitere Unterstützer arbeiten dabei weiterhin eng abgestimmt zusammen. Auch Drohnen, Wärmebildtechnik und bei Bedarf Hubschrauber können weiterhin eingesetzt werden, um das Gelände zu erkunden, Glutnester zu lokalisieren und schwer erreichbare Bereiche zu unterstützen.

Örtlicher Einsatzleiter Christof Grundner betont: „Der offene Brand ist gelöscht. Was uns weiter beschäftigt, sind Glutnester im Boden, unter Wurzeln und in schwer zugänglichen Bereichen. Diese müssen weiterhin systematisch gesucht, freigelegt und abgelöscht werden. Das bleibt aufwendig und wird uns auch in den kommenden Tagen fordern. Wir können die Lage inzwischen geordnet in eine neue Struktur überführen. Die Einsatzkräfte arbeiten weiter abschnittsweise im Gelände. Entscheidend bleibt, dass niemand den gesperrten Bereich betritt und die Arbeiten nicht behindert.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Bereich, in dem es gebrannt hat, weiterhin ein Gefahrenbereich ist. Es besteht Steinschlaggefahr, außerdem können Bäume umfallen oder Äste abbrechen. Deshalb bitten wir dringend darum, der offiziellen Sperrung Folge zu leisten.“

Sperrungen bleiben bestehen – B305 wird freigegeben

Parallel zum Ende des Katastrophenfalls wird die Gemeinde Ruhpolding eine neue sicherheitsrechtliche Allgemeinverfügung erlassen, welche die bisherige Allgemeinverfügung des Landratsamts ersetzt. Der unmittelbare Einsatz- und Gefahrenbereich bleibt weiterhin gesperrt. Die Sperrung dient dem Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte, da im Gelände weiterhin Glutnester, schwer begehbare Bereiche und laufende Einsatzmaßnahmen bestehen. Die genaue Abgrenzung des gesperrten Bereichs ergibt sich aus der neuen Allgemeinverfügung beziehungsweise dem dazugehörigen Lageplan. Das Betreten und Befahren des gesperrten Bereichs bleibt weiterhin untersagt. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, die Sperrungen zu beachten, das Einsatzgebiet zu meiden und die Einsatzkräfte nicht zu behindern. Die B305 kann dagegen ab dem 13.05.2026 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Freigabe der Straße bedeutet jedoch keine Freigabe des Einsatz- und Gefahrenbereiches im Bergwald. Die Zufahrt von und nach Reit im Winkl ist damit wieder über die B305 möglich. Verkehrsteilnehmer werden dennoch gebeten, im betroffenen Bereich besonders aufmerksam zu fahren und auf Einsatzfahrzeuge sowie mögliche verkehrsrechtliche Hinweise zu achten.

Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer erklärt: „Für Ruhpolding waren die vergangenen Tage eine enorme Belastungsprobe. Die rechtzeitige Feststellung des Katastrophenfalls war aus Sicht der Gemeinde richtig und wichtig. Sie hat dazu beigetragen, dass Einsatzkräfte, Fachstellen und Unterstützungsleistungen frühzeitig gebündelt und koordiniert werden konnten. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften, dem Landratsamt Traunstein, den beteiligten Behörden und Organisationen sowie allen Helfern, die in den vergangenen Tagen Außerordentliches geleistet haben. Ebenso danke ich den Bürgern, Anwohnern, Betrieben und Gästen für ihre Geduld und ihr Verständnis. Auch in der kommenden Phase des Koordinierungsfalls bleibt der gesperrte Bereich weiterhin Einsatz- und Gefahrenbereich.“

Weitere fachliche Bewertung der Wald- und Bodenbereiche

Auch nach dem Ende des Katastrophenfalls bleiben die betroffenen Wald- und Bodenbereiche im Fokus. Neben den Nachlöscharbeiten werden die betroffenen Flächen weiter fachlich bewertet. Dabei geht es insbesondere um mögliche Glutnester im Boden- und Wurzelbereich, die Stabilität des Geländes, den Schutzwald sowie die weiteren Schritte zur Sicherung und Wiederherstellung der betroffenen Bereiche. Forstbetriebsleiter Sebastian Klinghardt sagt: „Der Brand hat gezeigt, wie anspruchsvoll Einsätze im Bergwald sind. Auch wenn der offene Brand gelöscht ist, können Glutnester im Boden und im Wurzelbereich noch längere Zeit ein Risiko darstellen. Deshalb sind die weiteren Kontrollen und Nachlöscharbeiten so wichtig. Für den Wald wird es anschließend auch darum gehen, die betroffenen Flächen fachlich zu bewerten und die nächsten Schritte für Schutzwald, Boden und Wiederbewaldung vorzubereiten.“

Sollte sich die Lage wider Erwarten wieder deutlich verschärfen, werden die notwendigen rechtlichen und organisatorischen Maßnahmen erneut geprüft. Nach derzeitigem Stand kann die Lage jedoch geordnet außerhalb des Katastrophenfalls weitergeführt werden.

Foto: Landratsamt Traunstein

 

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