Nächstes bayerisches Duell für die Starbulls morgen im Rosenheimer Eisstadion

Am morgigen Freitag um 19.30 Uhr kommt es zum dritten Mal hintereinander bei einem Rosenheimer Eishockey-Heimspiel in der DEL2 zu einem bayerischen Duell: Die Starbulls empfangen den ESV Kaufbeuren und sind auf dem Papier als Tabellendritter gegen das Liga-Schlusslicht favorisiert.
Doch während beim Gegner wohl Spieler zurückkommen, droht auf Rosenheimer Seite ein ausgedünnter Kader. Gewinnen wollen die mit einem Sechs-Punkte-Wochenende maximal erfolgreich ins Jahr 2026 gestarteten Grün-Weißen trotzdem – auch auswärts am Sonntag. Dann geht es zu den heimstarken Lausitzer Füchsen. Die Auswärtsaufgabe ist auch wegen der langen Busfahrt nach Weißwasser eine Herausforderung
 
In den Gastspielen „zwischen den Jahren“ in Krefeld (4:3 nach Verlängerung) und zuletzt in Düsseldorf (2:1) haben die Rosenheimer Eishockeyspieler den über 700 Kilometer langen Busanreisen erfolgreich trotzen können. Nun steht am Sonntag die mit 650 Kilometer drittweiteste, aber zeitlich nicht minder lange und anstrengende Auswärtsfahrt nach Weißwasser an. Das Spiel in der Oberlausitz im ersten Hauptrundenviertel gewannen die Grün-Weißen Mitte Oktober 4:2, im Heimspiel am ersten Advent siegten sie zuhause mit dem gleichen Ergebnis.
Am Sonntag auswärts gegen heimstarke Lausitzer Füchse
Die Füchse sind allerdings heimstark, haben auf eigenem Eis mit 32 Zählern eine um zwei Punkte besser Ausbeute als die Starbulls. Mit Kassel (2:5) und Landshut (1:3) gingen auch Topteams bei ihren bisherigen Auswärtsauftritten in der Eisarena Weißwasser leer aus. Die Starbulls treffen auf einen Gegner, der nach einer 0:5-Niederlage in Regensburg am vergangenen Sonntag unter Zugzwang steht, denn der Vorsprung der Füchse auf die Playdown-Zone ist auf zwei Punkte zusammengeschmolzen.
Zuvor geht’s für die Starbulls am Freitag im heimischen ROFA-Stadion gegen das Tabellenschlusslicht der Liga, den ESV Kaufbeuren. Nach den beiden Jahresauftaktsiegen gegen Landshut und in Düsseldorf gehen die Grün-Weißen in diesem bayerischen Duell formal als klarer Favorit aufs Eis. Mit 62 Zählern aus 32 Spielen und einem Vorsprung von elf Punkten auf Tabellenplatz vier (EV Landshut) steht das Rosenheimer Team inzwischen souverän auf Platz drei im Klassement der DEL2.
Freitags-Heimspiel gegen angeschlagenen ESV Kaufbeuren
Dass Spiele gegen angeschlagene und selbst stark ersatzgeschwächte Gegner aber keine Selbstläufer sind, zeigte sich in Rosenheim erst kurz vor Weihnachten wieder. Die mit letztem Aufgebot angetretenen Blue Devils Weiden machten den Starbulls das Leben schwer und entführten völlig unerwartet einen Punkt aus dem ROFA-Stadion. Erst in der Overtime gelang Maximilian Adam der Rosenheimer Siegtreffer zum 3:2.
Auch im ersten Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren taten sich die Starbulls alles anders als leicht und gewannen ebenfalls „nur“ 3:2 nach Verlängerung. Damals stand noch Todd Warriner als Cheftrainer der Allgäuer an der Bande. Anfang November wurde der 52-jährige Kanadier freigestellt, Co-Trainer Andrew Donaldson und Nachwuchscoach Sebastian Osterloh übernahmen. Unter diesem Duo, das nach wie vor sportlich für die Mannschaft verantwortlich ist, stürzte der ESVK noch weiter ab und nistete sich auf dem letzten Tabellenplatz ein.
Bei der Gesamtausbeute von 25 Punkten bisher (Torverhältnis 77:127) beträgt der Rückstand des ESVK auf die Pre-Playoff-Zone inzwischen 20 Zähler; der Tabellenvorletzte Freiburg ist bereits zehn Punkte entfernt.
Unberechenbares Tabellenschlusslicht: Ausfälle und mögliche Rückkehrer
Die Allgäuer mussten in der laufenden Spielzeit zahlreiche personelle Nackenschläge verkraften. Mehrere Leistungsträger fielen und fallen verletzungsbedingt langfristig aus. Jüngste Hiobsbotschaften waren das zum Jahreswechsel feststehende Saisonende für Topscorer Henri Kanninen, der weitere Ausfall von Jonny Tychonick für mehrere Wochen und eine neue Verletzung von John Rogl, der am Sonntag in Weiden Comeback feierte und nun möglicherweise bis zum Ende der Hauptrunde wieder außer Gefacht sein könnte.
Trotz mehrerer Nachverpflichtungen – neben Tychonick auch Brent Raedeke, Vincent Schlenker und Cody Porter (der kanadische Torwart bestritt in der letzten Saison einige Spiele für die Starbulls) – blieb die sportliche Wende zum Besseren bisher aus. Jason Bast, Ende Oktober von den Augsburger Panthern geholt, war nur temporär großer Hoffnungsträger; er kehrte bereits nach acht überzeugen Einsätzen im rot-gelben Kaufbeurer Joker-Trikot (zwölf Scorerpunkte) zum Erstligisten nach Augsburg zurück.
Trotz allem werden die Allgäuer wohl auch in Rosenheim das Line-up voll bekommen. Und mit dem französischem Stürmer D`Artagnan Joly sowie Verteidiger Bernhard Ebner könnten auf Gästeseite nun gleich zwei wertvolle Spieler im ROFA-Stadion ihr Comeback geben.
Jari Pasanen muss auf wichtiges Personal verzichten und warnt
Auf Rosenheimer Seite muss Jari Pasanen wohl mit einem dünneren Kader als am Vorwochenende auskommen. Der Cheftrainer der Starbulls geht davon aus, dass ihm die zuletzt mit guten Leistungen aufwartenden Förderlizenzspieler Leon an der Linde und Sebastian Zwickl, die am Dienstag für die Augsburger Panther in der PENNY DEL im Einsatz waren, nicht zur Verfügung stehen. Mit Lukas Laub und Lewis Zerter-Gossage fallen mindestens zwei Leistungsträger in der Offensive verletzungsbedingt aus. Verteidiger Joel Keussen ist angeschlagen – Einsatz am Wochenende höchst unwahrscheinlich.
„Wir müssen gegen jeden Gegner einfach unser Spiel spielen – vor allem defensiv sicher und konzentriert sein und dann vorne die nötigen Tore für einen Sieg machen“, fordert Pasanen, den das Thema Favoritenrolle gewohnt kalt lässt: „Das kommentiere ich nicht. Das Spiel gegen Kaufbeuren ist eine Herausforderung für uns. Der Gegner hat wenig gepunktet, aber viele sehr knappe Resultate erzielt, auch in Spielen gegen gut aufgestellte Topmannschaften. Und gegen uns kommen jetzt auch wieder Spieler zurück“, warnt der Rosenheimer Headcoach davor, die Freitagsaufgabe gegen das Tabellenschlusslicht auch nur im Ansatz zu unterschätzen.
Eintrittskarten für das Starbulls-Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren am morgigen Freitag sind auf www.starbulls.de/tickets erhältlich, die Tageskasse am ROFA-Stadion öffnet um 17:30 Uhr, Einlass ins Stadion ist um 18 Uhr.
Foto: Starbulls / Peter Lion

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