Soyener Anwohner stellen Antrag auf Prüfung im Bereich Flutmulde

In den letzten Wochen und Monaten verwandelte sich Soyen immer wieder in eine „Seenlandschaft“ (wir berichteten mehrfach). Was für die einen schön anzusehen ist, bedeutet für die Anwohner oft massive Probleme und Wasserschäden im Keller.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten zwei Soyener Bürger einen Antrag auf Untersuchung und Prüfung der Ursachen für die wiederkehrenden Überschwemmungen im Bereich Flutmulde Soyen-West.

Während der vergangenen Wochen habe sich die Wiesenfläche, insbesondere die Flutmulde westlich von Soyen, in eine regelrechte Seenlandschaft verwandelt. Die Auswirkungen seien nicht zu übersehen und zahlreiche Gebäude entlang der Dorfstraße davon betroffen. Darüber hinaus entstehen weitere Schäden bei den Anliegern entlang des Nasenbachs in der Ortschaft Mühlthal. Die Bewohner von Polln seien ebenfalls beeinträchtigt, da sie Umwege in Kauf nehmen müssen, um ihre Wohnungen und Häuser zu erreichen. Darüber hinaus sei es fraglich, ob der Schleichweg über Hundsham nach Polln für Notarzt- und Rettungswagen bekannt sei.

Die durch die anhaltende Überschwemmung verursachten Schäden und Beeinträchtigungen betreffen nicht nur die betroffenen Anwohner, sondern haben auch negative Auswirkungen auf die gesamte Grundwassersituation. Es sei von großer Wichtigkeit, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Schäden zu verhindern und die betroffenen Gebäude und Flächen zu schützen. Als Vorschlag wurde eine Untersuchung angeregt, um die Ursachen für die wiederkehrende Überschwemmung zu identifizieren und mögliche Lösungen zu erarbeiten.

Bürgermeister Thomas Weber berichtete, dass Ende Januar, zusammen mit den Antragstellern und Bauamtsleiter Franz Glasl, eine Ortsbegehung stattgefunden habe. Im Zusammenhang mit der Betrachtung der Abflusssituation von Hochwassern in diesem Bereich gebe es noch andere Sachverhalte zu berücksichtigen. Zum einen befinde sich die Verwaltungsstreitsache des Landesfischereiverbandes Bayern e. V. gegen den Freistaat Bayern bezüglich „Anfechtung der gehobenen Erlaubnis zur Einleitung aus der Kläranlage Mühlthal in den Nasenbach auf dem Grundstück 639/0, Gemarkung Schlicht“ noch im Verfahren, zum anderen verfügen die der Verwaltung mitgeteilten Anwesen in der Dorfstraße jeweils nicht über wasserdichte Keller oder eine Rückstausicherung, um im Falle eines Grundwasseranstiegs das Eindringen von Wasser in das Gebäude zu verhindern.

Weber erklärte, dass beim Vororttermin das Wasser in den dafür vorgesehenen Schacht gelaufen sei. Man werde aber versuchen, für 2024 eine Kanalbefahrung und Kanalvermessung in die Wege zu leiten.

Gemeinderatsmitglied Dr. Tassilo Singer sah als Ursache für das wochenlange Hochwasser die Nichtabsenkung des Seespiegels.

„Durch den vielen Schnee und das anschließende Tauwetter ist das Wasser über Wochen genau an den Punkt zwischen Schleuse und Reichinger Brücke gelaufen“, führte Hans Hinterberger aus. Peter Müller hatte den Eindruck, dass viel Wasser nicht durch die Reichinger Brücke laufe.

Einstimmig wurde beschlossen, dass der Gemeinderat Soyen den Antrag auf Untersuchung und Prüfung der Ursachen für die wiederkehrenden Überschwemmungen im Bereich Flutmulde Soyen-West zur Kenntnis nimmt. Die Verwaltung wird beauftragt, nach Vorliegen des Ergebnisses der Kanalbefahrung und –vermessung, die noch in diesem Jahr vorgenommen werden könnte, dem Gemeinderat erneut vorzulegen.

Gleiches gelte im Fall relevanter Ergebnisse in der Verwaltungsstreitsache Landesfischereiverband Bayern e. V. gegen den Freistaat Bayern.

TANJA GEIDOBLER