Wetterexperte: „Hitzewelle rollt an – Verbreitet über 30 Grad"

„Der Sommer macht jetzt Ernst. Nach einem zähen Start in die Woche dreht er ab Wochenmitte mit voller Wucht auf. Heiße Luftmassen aus dem Südwesten Europas schieben sich über Deutschland, und die Temperaturkurve zeigt Tag für Tag steiler nach oben. Sieben Tage am Stück bleibt die Hitze – in der Spitze sind am Rhein bis zu 39 oder gar 40 Grad drin“, sagt Wetterexperte Johannes Habermehl, Meteorologe vom Wetterdienst „Meteored Deutschland“.

Ab dem heutigen Dienstag setzt sich von Süden her das Hochdruckgebiet durch, und es wird von Tag zu Tag wärmer.

„Spätestens zur Wochenmitte ist Schluss mit lau. Am Mittwoch klettern die Werte im Westen und Südwesten auf 28 bis 31 Grad, einen Tag später greift die Hitze auf weite Teile des Landes über. Besonders am Oberrhein, in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel“, so der Wetterexperte.

Der erste Wüstentag des Jahres steht bevor

Zum Wochenende wird es spektakulär. In den heißesten Regionen sind 35 bis 39 Grad, vielleicht auch knapp 40 Grad möglich – die ersten Wüstentage des Jahres. Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart führen das Hitze-Ranking an. Auch die Nächte bringen kaum Erholung: In den Großstädten sacken die Werte oft nicht mehr unter 20 Grad. Tropennächte rauben vielen den Schlaf, der versiegelte Beton speichert die Wärme wie ein Backofen. Der Allzeitrekord seit 1881 liegt für Juni bei 39,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Bernburg an der Saale, also am letzten Junitag. Nun sind wir allerdings deutlich früher dran.

Habermehl: „Und dann kippt die Lage. Von Westen rücken kräftige Gewitter heran – mit Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen. Örtlich droht handfeste Unwettergefahr. Die aufgestaute Hitze entlädt sich regelrecht explosionsartig. Mein Tipp: Genießen Sie die Sonne, aber halten Sie zum Wochenende die Augen fest am Himmel.“

Grafik oben: Die Temperaturanomalie am Samstag (20. Juni) ist enorm. Teilweise liegen die Werte 10 bis 12 Grad zu hoch für die Jahreszeit.

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