Wasserburg ist zurück in der Bayernliga - Sorry, Sturm Hauzenberg
„Gratulation an jeden Einzelnen, der hier zum Erfolg beigetragen hat“, sagte Trainer Florian Heller unmittelbar nach dem Spiel zu seinen Spielern und dem Staff. „Nachdem wir vor ein paar Wochen die Tabellenführung abgegeben haben, sind wir überragend zurückgekommen. In beiden Relegationsspielen waren wir die bessere Mannschaft.“
Nach dem fulminanten 2:0-Heimsieg in der Altstadt spielten die Innstädter in Hauzenberg etwas verhaltener, aber dafür umso kontrollierter und blieb das fünfte Spiel in Folge ohne Gegentor. Sturm Hauzenberg war wie schon im Hinspiel nahezu ohne Torchance. Wasserburg, das kurz vor Spielbeginn den Ausfall von Topstürmer Robin Ungerath verkraften musste, wartete auf seine Chancen – und nutzte diese konsequent aus.
Der Spielbericht:
Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld steckte in der 35. Minute Thomas Voglmaier auf Vinzenz Egger durch, der bei sengender Hitze vor Torhüter Christoph Obermüller cool blieb und die erste wirkliche Chance des Spiels zum 1:0 einschob. Wenig später hatte Egger mit einer Doppelchance die Gelegenheit, nicht nur dieses Spiel, sondern auch die Relegation zu entscheiden. Aus kurzer Distanz schoss der Stürmer in einer Aktion jedoch zweimal an den Pfosten.
Die Löwen schleppten seit 2024 ein Relegationstrauma mit sich herum. Viele Spieler waren noch dabei, die vor zwei Jahren in Regensburg zur Halbzeit des Rückspiels mit vier Toren geführt hatten, aber dennoch scheiterten. Wasserburg vertrieb am Pfingstmontag in Niederbayern die bösen Geister. Dafür war die Mannschaft von Florian Heller in beiden Spielen zu stark für Hauzenberg. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Hausherren vor 1243 Zuschauern noch einmal heranzukommen, doch gegen die Wasserburger Defensive gab es kein Durchkommen.
Die Löwen hingegen agierten geduldig und warteten nur darauf, das Spiel endgültig zu entscheiden. Nach einem Ballgewinn in der 78. Minute spielten die Innstädter schnell nach vorne und Leon Simeth setzte den Ball zum 2:0 in den Winkel. Damit leerten sich im weiten Hauzenberger Rund die Reihen. Als die Heimfans bereits das Stadion verließen, hatte Leander Haunolder noch die große Gelegenheit zum 3:0, doch sein Abschluss aus fünf Metern ging über die Latte. „Es war natürlich ein geiles Gefühl heute genau zum richtigen Zeitpunkt die Entscheidung herbeizuführen. Es war ja im Grunde das 4:0. Und dann dreht man sich um und die ganze Tribüne steht, schreit und feiert. Geiler geht es nicht. Man kann zu keinem Zeitpunkt ein schöneres Tor machen“, freute sich Kunstschütze Simeth nach der Begegnung im Interview mit einem niederbayerischen Fußballportal.
Nach Spielschluss brachen bei den Löwen und den zahlreich mitgereisten Fans alle Dämme.
Gemeinsam wurde nach vier Jahren die Rückkehr in die Bayernliga gefeiert. „Irgendwann in 20, 25 Jahren werde ich auf dieses Spiel zurückblicken und mich immer wieder gerne daran erinnern“, so der überglückliche Heller.
Der TSV 1880 Wasserburg stand immer wieder kurz vor der Rückkehr in die Bayernliga – am gestrigen Pfingstmontag gelang zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte der Aufstieg.
Neben zahlreichen Nachbarvereinen und Ligakonkurrenten gratulierten den Löwen auch viele alte Freunde wie Leo Haas, der Wasserburg erstmals in die Bayernliga geführt hatte, oder Max Kaltenhauser (Red Bull München).
Bürgermeister Bastian Wernthaler schrieb auf Instagram: „Was für eine Leistung! Gratulation an Coach Florian Heller, das Team, den Verein und die Verantwortlichen der Fußballabteilung. Die ganze Stadt Wasserburg am Inn ist enorm stolz auf euch.“
JAH
Statistik zur Entscheidung
Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Rubio González, Brich (88. Rauscher), Stellner (80. Köck), Simeth, Haunolder (86. Dittrich), Voglmaier (56. Barthuber), Kononenko, Egger (74. Vieregg)
Tore: 0:1 Vinzenz Egger (35.), 0:2 Leon Simeth (78.)
Zuschauer: 1243
Schiedsrichter: Lothar Ostheimer (TSV Sulzberg)
Schaufenster


Hoffentlich war diese „Versammlung“ auf der öffentlichen Straße angemeldet.