Haupt- und Finanzausschuss genehmigt Wasserburger Wintertraum mit dem beliebten Eiszauber
Sie sind eine echte Attraktion in der Adventszeit: Der Christkindlmarkt und die Eislaufbahn. Der Wirtschafts-Förderungs-Verband Wasserburg (WFV) hat bei der Stadt Wasserburg beantragt, ebenso wie im Vorjahr, einen Christkindlmarkt durchführen zu können, verbunden mit der Installierung einer Eislaufbahn und einer Vorsilvesterfeier. Die Eislaufbahn bekam gestern bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt für drei weitere Winter die Genehmigung. Bisher war sie nur von Jahr zu Jahr genehmigt worden. Allerdings: Eigentlich hätte der WFV für mehr Planungssicherheit und Kostensenkung gerne eine fünfjährige Genehmigung gehabt. Doch wegen des geplanten Umbaus der Grundschule ist unklar, ob der Gries dann als Veranstaltungsort zur Verfügung steht.
Die Öffnungszeiten sollen, so der Antrag des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes, sich an den des Vorjahres orientieren, allerdings soll die „Laterndlalm“ sonntags bis 21 Uhr geöffnet bleiben und nicht schon um 20 Uhr schließen müssen.
In der Beratung im Haupt- und Finanzausschuss erklärten die Stadträte, dass die Eislaufbahn zum großen Erfolg des Christkindlmarktes entscheidend beitrage und nicht wenige gestanden auch, selbst ein Fan dieser Eislaufbahn zu sein. Werner Gartner (SPD) betonte, dass diese Eislaufbahn erheblich dazu beitrage, die Attraktivität des Wasserburger Christkindlmarktes zu erhöhen. Wasserburg hebe sich hier positiv von anderen Gemeinden ab.
Auf den Hinweis der Klimaschädlichkeit der Eislaufbahn entgegnete er, dass grundsätzlich der Mensch an sich umweltschädlich sei und dass er in seiner Kindheit im Winter auf einen zugefrorenen See habe gehen können, um dort Schlittschuh zu laufen. Wasserburg sei gut beraten, meinte Gartner, „wenn wir das weiterhin unterstützen, sonst fahren die Leute anderswo hin.“
Steffi König (Bündnis 90 / Die Grünen) entgegnete, dass auch sie „ein Fan vom Christkindlmarkt“ sei und bedankte sich beim Wirtschafts-Förderungs-Verband für sein Engagement. Allerdings führe die Form des „Wasserburger Wintertraums“ zu Umsatzeinbußen der Wasserburger Gastronomie, weshalb mehrere Gastronomen sich auch schon darüber beschwert hätten. Auch Anwohner hätten sich beschwert, weil der Betrieb der Eislaufbahn und der Laterndlalm zu nicht unerheblicher Lärmbelästigung führe.
Eine kontroverse Debatte entzündete sich dann an der Frage, ob man am 26. Dezember, also dem 2. Weihnachtsfeiertag, eine Vorsilvesterfeier durchführen könne, schließlich gehöre der 26. Dezember noch zu den Weihnachtsfeiertagen, andererseits könne man die Vorsilvesterfeier nicht an einem beliebigen Werktag durchführen.
Schließlich war die Parkplatzsituation in Wasserburg ein Thema. Lisa Stürmlinger (Bürgerforum) schlug vor, während der Zeiten, in denen die Eislaufbahn genutzt werden könne, den Stadtbus vom Badria in die Innenstadt für die Bürgerinnen und Bürger kostenfrei zu organisieren. Dder Geschäftsleiter der Stadt Wasserburg, Konrad Doser, entgegnete hier, dass die Umsetzung eines solchen Anliegens schwierig sei.
Der Zweite Bürgermeister Georg Machl (CSU) gab zu bedenken, dass vor der Einrichtung der Eislaufbahn im Rahmen des Wasserburger Christkindlmarktes die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen seien. Auf die Eislaufbahn zu verzichten, „wäre der vollkommen falsche Weg“, meinte er. Die Kritik der Gastronomen könne er nicht so recht nachvollziehen, seiner Beobachtung nach, seien die Gaststätten während der Öffnungszeiten des Christkindlmarktes „gut gefüllt“.
Bürgermeister Bastian Wernthaler wandte abschließend noch ein, dass es in der „Laterndlalm“ keine „geschlossenen Gesellschaften“ geben solle, die Stadt es nicht wolle, dass die Alm beispielsweise wegen einer Weihnachtsfeier vollkommen geschlossen werde. Außerdem regte er ein Gespräch des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes mit dem Klimaschutzbeauftragten Dr. Johannes Stapf an, damit über energetische Verbesserungen rund um den Christkindlmarkt gesprochen werden könne.
Und so beschloss der Haupt- und Finanzausschuss, dass der Christkindlmarkt auch die nächsten Jahre wieder stattfinden könne mit Eislaufbahn und Laterndlalm. Auch die Vorsilvesterfeier am 26. Dezember wurde mit knapper Mehrheit befürwortet. Das Verbot „geschlossener Gesellschaften“ in der „Laterndlalm“ wurde ebenfalls befürwortet. Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss darüber hinaus, dass der Wirtschafts-Förderungs-Verband im Anschluss an den Christkindlmarkt der Stadt eine transparente Gewinn- und Verlustrechnung vorzulegen habe. Lisa Stürmlinger (Bürgerforum) wollte abschließend noch wissen, wie hoch die Kosten für die Stadt wären, wenn der Stadtbus vom Badria in die Innenstadt während der Öffnungszeiten des Christkindlmarktes kostenfrei angeboten werden könne. Einen Antrag an die Stadtverwaltung, diese Kosten zu berechnen, lehnte der Ausschuss dann aber mehrheitlich ab.
Abschließend hatte der Ausschuss noch darüber zu entscheiden, ob das Konzept „Wasserburger Wintertraum“ auch in den nächsten fünf Jahren (also bis zum Jahre 2030/31) in gleicher Weise umgesetzt werden könne. Der Ausschuss genehmigte den „Wasserburger Wintertraum“ für die nächsten drei Jahre, da gerade im Bereich des Parkplatzes am Gries durch den geplanten Umbau der dortigen Grundschule mit zusätzlichen Einschränkungen der Parkplatzsituation zu rechnen sei.
PETER RINK
Schaufenster


„Der Mensch an sich ist grundsätzlich umweltschädlich.“ Sensationelles Argument.
Nicht zu fassen! Also wenn jemand so ehrlich wäre, zu sagen, er will die Eisbahn, weil ihm Geld verdienen wichtiger ist als Klima – dann ok … is halt so.
Aber „Der Mensch an sich ist grundsätzlich umweltschädlich“ als Argument für eine Eisbahn? Das ist ja unglaublich. Was für Amateure sind hier aktiv?
Da gebe ich dem Herrn Gartner ungern Recht. Immer mehr Menschen bevölkern den Planeten und jeder einzelne hinterlässt einen Fußabdruck.
Der eine einen größeren, der andere einen kleineren.
Darum ist es auch sehr schwierig, am Klimawandel etwas zu ändern.
Die einen wollen ihren Lebensstandard bewahren und die anderen wollen endlich auch ein Auto besitzen.
Vor ein paar Jahren noch, da ist die Masse der Asiaten Fahrrad gefahren. Heute ist China einer der größten Automobilmärkte weltweit. Das sagt alles über die globalen Entwicklungen.
Nein, der Kommentar von Herrn Gartner ist völlig realitätsverzerrend und stellt die tatsächlichen Verhältnisse absolut falsch dar.
Nicht die Zahl der Menschen ist das Problem, sondern wer über Produktion und Investitionen entscheidet.
Die meisten Menschen wollen einfach gut leben, egal, ob in Wasserburg oder sonst wo.
Auch hier vor Ort bringt es nichts, den Klimaschutz gegen Lebensqualität auszuspielen. Solange das Renditeinteresse weniger wichtiger ist als Klima und Gemeinwohl, werden die eigentlichen Ursachen nicht angegangen.
Klimaschutz funktioniert nur sozial gerecht und nicht durch Kostenerhöhungen und Schuldzuweisungen an die breite Bevölkerung.
Ich finde es super! Sowohl die Kinder als auch die Jugendlichen bewegen sind an der frischen Luft, sitzen nicht am Handy oder zocken am PC. Sie tun was für ihre Gesundheit und sparen Strom.
Ein Paradebeispiel für Kommerz und Größenwahn ( ich hab was, was du nicht hast..) vs. Klimaschutz und Vernunft !
Die, die sowas entscheiden , leben scheinbar nicht in der Altstadt und sind nicht tagtäglich auf einen öffentlichen Parkplatz angewiesen, oder, was zu vermuten wäre, sie sind die glücklichen Besitzer einer eigenen Garage.
Durch den Wegfall der Parkplätze am Gries finden in den Parkhäusern regelrechte Rallyes statt . Ein kollektives, mehrmaliges Rauf – und Runter, bis mal einer das große Glück hat , einen freiwerdenden Platz zu erbeuten !
da wäre schon sehr interessant, was allein deshalb in dieser „schönen , staden Zeit“ völlig unnötig Sprit rausgeblasen wird ..?
..aber ja.. egal , dafür haben wir doch eine so schöne Eislaufbahn und die Anderen nicht ;-)
Wunderbar, freut mich, die Entscheidung pro Eislaufbahn für weitere 3 Jahre
Mein Problem mit der aktuellen Klimadiskussion? Die extremen Widersprüche im Alltag.
Auf der einen Seite steht Franz, der akribisch jede Plastiktüte zum Wertstoffhof bringt. Auf der anderen Seite steht Peter, der zweimal im Jahr völlig unbeschwert in den Urlaub fliegt.
Man muss heute stark sein, um als „Franz“ angesichts dieser Schere nicht zu verzweifeln. Warum sich einschränken, wenn das eigene Engagement im CO₂-Ausstoß eines einzigen Urlaubsfluges nebenan verpufft?
Am Ende bleibt die alles entscheidende Frage: Welche Welt hinterlassen wir eigentlich unseren Kindern? Eine Eislaufbahn, auf der sie einfach nur Freude haben können?
Ich finde die Eisbahn super. Wenn ich um 9.00 früh mit dem Hund Gassi gehe und sehe das 30-40 Kinder (Schulklassen) auf dem Eis hin und her flitzen, lachen und sich bewegen dann ist es doch gut so.
Nachmittags dann die Erwachsenen und Kinder, abends dann die Stockschützen, die Eisbahn wird gut angenommen.
An die Schreiber gewandt die den Energieverbrauch anprangern bzw. für zu hoch finden. Habt Ihr euch schon mal überlegt wann in einem Eisstadion (gibt ja einige davon) das Eis gemacht wird. Meiner Erfahrung nach beginnt man damit im August, da ja spätestens im September die Eishockeyspieler mit dem Training auf Eis für die kommende Saison beginnen. Draußen 30 Grad drinnen knapp über null Grad. Über diesen Energieverbrauch habe ich noch keine kritischen Meinungen gehört. Aber da ist es ja auch für den Sport und nicht für die Allgemeinheit.
Also lasst es einfach so wie es ist und freut euch das wir diese Attraktion in Wasserburg haben. Die Auslastung der Eisbahn gibt den Betreibern recht.
Welche Welt hinterlassen wir eigentlich unseren Kindern? Berechtigte Frage.
Der Stadtrat braucht Menschen, die Zukunft gestalten können anstatt Vergangenheit zu verklären.
Wasserburg hat ein überaus großes Potential für die Erzeugung erneuerbaren Stroms aus Wind und Sonne. Würde man es nur ansatzweise nutzen, könnte man auch eine Eisbahn problemlos klimaneutral betreiben. Zusätzlich entstünden zahlreiche sichere Arbeitsplätze und die Wertschöpfung in der Region würde gestärkt. Wie das geht, haben in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Kommunen und Stadtwerke mit großem Erfolg vorgemacht.
Die Wasserburger Potentiale und Chancen sind dem Stadtrat seit langem bekannt. In zahlreichen, einstimmigen Beschlüssen war man sich bisher aber stets einig, sie nicht nennenswert zu nutzen. Zuletzt wurde im Januar 2026 ein entsprechender Haushalt beschlossen.
Es wäre gut, würden der neugewählte Stadtrat und Bürgermeister hier einen Kurswechsel hin zu ambitioniertem Klimaschutz und deutlichen Investitionen in erneuerbare Energien hinbekommen.
Der Eisbahnbeschluss spricht leider eher für das Beibehalten des bisherigen Kurses.
Deine Behauptung hier:
Wasserburg hat ein überaus großes Potential für die Erzeugung erneuerbaren Stroms aus Wind und Sonne.
Bitte nenne einmal einen genauen Standort in Wasserburg der deiner Meinung nach für eine Windkraftanlage geeignet ist, vor allem auch wie ertragreich der Standort ist. Wo es sich Wirtschaftlich Rechtfertigen lässt um die enormen Erstellungs und Betriebskosten zu bezahlen. Der Strom soll doch bezahlbar sein!
Es gibt im Umland gleich mehrere, im Regionalplan ausgewiesene Standorte für Windkraftanlagen, die der Stadt gehören! Die Windbedingungen sind ähnlich wie in Unterreit, dort plant ein privater Investor einen – für unsere Verhältnisse – großen Windpark.
Regional aus Sonne und Wind erzeugter Strom ist seit Jahren der mit Abstand kostengünstigste.
Da werden die Anwohner in den Umlandgemeinden aber vor Begeisterung laut jubeln.
Also wenn Du die geplante Windkraftanlage bei Scherrmannsöd meinst, da gibt es enorme Widerstände aus der Gemeinde und Anwohnern. Was aber auch erwähnt wurde, die Windeffizienz ist hier am unteren Ende wo ein Wirtschaftlicher Betrieb möglich ist. Messungen haben ergeben dass eine Ausreichende Windgeschwindigkeit nur an 1600 Stunden im Jahr erreicht wird. Bei 8760 Stunden was ein Jahr hat nicht wirklich brauchbar. Genau das macht die Windkraft im Südlichen Bayern zur teuersten Energie, also wohl das beste Argument so etwas hier nicht zu bauen, da es nur eine Geldverbrennungsanlage ist.
Franz: „Wir müssen beim Klimaschutz endlich ins Handeln kommen!“
Brigitte: „Sehe ich genauso. Aber bitte kein Windrad vor meinem Haus – das macht doch den WLAN-Empfang nervös.“
Franz: „Dann bauen wir Stromtrassen von Nord nach Süd.“
Brigitte: „Und was ist mit den Vögeln, den Eidechsen und meinem schönen Ausblick?“
Franz: „Mehr Solaranlagen?“
Brigitte: „Blendet.“
Franz: „Tempo 30 innerorts und 100 auf Autobahnen?“
Brigitte: „Dann brauche ich ja zwei Minuten länger zum Bäcker.“
Franz: „Autofreie Innenstädte?“
Brigitte: „Wie soll ich denn dann direkt vor der Boutique parken?“
Franz: „Und die Eislaufbahn am Christkindlmarkt?“
Brigitte: „Die muss natürlich bleiben – Tradition ist schließlich auch nachhaltig.“
Franz: „Also… was genau wäre dein Vorschlag?“
Brigitte: „Ganz einfach: Klimaschutz muss endlich konsequent umgesetzt werden. Aber bitte ausschließlich dort, wo ich ihn weder sehe noch höre noch merke.“
Vielen Dank für diesen Text. Wenn er nicht so bitterböse die Realität in Deutschland widerspiegeln würde, wäre er fast zum Lachen.