Stadtrat stimmt Entwurf zur Umsetzungsstrategie zu
Nach der Beratung des Zielszenarios der kommunalen Wärmeplanung in der letzten Stadtratssitzung (wir berichteten), wurde nun die Umsetzungsstrategie durch das Planungsbüro Steinbacher Consult ausgearbeitet. Diese Strategie soll als Leitfaden für die Wärmewende in der Stadt Wasserburg in den kommenden Jahren, zumindest bis zur Fortschreibung der Wärmeplanung in fünf Jahren, dienen und mit spezifischen Maßnahmen das Erreichen einer aus ausschließlich erneuerbaren Energien oder aus unvermeidbarer Abwärme gespeisten Wärmeversorgung sicherstellen.
Bürgermeister Michael Kölbl sprach von einer „sportlichen Herausforderung“, die man aber meistern könne. Wichtig sei es, die Bürger mitzunehmen.
Klimaschutzmanager Dr. Johannes Stapf erläuterte die Strategie. Diese umfasse eine detaillierte Analyse des ausgewiesenen Wärmeschutzgebietes in zwei Fokusgebieten für eine erste energetische und wirtschaftliche Bewertung der Sinnhaftigkeit eines Wärmenetzgroßvorhabens. Darüber hinaus gebe es einen Maßnahmenkatalog, der die Bereiche der Sanierung und Energiesuffizienz, der Kommunikation und Information, der Überwachung, Optimierung und Anpassung umfasse sowie die Förderung und den allgemeinen Ausbau der Fernwärme in Wasserburg anrege. Eine Verstetigungs- und Kommunikationsstrategie mit Erläuterung der Zuständigkeiten und Einflussmöglichkeiten in Verwaltung, Politik und Gesellschaft sowie ein Controlling-Konzept zur Überwachung des Transformationsprozesses sei ebenfalls Teil der Strategie.
Simon Markgraf von Steinbacher Consult stellte die Umsetzungsmaßnahmen vor. Hierzu zählen die Sanierung privater und kommunaler Gebäude sowie die Umstellung öffentlicher Gebäude auf erneuerbare Energien. Wichtig sei sowohl die Kommunikation der Ergebnisse an die relevanten Akteure als auch ein Informationsangebot für die Bürger zu schaffen. Kontinuierlich neu bewertet werden müsse die Versorgungslage mit Wasserstoff und Gasnetzumstellung. Wichtig sei außerdem die Förderung des Entwicklungspotentials des Bestandwärmenetztes in Reitmehring. Eine Machbarkeitsstudie sowie die Vorbereitung und Begleitung des Ausbaus der Fernwärme stehen ebenfalls im Maßnahmenkatalog.
Bürgermeister Michael Kölbl informierte, dass die Stadt Wasserburg mit dem Beschluss des Maßnahmenkatalogs keine Verpflichtung eingehe, eine bestimmte Wärmeversorgungsart tatsächlich bereitzustellen. Für die tatsächliche Umsetzung der Maßnahmen seien separate und konkrete Umsetzungs- und Maßnahmenbeschlüsse erforderlich.
Der Stadtrat stimmte dem Entwurf zur Umsetzungsstrategie einstimmig zu.
TANJA GEIDOBLER
Schaufenster


Die vorgestellte Wärmeplanung sieht den Aufbau eines Nahwärmenetzes für den größten Teil des Stadtgebiets vor. Damit wären die meisten Wasserburger Hauseigentümer von der Aufgabe befreit, sich selbst um eine klimaneutrale Heizung zu kümmern. Wie in vielen Städten mit eigenen Stadtwerken schon lange der Fall, könnten auch die Wasserburger Stadtwerke das Nahwärmenetz im Rahmen der Daseinsvorsorge betreiben.
Ob es in Wasserburg dazu kommt, ist fraglich. Der Aufbau eines Nahwärmenetzes in der Altstadt lehnte unser Stadtrat ja bereits einmal ab. Und einige Wortmeldungen in der Stadtratssitzung offenbarten eine verstörende Unkenntnis bei diesem wichtigen Thema. Einstimmig beschlossen hat der Stadtrat vorgestern übrigens, in den nächsten Jahren keine nennenswerten Summen in eine Nahwärmeversorgung zu investieren.
Die letzte Stadtratssitzung erscheint mir dieser Abend immer mehr als Faschings Veranstaltung.
Erst wird dem scheidenden BGM von allen Fraktionen mit Weihrauch gehuldigt, weil er dem Nachfolger eine prall gefüllte Schatztruhe hinterlässt. Obwohl der präsentierte, mittelfristige Finanzplan schon eine tiefrote Zukunft ( nicht nur politisch)
erwarten lässt .
Bei etwas genauerem Hinsehen erscheint das ganze aber dann doch eher als großer Investitions- und Wartungsstau zugunsten eines dicken Bankkontos.
Dann kommt ein Bericht über das neue Feuerwehr Haus, für 17 Mio – Zuschuss + Grundstückskosten und nicht unwesentlichen laufenden Kosten. Wenn dann wer fragt, warum das so teuer sein muss, kann er sich selbst hier in den Kommentaren gleich mal einen Rüffel holen.
Da möchte ich dann doch noch mal erwähnen, es ist nicht „euer“ Geld, sondern das der (netto) Steuerzahlern und die dürfen diese. Frage immer stellen.
Leider sind im Stadtrat nicht mehr viele davon und im nächsten wird das wohl nicht besser werden.
Und nun noch als größter Schenkelklopfer, Fernwärme für die Altstadt. Physikalische Betrachtungen kommen in dem Bericht nicht vor, warum auch, es ist ja eine sportliche Aufgabe.
Wahrscheinlich Hackschnitzel, oder doch PV, vielleicht ne große Wärmepumpe, oder doch Geothermie, oder n bisschen was von all dem. Ach ja, das könnte den mittelfristigen Finanzbedarf der Kommune auch noch betreffen; ach ne, das machen ja die Stadtwerke.