... oder wenn ein „Eisbären“-Goalie alles hält, was es zu halten gibt gegen den EHC

… dass in der Eishockey-Bayernliga jeder jeden schlagen kann, ist eine oft bemühte Aussage. Dass diese Floskel der Wahrheit entspricht, zeigten die Löwen – zum Unglück des mitgereisten Fanbusses – am gestrigen Sonntagabend gegen den ESV Burgau.

Woran es lag, ist aus der Außenperspektive schnell auszumachen. Was der EHC Waldkraiburg bereits über lange Phasen gegen Schongau zeigte, setzte sich in der Eishalle Burgau fort. Streckenweise wirkten die Löwen lustlos und überfordert von einer Burgauer Mannschaft, die sich bereits am Freitag zuvor mit einem Auswärtssieg in Buchloe eine ordentliche Motivationsspritze abgeholt hatte.

Zudem reaktivierten die „Eisbären“ unlängst ihren ehemaligen Torhüter Philipp Schnierstein – und dieser hielt an diesem Abend alles, was es zu halten gab.

Dabei starteten die Löwen eigentlich gut in den ersten Durchgang. Bereits nach wenigen Sekunden gab es die ersten Schüsse auf das Burgauer Tor. Dieses Anfangstempo konnte der EHC auch eine ganze Weile aufrechterhalten. Etwa fünf Minuten dauerte es, bis Burgau den ersten Schuss auf das Löwen-Tor abgab – gehalten von Max Englbrecht, der an diesem Abend das Tor der Waldkraiburger hütete. In der sechsten Minute ergab sich dann die erste Großchance für die Löwen. Andris Džeriņš wurde von Leon Decker bedient, scheiterte jedoch an Schnierstein.

Im Anschluss kamen die Gastgeber besser ins Spiel und schnürten Waldkraiburg streckenweise im eigenen Drittel ein. Weniger die Verteidigung als vielmehr Max Englbrecht hielt die Löwen in dieser Phase im Spiel. In der zwölften Minute fehlte den Waldkraiburgern dann die Übersicht über eine abgelaufene Strafe von Sven Gäbelein. Nachdem die Löwen in dieser Überzahl keinen Treffer erzielen konnten, schlich sich Gäbelein von der Strafbank an die blaue Linie, erhielt den Pass, fuhr alleine auf Max Englbrecht zu und verwandelte den Alleingang zum 1:0.

Zwar hatten die Löwen im weiteren Verlauf des Drittels noch einige gute Chancen – unter anderem durch Vogl und Šrámek –doch blieb es beim 1:0-Zwischenstand.

In ähnlicher Art und Weise gestaltete sich auch der zweite Durchgang. Beim EHC Waldkraiburg lief selten etwas zusammen, und wenn doch, blockierte ein Burgauer Schläger, ein Schienbein oder in letzter Konsequenz Torhüter Schnierstein die Angriffsbemühungen der Löwen. Auch Max Englbrecht durfte sich im Tor der Gäste mehrfach auszeichnen. Gerade als sich die ersten Fans bereits aufmachten, um sich den zweiten Pausentee zu holen, tat sich dann doch noch etwas auf der Anzeigetafel. Nach einem Schuss von Džeriņš setzte Nico Vogl entschlossen nach und erzielte den 1:1-Anschlusstreffer.

Sichtlich motivierter wirkten die Waldkraiburger Löwen nach diesem Treffer jedoch nicht. Wo normalerweise ein Ruck durch die Mannschaft geht, und man beginnt, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, hielten die Löwen an ihrer bisherigen Spielweise fest. Möglicherweise wurde der Gegner aufgrund seiner schlechten Statistiken und des letzten Tabellenplatzes unterschätzt. Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen, waren durchaus vorhanden: Alleingänge durch Vogl und Džeriņš sowie weitere gute Chancen durch Šrámek waren nur einige davon. Doch Schnierstein stand im Tor wie eine Wand.

In der 51. Minute fand Burgau schließlich erneut den Weg ins Waldkraiburger Tor. Nico Miedl hieß der Torschütze, der von der linken Seite mit einem harmlos aussehenden Kullerschuss traf. Englbrecht sah in dieser Situation zwar unglücklich aus, doch durch den starken Verkehr vor seinem Tor fehlte ihm auch die nötige Sicht, um hier entscheidend eingreifen zu können.

Rund zwei Minuten vor dem Ende zogen die Löwen dann noch ihren besten Mann vom Eis, um mit einem sechsten Feldspieler den Ausgleich zu erzwingen. Nachdem der EHC Waldkraiburg gleich dreimal Glück hatte, dass der Puck nicht ins leere Tor rutschte, gelang es dennoch nicht mehr, die Partie auszugleichen.

Dass diese Niederlage nicht ganz spurlos an der Mannschaft vorbeiging, zeigte sich nach dem Abpfiff an Jakub Šrámek. Der Angreifer zerschlug sein Spielgerät am Torpfosten – das Feuer ist also noch da. Und genau das macht Hoffnung für die verbleibenden vier Spiele.

AHA

Foto: Yasmin Neumann

ESV Burgau 2000 – EHC Waldkraiburg 2:1 (1:0, 0:1, 1:0).

Tor: Maximilian Englbrecht (#45), Tobias Sickinger (#32);

Verteidigung: Rene Mertz (#5), Thomas Rott (#20), Tim Ludwig (#23), Martin Kokeš (#50), Korbinian Faltermaier (#53), Max Cejka (#81);

Angriff: Anthony Dillmann (#11), Jakub Šrámek (#13), Santeri Ovaska (#18), Andris Džeriņš (#25), Leon Decker (#34), Leander Ruß (#63), Florian Maierhofer (#74), Nico Vogl (#88), Patrick Zimmermann (#98);

Tore: 1:0 (12.) Gäbelein (Söldner, Malysjev); 1:1 (40.) Vogl (Džeriņš, Šrámek); 2:1 (51.) Miedl (Petzold, Söldner);

Zuschauer: 769,

Strafen: Burgau 8 – Waldkraiburg 8.

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