Morgen heißt der Gegner der Eishockey-Löwen vom EHC: Die „Miners“ aus Peißenberg

Einzug in die Play-Offs oder der bittere Gang in die Abstiegsrunde? In der Eishockey-Bayernliga beginnt für die Löwen des EHC Waldkraiburg das Zittern bereits eine Woche früher, als man es sich vor der Saison gewünscht hätte: Nämlich morgen.

Aufgrund des erreichten achten Tabellenplatzes nach der Hauptrunde geht es für die Mannschaft von Trainer Jürgen Lederer nicht direkt in die Play-off-Runde, die in der kommenden Woche startet, sondern zunächst in die Pre-Play-Offs.

In dieser Runde spielen die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn untereinander aus, welche zwei Mannschaften den Sprung in die Play-Offs schaffen und welche beiden den bitteren Gang in die Abstiegsrunde antreten müssen. Der Gegner der Löwen in dieser entscheidenden Phase: Die „Miners“ aus Peißenberg.

Das erste Spiel der Best-of-three-Serie findet aufgrund des Heimrechts in Waldkraiburg statt und startet am morgigen Freitag um 19 Uhr in der Raiffeisen-Arena. Spiel zwei folgt am kommenden Sonntag in Peißenberg. Sollte die Serie nach diesen beiden Partien noch nicht entschieden sein, kommt es am nächsten Dienstag, 3. Februar, ebenfalls um 19 Uhr zum alles entscheidenden Showdown in Waldkraiburg.

Langjährige Fans des EHC aus der Waldstadt verbinden mit dieser Paarung zweifellos zwei sehr intensive Emotionen. Am 10. März 2020 trafen diese beiden Teams zuletzt auch in den Pre-Play-Offs aufeinander. In jener Best-of-Three-Serie schoss Josef „Beppi“ Straka die Löwen um 22.10 Uhr in der Overtime des dritten Spiels zum Sieg. Unvergessen bleibt nicht nur dieses entscheidende Tor, sondern auch Strakas Kniefall im Anschluss – ein Moment purer Erleichterung und grenzenloser Freude über den Einzug in die Endrunde. Nur einen Tag später folgte jedoch der erste Corona-Lockdown und der Beginn eines langen, für viele Menschen einschneidenden Leidenswegs, ganz gleich ob Eishockeyfan oder nicht.

Was sich in diesem Jahr zumindest nicht abzeichnet, ist ein erneuter Lockdown – das ist die erste gute Nachricht. Was sich hingegen sehr wohl abzeichnet, ist eine Serie voller Spannung, Intensität und Emotionen zwischen zwei Mannschaften, die sich tabellarisch auf Augenhöhe begegnen und die sich auf dem Eis nichts schenken werden. Das ist die zweite, sportlich äußerst reizvolle Nachricht.

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit lässt vermuten, dass Peißenberg aktuell sogar etwas stärker einzuschätzen ist als die Waldkraiburger Löwen. Seit dem 15. Spieltag, an dem das Team aus dem Landkreis Weilheim-Schongau noch auf dem 13. Tabellenplatz rangierte, ging es für die „Miners“ langsam, aber kontinuierlich bergauf. Am Ende belohnten sie sich mit einem Sieg gegen die starken Schweinfurter am letzten Spieltag und schoben sich noch auf Platz neun vor – und zogen damit das Los Waldkraiburg. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass Stimmung, Selbstvertrauen und Motivation beim Gegner derzeit auf einem sehr guten Niveau sind.

Nach Punkten haben die Löwen in dieser Saison dennoch leicht die Nase vorn. Im ersten Aufeinandertreffen ließen sie den „Miners“ in Peißenberg beim 7:3-Erfolg keine Chance. Im Rückspiel in Waldkraiburg allerdings revanchierten sich die Gäste und sicherten sich den Sieg im Penaltyschießen, während sich Waldkraiburg mit einem Punkt begnügen musste. Die beiden auffälligsten Akteure im Trikot der Miners stammen aus den USA und heißen Ryan Murphy (59 Punkte, 20 Tore, 39 Assists) sowie Weiland Parrish (50 Punkte, 28 Tore, 22 Assists) – Zahlen, die in der Bayernliga zweifellos herausragen. Ebenfalls im Kader der Peißenberger steht mit Dejan Vogl der drittbeste interne Scorer, der – wie sein Namensvetter Nico Vogl in Waldkraiburg – sehr genau weiß, wo das Tor steht.

Auf Seiten der Löwen ruhen die offensiven Hoffnungen vor allem auf Nico Vogl (63 Punkte), Jakub Šrámek (55 Punkte) und Andris Džeriņš (52 Punkte). Auf diese drei Leistungsträger, aber ebenso auf den restlichen Kader, wird es an den kommenden maximal drei Spieltagen entscheidend ankommen. Trainer Jürgen Lederer äußerte nach dem Sieg in Buchloe auf der Pressekonferenz die Hoffnung auf Rückkehrer in die Mannschaft – ein leidiges Thema, das sich seit Dezember wie ein roter Faden durch die Saison zieht.

Die Fans der Löwen hoffen jedoch auf mehr als nur personelle Entlastung. Ganz oben auf der Wunschliste steht – fett und gedanklich unterstrichen – die Rückkehr zu mehr Konstanz. Saubere Pässe, weniger unnötige Puckverluste sowie 60 Minuten Konzentration, Disziplin und Feuer auf dem Eis von allen Akteuren. Genau diese Faktoren waren es, die den Löwen in dieser Saison immer wieder Punkte gekostet haben, wenn sie nicht konsequent umgesetzt wurden.

Gelingt es Waldkraiburg jedoch, dieses Rezept umzusetzen, ist Peißenberg zweifellos schlagbar. Und dann könnte es für die Löwen – fünf Jahre nach dem legendären Overtime-Tor von „Beppi“ Straka – erneut zu einem ganz besonderen „Märchen“ gegen die Miners kommen.  

AHA

Foto: Yasmin Neumann

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