Tradition des Neujahrsempfangs wurde wieder aufgenommen 

Die Malteser haben am vergangenen Donnerstagabend nach längerer Pause wieder zum traditionellen Jahresempfang ins Malteserhaus geladen – ein Abend des Dankes, der beeindruckenden Einblicke in die vielfältige Arbeit des vergangenen Jahres und des Austausches.

Die Stadt- und Kreisbeauftragte Stephanie Freifrau von Freyberg, der stellvertretende Beauftragte Manfred Gebert sowie Stadt- und Kreisgeschäftsführer Ernst Schütz begrüßten die zahlreichen Gäste, darunter Daniel Artmann, zweiter Bürgermeister der Stadt Rosenheim, weitere Vertreter von Politik, Feuerwehr, Polizei, THW, BRK, Johannitern, Caritas sowie der Malteser Diözesanebene aus München.

Thomas Haas, Leiter Einsatzdienste der Malteser Bayern und Geschäftsführer des BayZBE (Bayerisches Zentrums für besondere Einsatzlagen), machte in seinem eindrucksvollen Impuls deutlich, wie entscheidend Resilienz im modernen Bevölkerungsschutz geworden ist – in einer Zeit geprägt von geopolitischen Veränderungen, hybriden Bedrohungen und Naturkatastrophen. Besonders hob er den Wert von ausreichend engagierten Ehrenamtlichen hervor, ohne die in Krisenmomenten Sicherheit und Hilfe nicht möglich sein werden.

Der anschließende Jahresrückblick zeigte eindrucksvoll, wie breit die Malteser in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgestellt sind und wie viel Gutes sie bewirken.

Zu den ehrenamtlichen Diensten zählt der Besuchsdienst. 17 Ehrenamtliche besuchten ältere Menschen in Heimen und zuhause und bringen Abwechslung in den Alltag. Einige begleiteten erneut mobilitätseingeschränkte Pilger auf der jährlichen überregionalen Malteser Wallfahrt nach Altötting. Und mit der dritten Wunschbaumaktion konnten sie über 400 Weihnachtswünsche von bedürftigen Menschen in der Region erfüllen.

Das Team des Herzenswunsch-Krankenwagens ermöglichtes schwerstkranken Menschen, letzte Wünsche zu realisieren – darunter Fahrten an den Ammersee und Starnberger See, meist gemeinsam mit den dankbaren Familien. Dieses wertvolle Angebot überzeugte auch die „Willinger Dirndl“, die 5.000 Euro spendeten.

Im Integrationsdienst schaffen Deutsch- und EDV-Kursen eine Grundlage für bessere Teilhabe. Dafür engagierten sich acht Dozenten und unterrichteten 135 Geflüchtete.

Größter Dienst im Ehrenamt ist der Katastrophenschutz: Mit beeindruckenden 16.000 Stunden leisteten die 68 Helferinnen und Helfer einen zentralen Beitrag zur Sicherheit im Landkreis. Sie rückten 26-mal aus – zu Bränden, Verkehrsunfällen und MANV-Lagen – und bildeten sich umfassend fort.

Auch im Sanitätsdienst waren sie präsent und investierten bei 57 Sanitätsdiensten 2.423 Stunden ihrer Freizeit – von Sportveranstaltungen, vor allem bei den Starbulls Rosenheim, bis hin zum Sommerfestival, mit 96 Hilfeleistungen an sieben Tagen.

Die Gruppe der Realistischen Unfalldarstellung leistete 340 Stunden, um für verschiedene Übungen und Prüfungen der Feuerwehr durch Schminke und passendes Verhalten der Mimen realitätsnahe Bedingungen zu ermöglichen.

Die Betreuung und Verpflegung war unter anderem beim Landestag der Verkehrssicherheit und beim Blaulichttag in Vogtareuth im Einsatz, um die Beteiligten mit Essen zu versorgen.

Die Motorradstaffel, deren Mitglieder im Einsatzfall als sogenannte „Kradmelder” fungieren, leisteten 1.689 Stunden bei Sanitätsdiensten sowie auf den Autobahnen im Landkreis, wo sie von April bis Oktober an den verkehrsreichen Wochenenden im Einsatz sind. Außerdem beteiligten sie sich an Weihnachtsaktionen zugunsten bedürftiger Menschen.

Darüber hinaus trainierten alle Einheiten im gemeinsamen Übungsdienst die Zusammenarbeit bei Übungen mit komplexen Szenarien und absolvierten einen Geländefahrtag und weitere Schulungen.

Auch im Hauptamt wurde im vergangenen Jahr Beeindruckendes geleistet, wie Schütz zeigte. Im Rahmen der Erste-Hilfe-Ausbildung wurden in 198 Kursen knapp 3.000 Teilnehmende geschult. Ergänzend zu den Standardkursen gab es Kindernotfallkurse, Kurse für Senioren sowie erstmals einen Kurs mit Gebärdendolmetscher. Seit vielen Jahren werden zudem Schülerinnen und Schüler der FOS-BOS Rosenheim auf ihr Pflegepraktikum vorbereitet. Im Hausnotruf vertrauen inzwischen etwa 1.300 Kunden auf die Malteser. Ein 12-köpfiges Team leistet den Bereitschaftsdienst rund um die Uhr und absolvierte im vergangenen Jahr etwa 1.000 Einsätze. Dazu kommt die Nacht- und Wochenendnotfallpflege in Kooperation mit karitativen und christlichen Pflegediensten über den sogenannten Pflegenotruf.

Weitere soziale Dienste ergänzen das Angebot: der Menüservice im Inntal, die Mahlzeiten-Patenschaften für ältere Menschen mit geringem Einkommen, die Alltagsbegleitung zur Betreuung und Aktivierung von pflegebedürftigen Menschen sowie die Schul- und Individualbegleitung von Kindern und Jugendlichen mit Handicap.

Größter Dienst im Hauptamt ist weiterhin der Fahrdienst: Mit 195 Mitarbeitenden und 179 Fahrzeugen wurden 2025 über 13 Millionen Kilometer zurückgelegt – und damit täglich Menschen mit Beeinträchtigungen sicher befördert. Neben individuellen Fahrten mit medizinischem oder Freizeitcharakter stellt die Beförderung von 750 Kindern und Jugendlichen zu sieben Einrichtungen im Landkreis den bedeutendsten Anteil dar.

Auch der Rettungsdienst ist weiter gewachsen: Über 8.000 Einsätze wurden von den Standorten Rosenheim und Griesstätt aus absolviert. Dabei legten 75 Mitarbeitende mit zwei Rettungswagen und drei Krankenwagen 217.887 Kilometer zurück, um Menschen in Notlagen zu helfen. Seit November neu im Einsatz ist das gemeinsam mit dem BRK betriebene Rettungseinsatzfahrzeug (REF).

Von Messen über Blaulichttage bis hin zur berührenden Nikolausaktion im Caritas Kinderdorf Irschenberg – die Malteser waren oft präsent. Auch die christliche Ausrichtung der Malteser prägte das Jahr: Die Fahnenabordnung nahm an mehreren kirchlichen Festen in der Stadt teil und im Juli wurde Prodekan Fabian Orsetti zum neuen Gliederungsseelsorger ernannt.

Ehrenamtliche Einsatzkräfte sind oft auf die Unterstützung ihrer Arbeitgeber angewiesen, unter anderem bei Alarmierungen während der Arbeitszeit. Deswegen wurden zu Beginn des Jahres die Firmen Bott und Alpenhain mit der Malteser Dankplakette ausgezeichnet. Am Jahresende dagegen ehrten die Malteser im Rahmen der Weihnachtsfeier zahlreiche langjährig engagierte Ehren- und Hauptamtliche aus den eigenen Reihen.

„Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, wie vielfältig und wirkungsvoll die Arbeit der Malteser in Rosenheim ist. Ob im Besuchsdienst, im Katastrophenschutz, in der Ausbildung, im Rettungsdienst oder im sozialen Bereich – überall engagieren sich Menschen, die mit Kompetenz und Herz für andere da sind. Dieses breite Spektrum wäre ohne unser starkes Miteinander aus Ehrenamt, Hauptamt und verlässlichen Partnern nicht möglich. Darauf können wir als Region stolz sein,“ so Schütz.

Abschließend bedankte sich Schütz im Namen der gesamten Leitung bei ehren- und hauptamtlichen Maltesern, Ehepartnern und Angehörigen, Unterstützern und Spendern und wünschte den Gästen ein friedvolles, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Der Dank ging auch an „d’Innspuiration“, ein junges dreiköpfigen Instrumentalensemble aus dem Inntal, für die musikalische Begleitung.

Nach dem offiziellen Teil gab es ein reichhaltiges kaltes Buffet, das von den Ehrenamtlichen der Verpflegungsgruppe liebevoll vorbereitet worden war, und genügend Gelegenheit zum angeregten Austausch.

Bild: Raab/Malteser

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