Betriebe melden seit Jahresbeginn weniger Stellenangebote

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent leicht höher als im Vormonat Juli und auch als im August 2022 mit je 2,6 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt aktuell 4.079. Hier sind 2.209 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 177 mehr als im Vormonat.
Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.870 arbeitslose SGB II -Kunden, 95 mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter aktuell 3.748 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.898 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Sommerpause“ auf dem Arbeitsmarkt: „Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen hat sich im ganzen Agenturbezirk Rosenheim in den vergangenen Wochen leicht um 680 auf 8.840 Personen erhöht. Diese Entwicklung ist üblich für den Urlaubsmonat August und unter anderem darauf zurückzuführen,
dass viele Personen, die die Entscheidung über Neueinstellungen treffen, in Urlaub sind und sie diese deshalb auf die Zeit danach verschieben werden.

So haben sich im August mehr Menschen (2.830) neu oder erneut bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern gemeldet, als sich Personen wegen Arbeitsaufnahme oder aus sonstigen Gründen abgemeldet haben“, sagt Fabian Wilhelm, Geschäftsführer operativ und stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim.

Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent gestiegen (Vorjahresmonat: 2,7 Prozent).

Als weiteren Grund für die Erhöhung der Arbeitslosigkeit nennt Wilhelm, dass sich – wie schon im Juli – junge Frauen und Männer, die die Ausbildung oder die Schule abgeschlossen haben, bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter gemeldet haben.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen hat sich bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen weiter um 320 auf 1.100 erhöht. „Viele der jungen Menschen haben uns bereits signalisiert, dass sie schon eine Arbeitsstelle in Aussicht haben oder ab Herbst eine weiterführende Schule oder eine Hochschule besuchen werden, so dass sie voraussichtlich nur kurz arbeitslos sein werden“, so Fabian Wilhelm.

„Es gibt aber auch einige frisch ausgebildete Fachkräfte, die noch nach einem Arbeitsplatz suchen. Ich möchte an die Unternehmen appellieren, diesen jungen Menschen eine Chance zu geben. Routiniertes und neues Personal ergänzen sich gut. So kann eine neue positive Dynamik entstehen.“

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt sagt der Geschäftsführer operativ weiter: „Auch wenn die Zahl der gemeldeten Stellenangebote mit 5.130 weiterhin hoch ist, und unter anderem in den Berufsgruppen Medizinische Gesundheitsberufe wie Pflege (360), Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau (270), Maschinen- und Fahrzeugtechnik (310) und Mechatronik-, Energie- und Elektro (260) weiterhin viele Stellenangebote registriert sind, hinterlassen die großen Herausforderungen, die die aktuelle Situation mit sich bringt, auch auf unserem Arbeitsmarkt Spuren: Die Betriebe haben uns seit Jahresbeginn weniger Stellenangebote (-1.440) gemeldet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist höher als vor einem Jahr (+570).“

Er wendet sich an die Arbeitgeber: „Kommen Sie auf uns zu und informieren Sie sich über die vielen Unterstützungsmöglichkeiten, die wir anbieten, damit Arbeitsverhältnisse fortgesetzt werden und Neue entstehen können. Eine Qualifizierung direkt am Arbeitsplatz bis zum Berufsabschluss, in der
Sie Ihre Mitarbeitenden in Zeiten der Künstlichen Intelligenz, der Digitalisierung und der Automatisierung weiterbilden können, damit Sie sich gemeinsam richtig für die Zukunft aufstellen, ist ebenso möglich wie „Probearbeit“, bei der Sie und die Bewerber testen können, ob Sie zueinander passen.

Auch ein „Eingliederungszuschuss“ für die Zeit der Einarbeitung ist möglich.

Kontaktieren Sie Ihren Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice direkt oder rufen Sie die Kollegen unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 an“, so Wilhelm.

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt

Der stellvertretende Leiter der Berufsberatung, Bruno Baumann, erklärt mit Blick auf den Ausbildungsmarkt zum Ausbildungsbeginn ab morgen:

„Im September starten viele junge Menschen mit ihrer Berufsausbildung. Die Jugendlichen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, möchte ich ermutigen nicht aufzugeben und uns Berufsberaterinnen und Berufsberater am besten gleich unter der Rufnummer 08031/202-
222 anzurufen.

Es ist noch nicht zu spät, um einen Ausbildungsplatz zu finden.

Zum Stichtag am 14. August waren bei uns noch 1.450 zu besetzende Ausbildungsplätze mit Starttermin im September gemeldet. Wir helfen gerne dabei die richtige Stelle zu finden und unterstützen bei der Bewerbung.“

Viele Angebote sind beispielsweise noch für Kaufleute Einzelhandel (161) und für Verkäufer (123) sowie für Zahnmedizinische (55) und Medizinische Fachangestellte (37) oder für Kaufleute Büromanagement (44), Köche (42) und Kfz-Mechatroniker-Pkw-Technik (41) gemeldet.

Baumann weiß, dass Bewerber und Stellenangebot so kurz vor Ausbildungsbeginn oft nicht zu 100 Prozent zusammenpassen. Er appelliert an die jungen Menschen, die noch nach einem Ausbildungsplatz für heuer suchen: „Seid bei der Berufs- und Betriebswahl und beim Arbeitsweg flexibel. Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr das passende Angebot findet, denn die international anerkannte, duale Ausbildung in Deutschland bietet die ideale Grundlage für die berufliche Karriere mit attraktiven Qualifizierungsmöglichkeiten im Anschluss, wie der Aufnahme eines Studiums oder die Weiterbildung zur Meisterin, zum
Techniker oder zur Betriebswirtin.“

Abschließend wendet er sich an die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und sagt: „Geben Sie auch Bewerbern eine Chance, die in der Schule keine Überflieger waren oder ein Studium begonnen und nicht beendet haben oder die aus anderen Gründen keinen lückenlosen Lebenslauf haben. Häufig entwickeln sich
diese jungen Menschen im Betrieb sehr positiv. Unser Arbeitgeberservice informiert Sie gerne zu Fragen bei der Suche nach Auszubildenden und/oder Unterstützungsmöglichkeiten.“

Der Einstieg in eine Ausbildung ist in der Regel noch bis Dezember möglich.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim

➢ Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent
(Vormonat: 4,4 Prozent; August 2022: 4,4 Prozent). Derzeit sind 1.711
Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-KundInnen, die durch die Agentur für
Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Zahl der arbeitslos
gemeldeten Menschen um 68 auf 777.

Für 934 arbeitslose SGB II-KundInnen, 29
mehr als im Juli, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut
das Jobcenter 2.199 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.703 sogenannten
Bedarfsgemeinschaften leben.

➢ Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im August eine
Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent auf (Vormonat: 1,9 Prozent; August 2022: 2,3
Prozent). Das entspricht 1.561 beschäftigungslosen Bürger. Davon sind
882 Männer und Frauen, 139 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz
und Wolfratshausen gemeldet.

679 Betroffene, 35 mehr als im Juli, sind beim
Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das
Jobcenter 2.257 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.731 sogenannten
Bedarfsgemeinschaften leben.

➢ Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.486 Bürger*Innen arbeitslos gemeldet,
was einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent entspricht (Vormonat: 2,4 Prozent;
August 2022: 2,1 Prozent). Davon sind 832 arbeitslose Männer und Frauen bei der
Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 49 mehr als im Vormonat. Für die
Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfänger nach dem SGB II ist der
Landkreis Miesbach als zugelassener kommunaler Träger (optierende Kommune)
zuständig.

Beim Jobcenter sind 654 Menschen arbeitslos gemeldet, 83 mehr als im
Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.319 erwerbsfähige Leistungsberechtigte,
die in 1.096 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.