Beim Bayernliga-Heimspiel am Freitag Fokus auf Dankbarkeit und Anerkennung

Das kommende Eishockey-Wochenende wird für den EHC Waldkraiburg erneut ein besonderes: Am Freitag steht ab 19 Uhr die Heimpartie gegen die „Mammuts“ der EA Schongau auf dem Programm, ehe die Löwen am Sonntag die Reise ins schwäbische Burgau antreten, wo sie ab 18.30 Uhr bei den dort ansässigen „Eisbären“ gefordert sind.

Vor allem das Freitags-Spiel soll dabei weit über den sportlichen Rahmen hinausgehen. 

Der EHC Waldkraiburg richtet erneut seinen „Blaulichttag“ aus – einen Spieltag, der ganz im Zeichen der Einsatzkräfte der Region steht. Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizei und das THW wurden im Vorfeld vom Verein eingeladen und dürfen die Partie kostenlos verfolgen. Mit dieser Geste möchte der EHC auch in diesem Jahr bewusst ein Zeichen setzen und den Fokus auf Dankbarkeit und Anerkennung lenken – als Gegenpol zu den zuletzt immer häufiger werdenden Anfeindungen gegenüber Helferinnen und Helfern im Alltag.

Sportlich wartet mit der EA Schongau ein Gegner, der mitten im Kampf um die Pre-Play-Off-Plätze steckt. Die „Mammuts“ rangieren aktuell auf Platz zwölf der Bayernliga-Tabelle und benötigen in den verbleibenden sechs Spieltagen voraussichtlich noch fünf Punkte, um den Sprung in die nächste Runde zu schaffen. Ein Ziel, das leichter klingt als es ist – zumal auch der EHC Waldkraiburg dringend Zähler braucht, um sich selbst einen sicheren Platz in den K.o.-Runden zu sichern. Die Voraussetzungen für eine intensive und umkämpfte Partie sind damit gegeben.

Das Hinspiel im vergangenen November verlief aus Waldkraiburger Sicht allerdings deutlich. Mit einem klaren 5:1-Erfolg nahmen die Löwen alle drei Punkte aus Schongau mit. Zweimal Vogl, zweimal Džeriņš und einmal Ovaska sorgten damals für klare Verhältnisse. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Schongau verfügt über individuell gefährliche Akteure. Allen voran die beiden Importspieler Raivo Freidenfelds (32 Punkte) und Lukas Skvarek (29 Punkte) zählen zu den konstanten Leistungsträgern und sind jederzeit für Tore gut. Auf Rang fünf der internen Scorerliste findet sich weiterhin Kurt Sonne, der seit Mitte November verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz kommt. Sein Ersatz Grayden Gottschalk konnte diese Lücke mit bislang zwölf Punkten aus neun Spielen jedoch durchaus ordentlich schließen.

Am Sonntag geht es für die Löwen dann ins rund zwei Stunden entfernte Burgau – an einen Ort, der für den EHC Waldkraiburg positive Erinnerungen bereithält. Dort feierte man einst den direkten Wiederaufstieg von der Landesliga zurück in die Bayernliga. Auch diesmal möchte das Team von Cheftrainer Jürgen Lederer Punkte mitnehmen. Die „Eisbären“ aus dem Landkreis Günzburg befinden sich nach ihrem Aufstieg aus der Landesliga mitten in der sprichwörtlichen „harten Schule“ der Bayernliga. Der Leistungsunterschied zwischen beiden Ligen wird in dieser Saison deutlich sichtbar: Bereits achtmal mussten die Burgauer zweistellige Niederlagen hinnehmen, nach 24 Spieltagen stehen lediglich neun Punkte zu Buche.

Trotzdem wäre es ein Fehler, die Schwaben zu unterschätzen. Genau das haben sie am 28. Dezember eindrucksvoll bewiesen, als sie ihr Derby gegen Ulm mit 4:1 für sich entschieden und damit zeigten, dass sie durchaus in der Lage sind, auch höher platzierte Teams zu ärgern. Das Hinspiel in Waldkraiburg ging mit 11:2 zwar sehr deutlich an die Löwen, doch Jürgen Lederer wünscht sich diesmal kein ähnliches Ergebnis, sondern vielmehr eine weiterhin konzentrierte und stabile Defensivleistung – so wie sie seine Mannschaft zuletzt mehrfach gezeigt hat.

Personell bleibt die Lage beim EHC Waldkraiburg jedoch angespannt. Zahlreiche Krankheitsfälle zwangen die Löwen in den vergangenen Wochen dazu, sprichwörtlich „auf der letzten Rille“ zu laufen. Zwar konnten dennoch zwei enorm wichtige Siege eingefahren werden, doch die Belastung zehrt an den Kräften – Kräfte, die spätestens in der weiterhin angestrebten Play-off-Runde dringend benötigt werden.

Ein Besuch am kommenden Freitag in der Raiffeisen-Arena lohnt sich somit in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur sportlich dürfte einiges geboten sein, auch der Blaulichttag selbst setzt ein wichtiges Zeichen. Denn die Einsatzkräfte der Region verdienen diese Form der Wertschätzung – nicht nur an diesem Abend, sondern weit darüber hinaus.

AHA

Foto: Yasmin Neumann

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