EHC Waldkraiburg schlägt Schweinfurt mit 3:1

Dass die Waldkraiburger Löwen in der aktuellen Eishockey-Bayernliga-Saison noch einmal ein Sechs-Punkte-Wochenende erleben würden, darauf konnte man als Fan durchaus hoffen. Dass es jedoch ausgerechnet jenes Wochenende werden würde, an dem man auf den Tabellenführer aus Schweinfurt trifft, damit dürfte wohl niemand gerechnet haben. Dennoch starteten die Löwen optimal in das Jahr 2026 – mit einem Auswärtssieg in Amberg (wie berichtet) und einem viel umjubelten Sensationssieg gegen die „Mighty Dogs“ aus Schweinfurt. Dabei stand auch in dieser Partie einmal mehr die neu gewonnene defensive Effizienz der Löwen im Vordergrund, gepaart mit einem überragenden Torhüter Tobias Sickinger.

In der Anfangsphase der Begegnung wollten die Gäste aus Unterfranken gleich unter Beweis stellen, warum sie an der Tabellenspitze stehen. Mit der Empfehlung von 138 erzielten Toren reisten die „Mighty Dogs“ nach Waldkraiburg und waren fest entschlossen, diese Statistik weiter auszubauen. Doch nachdem der EHC Waldkraiburg die ersten sechs Minuten souverän verteidigte, ergab sich für die Hausherren die erste größere Möglichkeit. Aus einem Konter heraus jagte Jakub Šrámek in Richtung Schweinfurter Gehäuse, spielte den Pass auf seinen Kapitän – ein Spielzug, den man offenbar schon häufig im Training geübt hatte – und Nico Vogl ließ sich nicht zweimal bitten. Aus kürzester Distanz brachte er den Puck zur viel umjubelten Führung im Tor unter.

Dieser Treffer wirkte sichtlich befreiend auf die Löwen, und von nun an gestaltete sich das Spiel auch optisch ausgeglichener. Nach rund zehn Minuten ergab sich die nächste Kontermöglichkeit für die Waldstädter. Erneut war es das Duo Šrámek/Vogl, diesmal jedoch mit vertauschten Rollen. Vogl fungierte als Vorlagengeber, Šrámek nahm die Scheibe an der blauen Linie auf, umkurvte von links kommend einen Verteidiger und schloss eiskalt halbhoch ins lange Eck zum 2:0 ab. Auch in der Folge erspielte sich der EHC Waldkraiburg weitere gute Chancen. In der 12. Minute etwa erhielt Leon Decker, der am Freitag noch krankheitsbedingt gefehlt hatte, mutterseelenallein vor Schweinfurts Torhüter Roßberg den Puck. Sein Abschluss aus zentraler Position wurde jedoch vom Gäste-Schlussmann pariert. Fünf Minuten vor der ersten Pause folgte schließlich der nächste Treffer für die Löwen. Ein Anspiel vor dem eigenen Tor gewann Nico Vogl, der sofort den Weg in Richtung Gästetor suchte. Mit einem präzisen, langen Chip-Pass von Martin Kokeš bedient, startete der Kapitän durch und jagte das Spielgerät so passgenau ins linke Kreuzeck, dass für Torhüter Roßberg keinerlei Abwehrchance bestand.

Mit dieser komfortablen 3:0-Führung im Rücken gingen die Löwen in den zweiten Spielabschnitt. Was Gäste-Trainer Sergej Waßmüller seiner Mannschaft in der Kabine mit auf den Weg gab, ist nicht überliefert, doch es muss eine intensive Ansprache gewesen sein. Schweinfurt nutzte die ersten Minuten des Mittelabschnitts, um die Löwen tief in deren eigenes Drittel zu drücken und auf den Anschlusstreffer zu drängen. Waldkraiburg hielt jedoch mit einer weitgehend fehlerlosen Defensivarbeit dagegen – ein Punkt, den Trainer Jürgen Lederer nach der Partie mehrfach hervorhob. Wenn es spielerisch einmal nicht zu lösen war, schmiss sich jeder Akteur kompromisslos in Schüsse oder Passwege und unterband die Angriffsbemühungen der Gäste mit großem Einsatz. In der 31. Minute funktionierte dieses Bollwerk jedoch einmal nicht. Tomas Cermak, seines Zeichens Topscorer der Eishockey-Bayernliga, kam auf der rechten Seite an den Puck, nahm Maß und fand die kleine Lücke zwischen Torhüter Sickinger und dem Verteidiger, um den verdienten Anschlusstreffer zu erzielen.

In der Folge entwickelte sich das Spiel für den EHC Waldkraiburg zunehmend zu einer Abwehrschlacht. Auch im dritten Durchgang hielten die Löwen sprichwörtlich jedes verfügbare Körperteil in die Schüsse der Gäste und überzeugten zudem mit viel Übersicht und Disziplin in der Defensive. Schweinfurt, die ihren Torhüter erst spät zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen, gelang kein weiterer Treffer mehr. Gleichzeitig schien auch Waldkraiburg mit dem 3:1 gut leben zu können und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit.
Erwähnenswert ist zudem die Bilanz von Nico Vogl an diesem Wochenende. An jedem Treffer der Löwen war der Kapitän direkt beteiligt: dreimal als Torschütze, fünfmal als Vorlagengeber – ein Führungsspieler, der mit Leistung und Einsatz vorangeht.

Am kommenden Wochenende empfangen die Löwen am Freitag die EA Schongau. Dieses Spiel wird ein ganz besonderes, denn es wird als sogenannter „Blaulichttag“ ausgetragen. Das bedeutet, dass der EHC Waldkraiburg – wie bereits in der Vergangenheit – Blaulichtorganisationen aus der gesamten Region ins Stadion einlädt, um das Freitagsspiel kostenlos verfolgen zu können. Ein kleiner, aber bewusster Beitrag, um all jenen zu danken, die sich tagtäglich für das Wohl der Menschen einsetzen und dafür in diesen Zeiten leider immer häufiger Beschimpfungen oder sogar Gewalt erfahren.

AHA

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