Was wird aus dem Burkhardt-Gelände?

Seit eineinhalb Jahren Leerstand - Wohnbebauung an erster Stelle - Derzeit Untersuchungen

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Es riecht immer noch essigsauer. Auch eineinhalb Jahre nach dem Auszug des Wasserburger Traditionsunternehmens Burkhardt sind die Jahrzehnte der Essigproduktion am alten Standort am Holzhofweg in Wasserburg nicht einfach verduftet. Allerdings: Die alten Gebäude versprühen mehr und mehr morbiden Charme. Nur zaghaft rollte die eine oder andere Baumaschine desinteressiert an ihnen vorbei. Letztmals öffentlich befasste sich der Wasserburger Stadtrat im Dezember 2018 mit dem Areal. Wir haben mal bei der Stadt nachgefragt, was sich beim „Burkhardt” eigentlich tut …

Erst am 11. Juli habe sich der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung mit dem Projekt befasst, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings war die Sitzung nicht öffentlich. Ohne große Geheimnisse aus dieser Beratung zu verraten, fasste Bürgermeister Michael Kölbl heute auf Anfrage der Wasserburger Stimme den Sachstand zusammen: „Die Abbrucharbeiten werden voraussichtlich im Jahr 2020 beginnen. Zwischenzeitlich wurden die Anlagen näher untersucht. Auch die Stabilität der Hangflächen musste erkundet werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fließen in die Ausschreibungsunterlagen für die Abbrucharbeiten ein.”

Doch vor dem Abriss wird das Gelände noch einer sinnvollen Nutzung zugeführt. Kölbl: „Wir sind dabei, das Schöpfwerk der Stadt, das direkt ans Firmengelände angrenzt, zu erweitern. Die ehemaligen Firmengebäude werden bei der Baustelleneinrichtung als Lagerflächen genutzt, was uns sehr entgegenkommt.”

Mit der Erweiterung des Schöpfwerks (Foto, hinten rechts), das im Hochwasserfall für die Altstadt lebensnotwendig ist, wird voraussichtlich noch 2019 begonnen.

In der Zwischenzeit werde man sich Gedanken über eine weitere Nutzung des ehemaligen Burkhardt-Areals machen. Der Bürgermeister: „Die Verwaltung wurde vom Haupt- und Finanzausschuss beauftragt, Vorschläge für die künftige, bauliche Nutzung des ehemaligen Firmengeländes zu erarbeiten und einen Zeitplan zum weiteren Vorgehen zu erstellen. Die Abstimmung mit dem Stadtbauamt ist im Herbst 2020 vorgesehen.”

So viel sei aber heute schon klar: „Bei den weiteren Planungen hat eine wohnbauliche Nutzung Vorrang.” Dabei müsste in alle Überlegungen mit einbezogen werden, dass Erbbaurechte an den Grundstücken durch die Heiliggeist-Spitalstiftung Wasserburg bestünden.

Kölbl abschließend: „Ich gehe davon aus, dass sich das Projekt über mehrere Jahre hinziehen wird. Bei den Grundstücken handelt es sich um die letzten wesentlichen Entwicklungsflächen im Bereich der westlichen Halbinsel der Stadt. Aus diesem Grund soll die Bauleitplanung mit entsprechender Sorgfalt und mit ausreichendem Zeitfenster vorangetrieben werden.”

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