Im Namen der Natur

Weniger ist mehr: Der Inndamm wird aus ökologischen Gründen nur einmal jährlich gemäht

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Auf den ersten Blick schaut der Inndamm mit dem Skulpturenweg – in den Augen so manches Spaziergängers – zur Zeit vielleicht etwas ungepflegt und verwildert aus. Entsprechend erreichen die Stadt Wasserburg zuletzt auch wieder vermehrt Hinweise, dass dort dringend gemäht werden sollte, heißt es aus dem Rathaus. Diese Thematik ist nicht neu. Denn wie in jedem Jahr wird der Damm auch heuer nur einmal komplett gemäht. Und das hat vor allen Dingen ökologische Gründe.

Auch wenn viele Pflanzen inzwischen verblüht sind, waren bis zuletzt immer noch größere Blühinseln in den Grasflächen zu sehen, wo Bienen und zahlreiche Insekten Nektar finden konnten. Aber längst nicht nur Blüten bilden eine lebenswichtige Nahrungsgrundlage. Viele Vögel und Insekten ernähren sich auch von den Samen oder von der Blattmasse der Pflanzen. Einige Arten sind dabei sogar auf ganz bestimmte Arten angewiesen.

So bietet beispielsweise die von Menschen meist verachtete Brennnessel den Raupen von über 30 Schmetterlingsarten eine Nahrungsgrundlage. Auch für zahlreiche Käfer-, Wildbienen-, Heuschrecken und Säugetierarten sind Wiesenflächen wertvoller Lebensraum.

Deshalb wird bereits seit Bestehen des Inndamms vom Wasserwirtschaftsamt und der Stadt der Ansatz verfolgt, den Damm und den Uferbereich des Inns in einem möglichst natürlichen Zustand zu belassen.

Schon lange bevor der Artenschutz über ein Volksbegehren eingefordert wurde, ist hier Umweltschutz aktiv praktiziert worden – auch wenn dies vielleicht nicht immer den ästhetischen Ansprüchen aller Menschen genügen mag.

Die Mäharbeiten beginnen in Kürze und sollen wie in jedem Jahr bis Mitte August abgeschlossen werden. Normalerweise wird zu diesem Zeitpunkt traditionell das Inndammfest gefeiert, das heuer leider nicht stattfinden kann.

Quelle: Stadt Wasserburg

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2 Kommentare zu “Im Namen der Natur

  1. Grundsätzlich eine gute Sache. Nur eine Anregung hätte ich noch: vielleicht könnte man einen Teil der Gräser und Kräuter dort wo sie nicht stören für diejenigen Schmetterlinge stehen lassen, die sich an Halmen verpuppen. Leider helfen diesen die Blumen nicht, wenn sie anschließend beim Mähen gehäckselt werden.

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    1. Helmuth Meixner

      Weniger war IMMER schon mehr, was diese Mäherein betrifft.
      Merkwürdig, warum die “ökologischen Erkenntnisse” jetzt erst bemerkt werden. Spaziert man die Inn-Dämme entlang, sieht es oft aus wie geschleckt. Fast wie auf Zierrasen.
      Ramadama wie in den heute üblichen Hausgärten. Oft fehlen nur noch Plastikfiguren aus China. Bunte Natur-Bilder von Tieren und Pflanzen sind schon aufgestellt.

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