Abitur-Zeugnisse im Wasserburger Rathaussaal überreicht - Viel Wehmut schwang mit

In eleganten, ausschließlich bodenlangen Kleidern oder in schicken Anzügen – zwischen Freude über den Abschluss und Melancholie des Abschieds: Das Foto zeigt die Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg gestern bei ihrer großen Feier im Rathaussaal. Sie haben es geschafft. Ihr Abi ist durch. Und für immer vorbei ist sie – die Schulzeit: 83 junge Frauen und junge Männer erhielten gestern ihr Abitur-Zeugnis 2026 feierlich von Schulleiterin Tanja Oberhofer (Foto unten) überreicht. Der erste G9-Jahrgang nach vielen Jahren G8-Schulzeiten und nach einem Jahr kompletter Abi-Pause 2025 …

Bei der Zeugnisverleihung im Rathaussaal bekam jede Abiturientin und jeder Abiturient zudem von zwei Kindern aus den fünften Klassen eine Rose überreicht … und als Spende des Elternbeirates und der Luitpoldiana-Schulförderer gab’s außerdem noch eigens zur Erinnerung einen Wasserburg-Druck vom Künstler Willy Reichert. Seit vielen Jahren eine schöne Geste …

Die Wünsche in den Festansprachen für die 48 jungen Frauen und 35 jungen Männer waren im Tenor gleich – und berührend: Dass die jungen Leute zumindest einen Teil der geschlossenen Freundschaften weiter pflegen mögen, dass sie einen Studiengang – einen Beruf finden mögen, der Freude bereitet und erfüllt. Und dass sie Partner, Freunde und Familie haben mögen, die sie begleiten und in schwierigen Situationen Kraft geben. Und vor allem, dass sie kritische Denker bleiben mögen in einer sich stark verändernden Welt.

Es sei ihr eine Freude gewesen, sie – die Abiturienten 2026 – auf ihrem Weg ein Stück begleitet zu haben, sagte Direktorin Tanja Oberhofer. Ihr Dank galt den Eltern, die wie Felsen in der Brandung gewesen seien und nicht zuletzt galt ein großer Dank dem Lehrerkollegium. Unglaubliche 40 Prozent der Abiturienten 2026 haben eine Eins vor dem Komma in ihrem Abschluss … Wir berichteten bereits über die so zahlreichen 1,0-Absolventen heuer in Wasserburg.

Mögen alle Wasserburger Abiturienten ihre Empathie nicht verlieren und mögen sie stets die Künstliche Intelligenz – die die Schule so verändert habe in so kurzer Zeit – stets kritisch hinterfragen. Als echte Menschen – so die Direktorin in ihrer Festansprache abschließend.

Viel Applaus auch für sie und ihre Liedauswahl: Theresa Hubmann (Bild unten), die couragiert solo sang mit Klavier-Begleitung von Nick Thornton. „Champagne Supernova“ erklang ebenso wie „Don’t look back in anger“ – beide Songs von „Oasis“. 

Als stellvertretender Landrat trat einer ans Mikro, der vor genau zwölf Jahren selbst erst als Abiturient auf dieser Bühne im Wasserburger Rathaussaal stand: Matthias Eggerl aus Rott (Foto unten). Der junge, erfolgreiche Politiker erinnerte nicht nur an die Bayerische Verfassung und ihre Werte, die sie vermittle – gerade in diesen nicht einfachen Zeiten. Sich einsetzen für die Demokratie, Verantwortung übernehmen. Eggerl sagte den Abiturienten auch, dass nun der Sommer ihres Lebens vor ihnen läge, wie er aus eigener Erfahrung sagen könne. Genießt ihn“, schickte er lächelnd mit auf den Weg …

„Haut rein – eine schöne Party euch allen“: Wasserburgs Bürgermeister Bastian Wernthaler (Foto unten) hatte ebenfalls die allerbesten Wünsche für die jungen Leute dabei. Auch er sprach die so veränderte (Schul-)Zeit an – mit der Künstlichen Intelligenz, die mehr und mehr im Alltag Platz nehme. Und auch ihm war das kritische Denken, das Hinterfragen von Quellen einer KI ein großes Anliegen in seiner Ansprache zum Zukunftsweg der Abiturienten. Er wünschte zudem Gelassenheit – auch in der Frage der Berufswahl: Die Stadt suche aktuell junge Leute für ein Soziales Jahr, man könne sich gleich an diesem Abend noch bei ihm melden, sagte Wernthaler mit einem Schmunzeln …

Zum Foto oben:

Auch sie interpretierte begeisternd – und vielsagend zum Anlass – den Song „I’m still standing“ von „Elton John“: Lorena Reiserer,

Begleitet am Piano von Nick Thornton und am Schlagzeug von Lennard Weppner.

Markus Schwalb (Foto unten) sprach als Vorsitzender des Elternbeirates des Gymnasiums: Er stellte die unscharfen Konturen eines Lebensplanes in den Mittelpunkt seiner Rede – anlehnend an den Kunstdruck von Willy Reichert, der als Geschenk an die Abiturienten übergeben wurde. Auch hier sei das Faszinierende das Unpräzise, die Freiheit der Auslegung, der Interpretation. Ganz in diesem Sinne wünschte er den jungen Leute eine gute Zukunft – mit schönen Erinnerungen an ihre Zeit am Gymnasium und an Wasserburg im Herzen.

Und Dr. Ursula Winkler-Budenhofer (Foto unten) erinnerte als Vorsitzende der Luitpoldiana Studiengemeinschaft daran  – die so großartigen Leistungen der Wasserburger Abiturienten 2026 im Blick … dass es die „Exzellenz in der beruflichen Bildung“ brauche in der Welt – weg vom Mittelmaß. Kreative Köpfe – Innovation – seien in Zeiten wie diesen mehr denn je gefragt.

Besonders starken Applaus erhielt am Ende er: Samuel Schatz, der für die Abiturienten ans Mikro trat und den wir bereits als 1,0-Absolvent vorgestellt haben. Er begann mit „die gute Nachricht zuerst – die Rente ist sicher.“ Was schon für den ersten Lacher im Saal sorgte.

Mit viel Humor blickte er zurück auf die gemeinsame Schulzeit – auf schlaflose Nächte und schlafintensive Schulpausen – nach dem Motto „wir sind nicht älter geworden, sondern müder“. Er blickte auf Corona-Erinnerungen oder die Sorge vor dem Exen-Koffer auf dem Lehrer-Pult –  auf gutes Krisenmanagement, wenn es um Schularbeiten ging, aber auch auf die Melancholie am Beckenrand im Bad daheim mit schwerem Kopf in später Nacht, wenn klar wurde, dass sie nun vorbei sei – die Schulzeit. Und so fehlte auch das nicht: Sein abschließender Dank an die Lehrer im Namen aller Wasserburger Abiturienten 2026 …

Auch Oberstufenkoordinator Manfred Koplinger gratulierte recht herzlich – hier im Bild oben rechts mit Abiturient Simon Merkl aus Edling.

Am Ende überwog vor allem eines: Die Zuversicht – auch im Erhalt von geknüpften Freundschaften – gepaart mit den besten Wünschen an alle für die Zukunft.

Da passte dann dieses Lied ganz am Ende der Feier, das schon der letzte G8-Jahrgang vor zwei Jahren gewählt hatte: „Ein Hoch auf uns.“ Auf dieses Leben. Auf den Moment, der immer bleibt …

RD

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