Dazu viel Alkohol und Drogen am Steuer und viel Ablenkung durch Handys: Polizei in Sorge

Zusätzlich sind im Bereich der Landkreise Starnberg, Erding und München sowie der Landeshauptstadt München knapp 60 Autobahnkilometer als Übertragungsbereich zu betreuen. Insgesamt summiert sich das Straßennetz auf eine Länge von rund 16.400 km.
1.304.345 Kraftfahrzeuge waren zum Stichtag 1. Januar 2025 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zugelassen. Dies entspricht einer Zunahme von 1,1 Prozent oder 14.488 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr.
Gesamtentwicklung
- Mit insgesamt 37.020 Verkehrsunfällen ist 2025 eine Zunahme um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festzustellen.
- Während bei Verkehrsunfällen mit Sachschaden ein Rückgang zu verzeichnen war, haben Verkehrsunfälle mit Personenschaden einen leichten Anstieg zu verzeichnen.
- Mit 69 Verkehrstoten kamen 2025 im Straßenverkehr elfMenschen weniger ums Leben als im Vorjahr.
- Überhöhte sowie nicht angepasste Geschwindigkeit ist für fast ein Viertel der Verkehrsunfalltoten ursächlich.
- Die Zahl der getöteten Senioren als Fahrzeugführer ist gestiegen.
- Auch Motorradfahrer zählen zur Hauptrisikogruppe. Zwölf Motorradfahrer starben auf den Straßen im Präsidialbereich, sieben weniger als im Jahr davor.
Auf den Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ergab sich bei der Gesamtunfallentwicklung ein Anstieg um 1,4 Prozent von 36.502 auf 37.020 Unfälle.
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Sachschaden/Anzeige verringerte sich leicht (von 10.552 auf 10.381).
Die Anzahl der sogenannten Kleinunfälle stieg dagegen an (von 20.051 auf 20.687 Unfälle oder 3,17 %). Bei den Kleinunfällen sind 7.339 Wildunfälle enthalten (Vorjahr 6.812; +7,73 Prozent).
Die Unfallfluchten verringerten sich um 2,73 Prozent auf 7.516 Unfälle.
Michael Siefener, Polizeivizepräsident (Foto) dazu:
„69 Menschen verloren im vergangenen Jahr 2025 bei Verkehrsunfällen im südlichen Oberbayern ihr Leben. Das ist zwar ein Rückgang um elf Unfalltote und der niedrigste Stand in den vergangenen fünf Jahren. Das sind aber immer noch 69 Verkehrstote zu viel.
Dazu kommen mehr als 7.500 Menschen, die auf unseren Straßen im vergangenen Jahr zum Teil schwer verletzt wurden. Dahinter stecken unermessliches Leid und die Erkenntnis, dass viele vor allem schwere Verkehrsunfälle sich vermeiden ließen, wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten würden.
Daher werden wir uns weiterhin hochengagiert dafür einsetzen, dass der Straßenverkehr noch sicherer wird. Besonders in den Blick nehmen wir Landstraßen, da gerade dort häufig schwere Verkehrsunfälle passieren. Sorgen bereiten uns auch die Unfallentwicklungen bei Senioren sowie Rad- und Pedelec-Fahrern.
Gerade zu schnelles Fahren ist eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. 16 Menschen verloren 2025 im südlichen Oberbayern ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Das ist fast jeder vierte Verkehrstote gewesen. Dazu kommen Alkohol und Drogen am Steuer oder auch Ablenkung durch Smartphones und Co.. Wo die Einsicht fehlt, werden wir dieses Jahr konsequente Kontrollen durchführen müssen, beispielsweise auch mit moderner Messtechnik für Geschwindigkeit und Abstand. Dazu gehört beispielsweise ein Blitzmarathon, der bayernweit für Mitte April terminiert ist. Auch hier werden wir wieder Tage vorher alle Messstellen veröffentlichen.
Wir setzen zudem gezielt Spezialisten ein wie die Ermittlungsgruppe „Autoposer“ sowie unsere „Kontrollgruppe Motorrad“. Darüber hinaus werden wir bei Unfallbrennpunkten die zuständigen Behörden beraten, wenn es zum Beispiel um bauliche Verbesserungen geht.
Unser Appell, damit Sie alle gesund nach Hause kommen: Unterschätzen Sie bitte die Gefahren im Straßenverkehr nicht. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall verletzt oder gar getötet zu werden, nehmen viel zu viele nicht offenbar nicht ernst genug. Daher: Bitte immer an die Verkehrsregeln halten, vorsichtig fahren und gegenseitig Rücksicht nehmen!“
Hauptunfallursachen
Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielte überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit die größte Rolle. 16 Personen verloren im Straßenverkehr ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Raser waren zudem für 1.373 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich.
Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer waren 608 Unfälle zu verzeichnen (+6,47 %). Die Alkoholbeeinflussung gehört auch nach wie vor zu den Hauptursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder Getöteten. 3 Personen starben und 334 erlitten Verletzungen, weil betrunkene Fahrer am Steuer saßen.
Hauptrisikogruppen
Die Zahl der getöteten Radfahrer ist von zwölf auf 16 gestiegen, die Zahl der verletzten Radfahrer auf 2.392 (+6,08 Prozent). Die Anzahl der Radfahrer als Unfallbeteiligte erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr erneut (2.756 oder +7,26 %).
Deutlich gestiegen ist in diesem Bereich ist die Zahl von beteiligten E-Bikes (von 742 auf 896 – plus 20,75 Prozent) und der bei Unfällen mit Pedelecs verletzten Personen (von 768 auf 932; +21,35 %). Die Zahl der Getöteten stieg auf acht.
Bei der Beteiligung von Fußgängern an Verkehrsunfällen war eine Abnahme von 494 auf 456 (bzw. -7,07 %) und es wurden weniger Personen verletzt (Rückgang um 1,89 % von 370 auf 363), dabei erlitten vier Fußgänger tödliche Verletzungen (2024: 10).
Zu den Hauptrisikogruppen zählen auch Motorradfahrer. 1.011 Biker waren in einen Verkehrsunfall verwickelt (Vorjahr 1.071, -5,6 %). Dabei wurden 830 Fahrer bzw. Mitfahrer verletzt (-6,85 %). Getötet wurden hier 12 Personen (Vorjahr 19). Hauptunfallursache in diesem Bereich ist nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit.
Die Zahl der Schulwegunfälle ist auf 56 im Vergleich zum Vorjahr (59) leicht gefallen. Die Anzahl der dabei verletzten Schüler fiel von 64 auf 56. Auf dem Schulweg ist im letzten Jahr kein Kind tödlich verunglückt.
Bei den unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) stellt die Polizei eine negative Entwicklung bei der Gesamtunfallzahl (4.538 Unfälle; Vorjahr 4.331 Unfälle) sowie den verletzten Senioren fest (1.346 Verletzte, Vorjahr 1.276 Verletzte). Gleichzeitig ist die Zahl der getöteten Senioren von 36 auf 35 gefallen.
Bei der Risiko-Zielgruppe der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) ist die Gesamtunfallzahl (2.890 Unfälle; Vorjahr 2.998) und die Anzahl der Verletzten (801 Verletzte; Vorjahr 833) gefallen – insgesamt fünf Personen dieser Zielgruppe verloren dabei ihr Leben.
Alkohol und Drogen im Straßenverkehr
Alkohol- und Drogeneinfluss sind nach wie vor Ursachen für viele, insbesondere schwere Verkehrsunfälle. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden daher von den Dienststellen im Jahr 2025 zahlreiche Alkohol- und Drogenkontrollen durchgeführt, bei denen 1.674 (Vorjahr 1.598) Fahrten unter Alkoholeinfluss sowie 947 (Vorjahr 889) Fahrten unter Drogeneinfluss entweder als Straftat der Staatsanwaltschaft vorgelegt und im Falle einer Ordnungswidrigkeit entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet wurden.
Verkehrssicherheitsarbeit
In Anlehnung an das durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration initiierte Verkehrssicherheitsprogramm 2030 „Bayern mobil – Sicher ans Ziel“ wird das Polizeipräsidium Oberbayern Süd stets daran arbeiten, die Verkehrssicherheit noch weiter zu erhöhen, die Zahl der Getöteten und Verletzten so weit wie möglich zu reduzieren sowie besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer besser zu schützen.
Die polizeilichen Schwerpunkte liegen daher auch künftig in den Bereichen Verkehrsprävention (z.B. Seniorenkurse, Verkehrsunterrichte, Motorradpräventionsveranstaltungen) und Verkehrs-Überwachung (Beteiligung an europäischen und bundesweiten Kontrollaktionen sowie eigene Kontrollen und Schwerpunkte).
Schaufenster


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