Aktionswoche der Arbeitsagentur

Umschulung lohnt sich - Die Erfolgsgeschichte von Tobias S.

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Tobias S_kRosenheim – „Ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann. Ich war frustriert, denn ohne abgeschlossene Berufsausbildung landete ich immer wieder in der Arbeitslosigkeit. Meine Lehre als Kfz-Mechaniker hatte ich ohne Abschluss für mich ad acta gelegt. Anschließend arbeitete ich – zum Teil über Zeitarbeitsfirmen – in diversen Jobs als Auslieferungsfahrer, Lager- und Transportarbeiter und Helfer im Metallbau,“ so Tobias S. Der junge Mann schildert weiter seine berufliche Situation: „Erst sah ich nur das schnell verdiente Geld, aber nach fast sieben Jahren mit diesem Auf und Ab von befristeter Beschäftigung und Zeiten ohne Arbeit reifte in mir der Entschluss: Ich will und muss diesen Teufelskreis durchbrechen. Dafür gab es nur ein Ziel, noch einmal durchstarten und eine Ausbildung machen.“

„Denn mir war in der Zwischenzeit klar geworden, dass meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser sind, wenn ich eine abgeschlossene Berufsausbildung habe. Meine zuständige Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit Rosenheim hat mir Mut gemacht und einen Bildungsgutschein für eine schulische Umschulung bei einem Bildungsträger ausgehändigt. Ich freute mich sehr über diese zweite Chance.“ „Was mich aber noch mehr freut, der ganze Einsatz – sich hinsetzen und mit über 20 Jahren noch einmal von vorne anfangen und lernen hat sich gelohnt. Ich habe nun, seit ich meinen Gesellenbrief in der Tasche habe, eine Festanstellung bei der esmo AG in Rosenheim als CNC-Fräser. Die Arbeit und das betrieblich Umfeld gefallen mir und ich habe ein gesichertes Einkommen.“

Andreas Rothstein, Leiter Finanzen und Personal der esmo AG, fügt hinzu, dass es aktuell für Firmen in unserer Region sehr schwierig sei qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Aus diesem Grund sei man bei der esmo AG immer daran interessiert neue Wege bei der Personalrekrutierung und Qualifizierung zu gehen. Neben der Unterstützung solcher Umschulungsmaßnahmen werden zum Beispiel jährlich drei bis vier Jugendliche zum Industriemechaniker ausgebildet oder man unterstützt Mitarbeiter bei der berufsbegleitenden Weiterbildung beispielsweise zum geprüften Industriefachwirt. Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim zur Umschulung von Tobias S: „Deutschlandweit läuft gerade die Kampagne der Bundesagentur für Arbeit zur Erstausbildung junger Erwachsener. Mit einer speziellen Aktionswoche unter dem Motto „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“, wollen wir positive Beispiele an die Medien geben, die andere ermutigen sollen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. Junge Menschen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, sind immer wieder von Arbeitslosigkeit betroffen. Wir wollen sie ermutigen, sich beraten zu lassen und alle Chancen zu nutzen, um einen Berufsabschluss, auch in höherem Alter zu erlangen.“

Ergänzende Fakten: Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss profitieren nicht vom steigendem Fachkräftebedarf. Auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich für die kommenden Jahre ab, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal weiter steigen wird. Nach Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden besonders gut ausgebildete Kräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung gefragt sein. Gleichzeitig sinkt der Bedarf im Bereich der einfachen Tätigkeiten weiter. Damit besteht die Gefahr einer Spaltung des Arbeitsmarkts mit ungedeckten Fachkräftebedarfen bei den mittleren und höheren Qualifikationen auf der einen Seite und einer weiteren Verschlechterung der Erwerbschancen bei den Menschen ohne Berufsabschluss. Bereits heute hat dieser Personenkreis ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, und insgesamt deutlich instabilere Beschäftigungsverhältnisse.

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