Berger Friedhof wird jeden Tag gepflegt

Caritas-Reha-Zentrum kümmert sich liebevoll um das fast unbekannte Kleinod

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Friedhof Berg 1Schnaitsee – „Ein Ort des Innehaltens und ein Ort, um zur Ruhe zu kommen, ein Ort des Gedenkens und der Gedanken – einfach ein wunderbarer Ort ist da hier“, sagen die Besucher des Friedhofs in Berg in der Pfarrei Schnaitsee. Und trotzdem ist diese vorbildlich gepflegte Stelle in der Gemeinde fast unbekannt. Gerade unter diesem Aspekt verdient es höchste Anerkennung, dass sich die Bewohner des Caritas-Rehabilitationszentrums St. Nikolaus fürsorglich um die Erhaltung kümmern.

 

Noch vor eineinhalb Jahrzehnten war der kleine Friedhof ein verwilderter Garten, aber seit 1999 die Caritas das gegenüberliegende Nikolausheim als Rehazentrum belegt hat, wurde daraus wieder eine Oase der Stille und Ruhe.

Und so hat sich auch eine bewegte Vergangenheit zum Guten hingewendet. Im Zweiten Weltkrieg herrschten schlimme Zustände. Am 4. November 1940 wurden 20, der damals betreuten 35 behinderten Pfleglinge zur Tötung im Rahmen des „Euthanasie-Programms“ über Gabersee nach Hartheim bei Linz abtransportiert. In der Folge wurde das Heim mit deutschstämmigen Umsiedlern aus Bessarabien, dem heutigen Moldawien belegt. Dann wurde Berg zu einem Ferienheim für Kinder aus dem Ruhrgebiet im Rahmen der „Kinderlandverschickung“.

1943 kamen 70 Patienten aus Eglfing-Haar nach Berg. Im Januar 1946 kehrten die Patienten nach Haar zurück und das Heim wurde wieder an die Stiftung Ecksberg übergeben, die behinderte Menschen dort unterbringt. Zur gleichen Zeit wird der benannte Friedehof angelegt. (Quelle: Heimatbuch Schnaitsee)

Als erste Person wurde am 28. März Anna Galle beerdigt. Rund 50 Gräber folgten bis am 12. Januar 1978 Martha Budzek als letzte ihre Ruhestätte in Berg fand. Interessant ist, dass bis 1968 auf jedem der Gräber die Konfession mit k für katholisch oder e für evangelisch angeführt wurde. Auch zwei Priester fanden in diesem Kleinod ihre letzte Ruhestätte.

Am 14. Juli starb der Pfarrer Alois Mörner, der 1882 in Bernau geboren war und am 3. Februar 1963 verstarb H.H Jubilar Johann Neumair, gebürtig in Altomünster und Pfarrer in Oberornau. Beide waren als Kommoranten in Berg tätig. Kommoranten sind Priester, die an einem Ort ohne die Ausübung der Seelsorge ansässig sind. „Vita mutatur non tollitur – Unser Leben wird gewandelt, nicht genommen“, heißt es auf den beiden Grabsteinen.

Das Caritas-Rehazentrum hat sich der Bewahrung dieser Stätte angenommen. Mindestens drei Bewohner sind jeden Tag mit Arbeiten auf dem kleinen Friedhof beschäftigt und jeder Besucher ist nicht nur gern gesehen, sondern kann sich auch ein Bild von den Pflegemaßnahmen machen.

 

Foto: Vorbildlich gepflegt ist der kleine Friedhof bei Berg in der Pfarrei Schnaitsee. Er wurde vom Caritqas-Rehazentrum- St. Nikolaus zu einem wunderbaren Ort der Ruhe und der Besinnung gewandelt.

 

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