„Sie schauen nicht weg – danke dafür!“

Sozialministerin Kerstin Schreyer beeindruckt von der Arbeit der Stiftung Attl

image_pdfimage_print

Was tun mit den Menschen mit Behinderung, die außerdem noch ein ausgeprägtes psychiatrisches Krankheitsbild mit selbst- und fremdgefährdendem Verhalten aufweisen? Es gibt nur wenige Einrichtungen in ganz Deutschland, die langfristige Konzepte für diese Klientel entwickelt haben. Eine davon ist die Stiftung Attl bei Wasserburg. Einer Einladung der Vorstände Franz Hartl und Jonas Glonnegger war jetzt die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer,  gefolgt.

Zusammen mit Stiftungsrat und Ministerialdirigent Burkard Rappl sowie Referatsleiter und Ministerialrat Oliver Bloeck besichtigte Kerstin Schreyer den Umbau für zwei neue Wohngruppen, die in diesem Jahr aufgrund eines akuten Bedarfs entstanden sind.

Acht Menschen wohnen bereits hier, ab Mitte August kommen noch einmal sechs Personen hinzu, für die keine anderen Konzepte greifen –  wenn auch vorerst befristet.

Das Haus ist nur als Übergangslösung für die kommenden zwei bis drei Jahre angelegt. „Vor allem das neue Bundesteilhabegesetz wird uns bei den Intensivwohngruppen vor große finanzielle Herausforderungen stellen“, mahnte Jonas Glonnegger mit Blick auf die Zukunft.

Er appellierte an die Ministerin, diese Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. „Eine Unterbringung in einer Einrichtung mit hoher Fachkompetenz ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch sinnvoller für diese Menschen, als ein Platz in der Psychiatrie als letzter Ausweg.“

Wohnbereichsleiterin Petra Hageneder erklärte der Ministerin während des Rundgangs die besonderen Herausforderungen einer Intensivwohngruppe. Sie verdeutlichte, wie wichtig fachliche Qualifikation und Engagement, aber auch eine besondere Ausstattung und spezielle Hilfsmittel sind.

Sie arbeiten an einer Stelle, an der die Gesellschaft gern wegschaut. Sie kümmern sich um Menschen mit schweren Beeinträchtigungen und psychiatrischer Diagnose, die selbst- und/oder fremdgefährdend sind. Dafür danke ich Ihnen von Herzen – Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten jeden Tag Großartiges“, sagte eine sichtlich beeindruckte Sozialministerin Kerstin Schreyer nach ihrem Besuch.

In der Stiftung Attl sind insgesamt neun Intensivwohngruppen untergebracht, die 72 Plätze anbieten.

Seit 20 Jahren ist die Einrichtung in diesem Bereich tätig. In dieser Zeit hat sie eigene Konzepte und Strukturen erarbeitet, um diese Menschen zur Ruhe kommen zu lassen und ihnen schrittweise ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen.

Unser Foto zeigt Sozialministerin Kerstin Schreyer (rechts) mit Vorstand Jonas Glonnegger (links), der Leiterin Intensivwohnen Petra Hageneder sowie Vorstand Franz Hartl.

Foto: Stiftung Attl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren