Immer mehr leere Schaufenster

Zahl der geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte in der Altstadt derzeit rekordverdächtig hoch

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Die Stadt ist voll. Voller Menschen. Viele Wasserburger verbringen heuer ihren Urlaub zuhause. Aus bekannten Gründen. Dazu kommen außergewöhnlich viele Touristen. Alles bestens also für die Gastronomie und den Einzelhandel, möchte man meinen. Beim genaueren Hinsehen fällt allerdings eines auf: In der Altstadt gibt es bei den Geschäften einen rekordverdächtigen Leerstand. In gut einem Dutzend Läden sind die Lichter bereits aus, oder werden die nächsten Wochen erlöschen. Der Einzelhandel geht am Krückstock.

Wohlverdienter Ruhestand, harte Konkurrenz durch den Online-Handel, Corona-Lockdown – die Gründe für die Schließung von Geschäften sind vielfältig. „Noch sieht alles in der Altstadt ganz passabel aus, wir jammern quasi auf hohem Niveau. Aber der wachsende Leerstand ist besorgniserregend und zeigt uns, dass die Gesamtentwicklung alles andere als positiv ist”, sagt Christoph Klobek, Wirtschaftsreferent der Stadt.

Allerdings, so Klobeck weiter, sei das kein Wasserburg-spezifisches Problem. „Ich weiß von 1a-Lagen in München, für die es früher bei der Neuvermietung lange Wartelisten gab, und bei denen es jetzt keinen einzigen Bewerber mehr gibt. Ich verstehe das durchaus, der Nachwuchs im Einzelhandl ist quasi nicht mehr vorhanden. Wer will heute noch ein Geschäft aufmachen?”

Natürlich sei die Problematik auch im Wasserburger Stadtrat angekommen. „Wir versuchen, in Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts-Förderungs-Verband und mit der Umsetzung der ISEK-Maßnahmen der negativen Entwicklung entgegenzuwirken. Das ist allerdings schwierig. Es gibt keine Patentlösung, weil jedes leerstehende Geschäft ganz unterschiedliche Bedingungen für eine Neuvermietung aufweist.” Er halte deshalb auch wenig davon, eine zentrale Stelle für die Vermarktung einzuführen. „Alles wird auch davon abhängen, wie wir die Verkehrsproblematik lösen. Wenn wir die Autos aussperren, kann das richtig gefährlich für den Einzelhandel werden.” Das hätten Untersuchungen des Einzelhandelsverbandes ganz klar gezeigt.

Ins selbe Horn stößt auch Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes (WFV), der auch noch ein weiteres Problem für die kleinen Geschäfte ausgemacht hat: „Die hohen Mieten. Die befinden sich auf einem Niveau wie vor dem Lockdown, sind oft auch sehr langfristig festgelegt. Sie basieren auf Mietverträgen, die vor vielen Jahren abgeschlossen wurden, als der Einzelhandel noch keine Konkurrenz durch den Internethandel hatte.”

 

Der WFV bekomme die Schließung der Geschäfte in seiner vollen Tragweite zu spüren: „Das sind alles unsere Mitglieder, die uns gerade in den letzten Wochen eine Kündigung nach der anderen auf den Tisch gelegt haben.”

Insgesamt stellten Hasselt und seine Kollegen fest, dass zwar – anders als sonst im Ferienmonat August – viele Menschen in der Stadt seien, diese aber wenig Kauflaune zeigten. „Das ist noch lange nicht wieder so wie vor Corona. Insgesamt müssen wir die Entwicklung genau im Auge behalten. Es ist schon ein wenig beunruhigend.”

 

Fotos: WS

 

Ein paar Beispiele für den wachsenden Leerstand:

Postgasse: Maier’s Flock macht nächste Woche dicht.

 

Marienplatz: Schuhladen geschlossen.

 

Marienplatz: Der ehemalige „Pfotenstadl” ist zum Glück wieder vermietet. Es kommt ein Geschäft mit hochwertigem Papier.

 

Hofstatt: Die Boutique Hinterberger schließt zum Jahresende nach 60 Jahren ihre Pforten.

 

Färbergasse. Schon lange steht dieser kleine Laden leer.

 

Schustergasse: Laden ist zu vermieten.

 

Schustergasse: Die Familie Rahm ging kürzlich in den wohlverdienten Ruhestand. Nachnutzung: Ungeklärt.

 

Ledererzeile: Dieses Ladenbüro wird seit Monaten saniert. 

 

Lederezeile: Optik Götz ist an den Marienplatz umgezogen. Das alte Geschäft steht seit fast fünf Monaten leer.

 

 

Berggasse: Das Kunsthandwerkgeschäft „Dreierlei” gab jetzt nach 25 Jahren auf.

 

Ein ganz besonderer Fall: Eisenwaren Beyer hat bereits seit einem Jahr geschlossen – auch wenn’s anders aussieht.

 

Bahnhofsplatz: DerKinderkleiderladen hat bereits seit einiger Zeit geschlossen. Die Räume sind zu vermieten.

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31 Kommentare zu “Immer mehr leere Schaufenster

  1. Ich widerspreche Ihnen ungern Herr Huber, aber die Stadt ist im Gegensatz zu “vor Corona” bei weitem nicht mehr so frequentiert und ich lebe lange genug hier dies beurteilen zu können.
    Klar, es sind Menschen da, aber die schauen sich lieber die Umgebung an und sitzen gerne im freien.
    Mit Mund-und Nasenschutz ist es halt nicht soo toll mit shoppen….ist halt eine Tatsache…

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  2. Ich finde das wahnsinnig tragisch, dass eine so lebendige Stadt wie Wasserburg langsam stirbt.
    Ich hab gerade darüber nach gedacht welchen Bedarf es denn in Wasserburg gibt. Hier wäre mal sowas wie eine Bürgerbefragung interessant um dann gezielt Läden zu eröffnen die sich dann mit vermindertem Risiko in der Anfangszeit in Wasserburg etablieren können.
    Was wünscht ihr euch meine Wasserburger Mitbewohner?

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    1. Ich persönlich fahre sehr ungern und selten nach WSB zum einkaufen. Die Stadt und Anwohner möchten keine Autos, Motorräder und Fahrräder in der Altstadt. Parkplätze verschwinden usw. und dann wundern sie sich. Früher sind meine Frau und ich oft und Lange in der Stadt beim Einkaufen gewesen..aber jetzt nein Danke.

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      1. Jetzt bitte mal konkret: welche Parkplätze sind denn in den vergangenen Jahren verschwunden und wo genau wurden Autos ausgesperrt? Es gibt lediglich eine seit Jahren andauernde, aber ohne jegliche konkrete Maßnahmen bleibende Diskussion, während der Autoverkehr für die meisten Verantwortlichen in der Stadt immer noch oberste Priorität hat und Verkehrskontrollen nur eingeschränkt stattfinden. Mit der Folge, dass jeder Auto- und Motorradfahrer seine Kiste abstellt, wo er/sie grad Lust dazu hat. Offensichtlich hat das aber die diversen Geschäfte, die ja aus sehr unterschiedlichen Gründen geschlossen haben und wo auch eine Neuvermietung aus unterschiedlichen Gründen scheitert, nicht retten können. Man sollte sich also mal überlegen, ob der grad vom WFV propagierte Grundsatz der grenzenlosen Freiheit für die Autofahrer, auch zu Lasten der Aufenthaltsqualität, wirklich das große Erfolgsmodell ist.

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      2. Wer Parken zum Hauptkriterium für seinen Einkauf macht, hat die Situation ganz offensichtlich nicht verstanden!

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      3. Nun, das kann man so und so sehen. Ich finde man kann in Wasserburg nicht flanieren. Die omnipräsenten Autos rauben dem Einkauf jeglichen Flair. Wenn wir dann auch noch unsere zwei Kinder dabei haben, arten das in puren Stress aus. Man kann sich in der Stadt selber auch nirgendwo zum Kaffee trinken hinsetzen, ohne von Auto Lärm und Abgasen umgeben zu sein. Da muß man dann ins Cafe Sito ausweichen. Die Strecke ist für uns zwar kein Problem, wir sind alle vier in der Lage unsere Körper ohne Auto zu bewegen, aber es macht einfach keine Spaß. Da die Auswahl an schönen Städten, in denen man ohne Gefahr und Lärm einkaufen kann, groß ist waren wir jetzt schon recht lange nicht mehr in Wasserburg.

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    2. Amazon Locker und weitere DHL Packstationen wären super

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  3. Aussperren von Autos bzw. verkehrsfreie Städte, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. In der spanischen Stadt Pontevedra sind seit ca. 20 Jahren die Autos ausgesperrt und der Einzelhandel profitiert davon.
    Nachzulesen in der Sz 2018

    Man könnte dazu schon ein gutes Konzept entwickeln aber die Bereitschaft dazu ist zu klein. Es müsste halt mal über ein Jahr getestet werden und nicht immer Rückzieher gemacht werden.
    Vor allem jetzt wo der Stundentakt Bahn München zum Mvv in die Stadt fährt. Dazu müsste halt noch die Strecke Wbg bhf bis Badria im mvv inklusive sein. Schön wäre es auch wenn die Stadt Wasserburg zu fairtrade Stadt werden würde.
    Aber Schluss mit den Träumerein passiert ja eh ned🤔
    In den letzten Jahren kommt es mir so vor, wichtiger wie je zuvor ist es ein großes Fahrzeug zu besitzen, früher waren die minis in heute die SUV’s diese muss man auch zeigen.

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  4. Wo bleiben die 30000euro? Ein witzbetrag

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  5. Bewohner der Altstadt

    Also ich würde jetzt die Situation mal nicht überbewerten. Da hats in einer wirtschaftlich schweren Zeit ein paar Geschäfte ausgesiebt, bei denen man sich eh schon immer gefragt hat wie diese überleben können. Viele sind auch einfach nicht mit der Zeit gegangen.

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  6. Leider wird es so kommen das in zwanzig Jahren die meisten Einzelhandelsläden dem Onlinehandel weichen werden. Diese Entwicklung wird auch eine Bürgerbefragung nicht ändern. Aus meiner Sicht werden wir uns an noch viel mehr leere Läden gewöhnen müssen. So schade das ist. Das ist ja auch kein Wasserburger Problem. In vielen anderen bayerischen Orten ist die Situation ja ähnlich oder noch schlimmer. Das ist die Entwicklung unserer neuen Technologien und ständigen Preisvergleichbarkeit. Der Kunde wird immer bequemer und genießt es, dass alle Waren per Click nach Hause kommt. Eine Umkehr wird es meiner Meinung nach nicht mehr geben.

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  7. Ich lese immer wieder das Autos etc. abgesperrt werden. Es gibt genügend Parkplätze. In Rosenheim kann ich auch nicht direkt vorm Laden parken. Da stört es auch keinen das ich in ein Parkhaus muss und ein paar Meter gehen muss…
    Das ist also die billigste Ausrede wie ich finde.

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  8. Es gibt aber auch nicht wirklich, für junge leute attraktive Läden in wasserburg, daher is man ja quasi gezwungen online zu kaufen bzw dann nach rosenheim oder München zu fahren.

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    1. Hallo Stefan, was wäre Deiner Meinung nach so ein attraktive Laden?
      Was solte verkauft werden und wie sollte das Konzept ausschauen?

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    2. Und da sind wir jetzt beim eigentlichen Thema und Hauptproblem: Es geht eben (nicht nur bei vielen jungen Leuten) heutzutage um immer noch mehr Konsum und Auswahl. Da können dann kleine Läden vor Ort natürlich längst nicht mehr mithalten!

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  9. Was auch noch dazu kommt, is das es am we keine Möglichkeit gibt, von den umliegenden Dörfern nach wasserburg zu kommen. Und dann machen die meisten Geschäfte auch noch mittags zu. Wenn dann die jungen Leute sagen sie fahren zum shopen, geht’s eben nach ro oder München

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  10. Die Weichen wurden meiner Meinung in ganz Deutschland falsch gelegt.
    Die Innenstädte werden schon laufen, das war immer schon so und wird auch so bleiben.
    Der Trend, die grünen Wiesen vor den Städten mit Fachmärkten zu überschwämmen war halt ein Fehler.
    Auch in Wasserburg.
    Und jetzt hilft halt kein Gejammer, sondern alle Verantwortlichen müssen sich was überlegen.
    Und dass sich jeder Markt ausserhalb der Stadt nochmals vergrößern darf, wird auch der Innenstadt nicht helfen.
    Es wird zu kurzsichtig gedacht.

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  11. Schwierige Situation. Ich muss auch leider sagen das man als junger Erwachsener wenig attraktive Läden hat. Ganz ehrlich ich kann mir auch viele Läden in WS gar nicht leisten. Das Sortiment in vielen dieser Läden is einfach zu teuer für “normal” Verdiener. Ich will auch meinen Kindern keine Markenkleidung beim Gruber kaufen, habt ihr schon mal versucht für euer Kindergartenkind Hausschuhe in WS zu kaufen die nicht von superfit oder Birkenstock sind und somit 40€ kosten. Das kann ich mir einfach nicht leisten wenn die dann im nächsten Jahr schon nicht mehr passen. Auch ich selbst möchte/kann keine 50€ für ein t-shirt ausgeben.
    Natürlich genießen Läden wie h und m meist keinen so guten Ruf aber sie haben Bekleidung die sich auch eine junge Familie leisten kann. Sie bringen auch viele Arbeitsplätze nach WS denn eine kleine Boutique wird meist selber vom Besitzer betrieben. Man sollte auch an diese Aspekte denken.

    Ich glaube WS würde davon profitiere wenn man ein paar größere Geschäfte ins Boot holt. Einen größere Schuhladen der nicht am Samstag geschlossen hat wenn die Touristen da sind und auch z.b. ein Buttlers der auch mal zu spontan Käufen animiert oder auch kleine Mitbringsel hat die nicht 20€ kosten.
    Und auch der 10 Bäcker in WS is meiner Meinung nach völliger Planungsschwachsinn.

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    1. Der 10. Bäcker in Wasserburg ist schon deswegen kein Planungsschwachsinn, weil wir keine Planwirtschaft, sondern freie Marktwirtschaft haben. Und wenn jetzt jemand meint, auch noch den 11. Bäcker aufmachen zu müssen, dann darf er auch das.
      So gesehen wäre zwar die weiter oben angedachte Umfrage, was wir denn für Läden in Wasserburg vermissen, ganz interessant, aber für niemanden verbindlich.
      Heute hab ich gesehen, dass beim ehemaligen Dreierlei jetzt ein Plattengeschäft reinkommt. Als Musiksammler begrüße ich das natürlich, so was vermisse ich seit den Zeiten der Plattenecke. Ob es aber in Zeiten des Streamings und der Downloads ein Erfolg wird, das muss sich zeigen. Ich wünsche viel Glück und werde versuchen, meinen Teil beizutragen.

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  12. Also als Fazit der Woche bleibt nur, dass man als viel arbeitender und Motorrad fahrender Einzelhändler, der nicht viel von einem Museumsdepot versteht und weder betrunken Rad fährt, noch Cannabis verharmlosen möchte, in dieser Stadt nix mehr verloren hat.

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  13. (…)

    Das sich keine Nachmieter finden ist liegt vielleicht unter anderem an den Mietpreisen, der Verkehrssituation (höhere Parkpreise in der Innenstadt wie in Rosenheim, Parkhäuser mögen ja für ein paar Stunden kostenlos sein aber wer will seinen Einkauf die Strecke schleppen), Gegenseitige Konkurrenz durch X-mal das gleiche Angebot, die teilweise überzogene Preise sind wohl den geringen Umsätzen geschuldet und sind somit ein Teufelskreis.

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  14. TatooDönerShishaBackshopBerater

    Da es ja keine likes mehr gibt,
    Danke fuer diesen prima Kommentar
    You made my day, Saubermann!

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  15. Das es ein Sterben der Geschäfte gibt, habe ich schon vor Jahren gesagt!
    Als man die grossen Discounter nach Wasserburg geholt hat, war das aus für die Geschäfte in der Stadt schon besiegelt!
    Die Menschen die Wurstwaren eingekauft haben gingen zum Rahm oder Schmaderer weil sie Qualität wollten.
    Andere sind dann zum Singer oder Rewe und zu Aldi, Lidl und Co, weil es da billiger war!
    Dahin wo ein Skandal dem nächsten folgt anstatt sich vom Metzger seines Vertrauens zu versorgen!
    Natürlich kann man jetzt die Leute verstehen die auf ihr Geld achten müssen, was aber damit zu tun hat was die Löhne betrifft!
    Unser Staat bedient sich inzwischen mit 53 % an unseren Löhnen!
    Aber wie gesagt hat es mit den grossen Discountern zu tun die den Tod der Altstadt eingeläutet haben!
    Man kann jetzt bereits beobachten wie unsere Bevölkerung verarmt, besonders unsere Rentner können ihre Miete nicht mehr Bezahlen!
    Aber das alles ist eine andere Sache den Tod der Altstadt hat man vor Jahren selbst eingeläutet!

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  16. Schleppen, wohin und was?
    In WS bist du in weniger als 15 Minuten an einem der beiden Parkhäuser, an zwei großen Parkplätzen oder an den normalen Straßenparkplätzen. Und es gibt auch fast keine Geschäfte, für die man ein Auto für das Abtransportieren der Ware benötigt.
    Ich finde, WS hat für die Größe der Altstadt eigentlich ein gutes Parkplatzangebot, aber man kann niemals jedem einen bereitstellen. In anderen Städten ist es noch viel schlimmer.
    Ich glaube nicht, dass der Leerstand mit dem Parkraum zusammen hängt, sondern von viele andere Faktoren beeinflusst wird.

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  17. Warum trauert eigentlich keiner darum, dass keine Kutschen mehr durch die Stadt fahren? Genau, weil die Zeit vorbei ist.
    Und so hat sich der Mensch eben daran gewöhnt, komfortabel im Internet zu bestellen und bei Nichtgefallen einfach zurücksenden. Selbst, wenn Rücksendungen was kosten würden, wäre die Bequemlichkeit wichtiger als die Ersparnis. Ein Geschäft braucht man nur noch, wenn man übermorgen auf Beerdigung muss und noch nicht alles hat.
    Was der Kunde weiterhin braucht, ist was zu essen und zwar genau dann, wenn er hunger hat und nicht nach 3 Tagen Versand. Deshalb ist es folgerichtig, dass immer mehr Fresstempel sich auftun. Bäckereien, die auch sonnstags aufmachen dürfen, Dönerläden oder was auch immer. Gehts mit der Zeit und ihr werdet nicht übel überrascht

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    1. Das was Nager sagt, trifft es doch ganz gut. Die Zeiten haben sich geändert. Vor 20 Jahren gab es die Internetangebote bei Weitem noch nicht, Da blieb einem ja nichts anderes übrig, als vor Ort zu kaufen.

      Und ich gebe es offen zu, auch ich nutze diese Art des Einkaufens. Bequem, schnell, praktisch und noch dazu günstig. Und die Stadt wird nicht attraktiver, wenn sie nur Bekleidungsgeschäfte, Bäckereien und Gaststätten anzubieten hat.

      Die Anregung, dass man erst einmal genau recherchieren sollte, was die Stadt benötigen könnte und würde (Bürgerbefragung) finde ich persönlich sehr gut und einen interessanten Ansatz, als ständig nur herumzujammern.

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      1. …und was soll die Recherche bringen?
        Es herrscht immer noch Gewerbefreiheit. Wer ein Geschäft eröffnen will darf das auch tun. Und wenn der Krempel der dort angebotenen wird nicht verkäuflich ist, macht das Geschäft eben wieder zu. So ist eben der Gang der Dinge.

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  18. Endzeitstimmung im Tal der Glückseligen! Wenn man sich die Entwicklung im Bereich des Wasserburger Einzelhandels der letzten 20 Jahre betrachtet, kann das Fazit nur lauten: Stillstand ist Rückschritt. In diesem Bereich ist schlicht und ergreifend nichts, aber auch rein garnichts innovatives passiert. Jetzt scheint man aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen, bedauerlicherweise zu spät! Der Zug ist abgefahren!

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  19. Vielleicht könnte man ja die Schulen mit ins Boot holen, und so eine Art Projekt starten, in dem die Kids zb ab der 7 Klasse etwas ausarbeiten, wie man die innen Stadt lebendiger machen kann. Was sie sich wünschen, was fehlt…

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    1. Kinder als Ideengeber für die Altstadt? Nein nein, das Ergebnis würde den ruhebdürftigen Bewohnern sicher zu laut und zu trubelig. Eher mal im Altenheim fragen. *Ironie aus*

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  20. Bei den Optionen Online aussuchen und erstmal Parkplatz suchen ist das Thema parken durchaus ein Faktor.
    Unabhänig hiervon lockt uns der Online Handel mit Auswahl, Preis und Bequemlichkeit.
    Heute ist der Amazon Service das Maß aller Dinge.
    Und diesen Anspruch kann kein Einzelhandel der Welt bedienen.
    Diese Entwicklung war seit Jahren zu sehen.
    Corona hat die Mentalität zum bestellen allenfalls etwas beschleunigt.
    Wenn man einen Blick auf die geschlossenen Geschäfte wirft, wir sehr schnell klar, das deren Auswahl nicht wirklich der Brüller war. Vileicht am besten vergleichbar mit der Videothek, die heute auch kein Mensch mehr braucht.
    Was bleibt sind im Wesentlichen die drei Bedürfnisse die der Mensch täglich hat. Also Essen. Trinken, das 3te deken Sie sich bitte selber. Dann natürlich noch die ein oder andere Dienstleistung, sofern diese nicht auch per Computer ersetzt werden kann, und ersetzt werden können mehr als viele heute noch glauben.
    Willkommen in der Digitalisierung, die schon vor 35 Jahren begann.
    Da werden auch Parkplätze Nichts ändern.

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