Bei den „European Open" musste sich Aiblinger nur dem Weltmeister geschlagen geben

Nach intensiver Vorbereitung, dem erforderlichen „Abkochen“ und einer guten Anreise, startete der 25-jährige Weisser, Spitzensportler bei der Bayerischen Landespolizei, hoch motiviert ins Geschehen.
Die Auslosung ergab, dass er im Pool D im Halbleichtgewicht an den Start ging und sich über ein Freilos in der ersten Runde freuen durfte.
Ernst wurde es im zweiten Durchgang gegen den Bulgaren Hristo Hristov, der Weisser einiges abverlangte. Die Begegnung ging über die volle Kampfzeit, der Aiblinger war zwar über den ganzen Kampfverlauf der Aktivere und der Bulgare musste zwei Strafen gegen sich hinnehmen, aber es stand am Ende der regulären Kampfzeit nach Wertungen „Null zu Null“. Somit ging es in die Verlängerung, den „Golden Score“. Weisser holte hier, konditionsstark, mit einem erfolgreichen, tiefen Schulterwurf eine kleine Wertung und siegte zur Freude seines aus Brasilien stammenden Trainers Felipe Kitadai.
In Runde drei stand ihm der Italiener Francesco Cargnelutti gegenüber. Auch hier begann Weisser motiviert und ging nach schönen Würfen mit zwei kleinen Wertungen in Führung. Diese verteidigte er klug, so dass er einen verdienten Sieg einfahren konnte und Sieger im Pool D wurde.
Im Halbfinale stand dem KSV-Judoka der starke Israeli Omer Man gegenüber, gegen den Weisser zuletzt noch beim European Cup im tschechischen Prag das Nachsehen hatte. Weisser ging erneut couragiert in den Kampf und sprang in einen tiefen Schulterwurf, einen „Seoi-otoshi“ ein, den er kraftvoll durchzog und Omer Man mit vollem Schwung auf den Rücken beförderte. „Ippon!“ urteilte der Kampfrichter – so dass der Sieg verdient an Patrick Weisser ging, der damit das Finale erreicht hatte.
Dort stand Patrick Weisser (blauer Anzug) kein Geringerer als Giorgi Sardalashvili aus Georgien (weißer Anzug), der Weltmeister im Superleichtgewicht bis 60 kg von 2024, gegenüber. Weisser hatte sich viel vorgenommen und begann gut, musste jedoch eine erste Wertung gegen sich hinnehmen. Mit offenem Visier kämpfte er weiter und setzte alles auf eine Karte, ehe Sardalashvili die Träume des Aiblingers kurz vor Ablauf der vier Minuten Kampfzeit mit einem großen Innensichel-Wurf beendete und diesen auf den Rücken warf.
Am Ende des Wettkampftages stand somit für Weisser (Bild unten links) ein starker zweiter Platz zu Buche: Er durfte sich über die Silbermedaille, die beste Platzierung innerhalb des deutschen Männerteams bei diesem Turnier und den neu erreichten Weltranglistenplatz 176 freuen.
Vater Denis Weisser: „Patrick hat ein großartiges Turnier gekämpft und ein hervorragendes, technisch starkes Judo gezeigt. Gegen jemanden zu verlieren, der bereits Judo-Weltmeister und Europameister der Männer war, ist keine Schande. Im Gegenteil – ich finde, Platz zwei ist ein herausragende Ergebnis von Patrick und möchte meinen, dass das der größte Erfolg seiner bisherigen Judo-Laufbahn ist. Ich freue mich riesig und wünsche ihm für die weitere Wettkampfsaison alles Gute!“
DW
Fotos: KSV Aibling Presse / European Judo Union
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