Vandalismus bremst Wasserburger E-Bike-Station aus - Räder stehen ab morgen wieder zur Verfügung
Groß war die Freude, als im vergangenen Oktober die E-Bike-Verleihstation am Gries in Betrieb gegangen ist (wir berichteten). Mit fünf Mountainbikes und zwei Lastenrädern sollte das Angebot die lokale Mobilität bereichern, vollautomatisch und rund um die Uhr. So groß die Freude anfangs war, sie schlägt mittlerweile in Ärger um. Weil die Station in den vergangenen Tagen oft leer stand, fragten sich viele Bürger bereits, ob es das Angebot überhaupt noch gibt.
„Ja, die Fahrradverleihstation gibt es auch weiterhin“, so die Stadtverwaltung auf Nachfrage der Wasserburger Stimme, „aber leider ist es so, dass der Anbieter immer wieder mit Vandalismus zu kämpfen hat.“
Einzelne Kunden gehen offenbar nicht sehr zimperlich mit den an sich sehr hochwertigen Rädern um. Abgebrochene Schutzbleche und Lampen, Schäden an den Felgen und sogar durchgebremste Mäntel – immer wieder müssen Räder in die Reparatur. „Natürlich kann immer mal etwas kaputt gehen“, so die Stadtverwaltung, aber viele der Schäden wurden offenbar mutwillig herbeigeführt.
Auch das Buchungssystem wurde mehrfach unterwandert, weil Räder nach dem gebuchten Zeitraum nicht mehr zurückgegeben wurden oder sogar die Türen der Station manipuliert und die Räder einfach entnommen wurden. Neben den Reparaturkosten sei dies auch äußerst ärgerlich für nachfolgende Kunden, wenn die gebuchten Räder dann nicht wie geplant zur Verfügung stehen.
Die Stadt zieht nun Konsequenzen aus den Vorfällen. So wurden bereits Nutzer gesperrt, die mutmaßlich für Schäden verantwortlich waren. Jetzt werde nochmals nachjustiert. „Die Räder werden mit zusätzlichen elektronischen Schlössern gesichert und auch im Buchungsvorgang wurden weitere Vorkehrungen getroffen“, erklärt die Stadtverwaltung. Die Lieferung der Schlösser habe sich zuletzt verzögert.
Ab voraussichtlich morgen stehen wieder alle Räder frisch gewartet zur Verfügung.
TANJA GEIDOBLER
Heute waren die Boxen noch leer …
Schaufenster



Fremdes Eigentum – egal, ob geliehen oder gratis genutzt – wird nicht mehr als solches erkannt. Diese Werte werden schon seit Jahren nicht mehr vermittelt, das lässt sich im Alltag leider oft miterleben.
Die Gesellschaft in ihren Verfall spiegelt sich damit.
Ein an sich schleichender, aber doch dynamischer Vorgang.
Umso mehr sollte man Menschen, die immer an das Gute der Gesellschaft glauben, keine Entscheidungen mehr treffen lassen, die das Geld der öffentlichen Hand oder unsere Sicherheit betrifft.
Unabhängig davon, dass das jetzt nichts direkt mit dem Thema E-Bike-Verleihstation aus dem Artikel zu tun hat: was genau ist dann Ihre politische Botschaft?
Keine arglosen in die Ämter!
Gilt das dann für die Führungspositionen in der freien Wirtschaft und bei den Großkonzernen auch?
Der Unterschied ist, wenn sich ein paar Leute in der freien Wirtschaft übermäßig bereichern, dann spült es oft – ok nicht immer – einen Unternehmenserfolg mit, so dass jeder mit 35h Woche 2 Autos haben kann und 3 Urlaube im Jahr. Das Geld, das die Amtsträger ausgeben, wohlwissend, dass es durch Vandalismus wertlos gemacht wird, kommt nie wieder.
Von daher: Ja die dürfen das.
Wer bitte ist jeder! Wo leben Sie den! So einen dummen Kommentar habe ich lange nicht gelesen.
Im Gegenteil, es gibt viele, die mit 35h Arbeit keine bezahlbare Wohnung mehr finden. Von wegen 2 Autos! Da kommt mir echt die Galle hoch!
Aber das kann auch nicht die Begründung sein, warum man Lastenräder spendiert, wo doch jeder weiß, dass Vandalismus immer und überall ist.
Die Lastenräder werden ja nicht „spendiert“, sondern als Infrastruktur gegen Gebühr zur Verfügung gestellt. Wenn man – um sich nicht dem weiter oben genannten Vorwurf der Arglosigkeit auszusetzen – jede Infrastruktur abbaut, bei der es zu Vandalismusschäden kommt, dann sollte man mal mit den Parkhäusern anfangen.
Es gibt sogar nicht mal wenige, die mit mehr als 35h in der Woche keine Wohnung finden
Ja die Fehler der Jungend rächen sich manchmal. Oft kommt man hinterher erst drauf, dass man in jungen Jahren etwas hätte lernen sollen. Deshalb aber Ärzte und Ingenieure zur Kasse bitten, damit sie einem das Lastenfahrrad zahlen, ist auch kein feiner Zug. Und, ich glaube nicht, dass Ärzte und Ingeieure hier am Vandalismus beteiligt waren.
Hä? Wieso zahlen Ärzte und Ingenieure? Die „kleine“ Bäckereifachverkäuferin und die Reinigungskraft zahlen hier genauso mit. Frechheit, es hat auch nicht jede/r die Möglichkeit Arzt oder Ingenieur/in zu werden. Fehler in der Jugend sind generell in der, leider oft nicht vorhandenen Erziehung, zu suchen. Eltern, die ihre Kinder zumüllen mit dem ganzen Konsumwahnsinn und sich so ihrer Verantwortung entziehen und weder Werte, noch Respekt vermitteln.
Entzückend, schon sind wir wieder bei (reichen) Ärzten und Ingenieuren und natürlich schlechten Eltern –
beim Thema Vandalismus im öffentlichen Bereich.
Das ganze Projekt scheint doch ein typisches Beispiel von „gut gemeint ist noch lang nicht gut gemacht“ mit dem
Geld anderer Bürger zu sein.
Dieser (self) Service braucht wohl robuste, einbruchssichere Stationen, eine professionelle App (warum wird denn bei der Buchung nicht ein Deposit verlangt, wie bei jeder Autovermietung üblich) und offensichtlich doch Mitarbeiter, um den Zustand der Räder nach der Rückgabe zu prüfen.
Das ganze kostet natürlich, würde zu unattraktiven Leihgebühren führen und kann deshalb nicht ohne Subventionierung betrieben werden.
Ja, das ist schade, aber man verlässt sich hier auf einen zivilisatorischen Zustand einer Gesellschaft, den es vielleicht vor ca 20 Jahren noch gab, aber heute nicht mehr vorausgesetzt werden kann.
Schau ma mal wie es weitergeht.
Das Verleihen von Fahrrädern funktioniert in vielen Kommunen ohne Schwierigkeiten. Auch dort gibt es Vandalismus, zur Einstellung des Betriebs führt das aber nicht. Vielleicht fehlt es dem Betreiber der Wasserburger Station noch am erforderlichen Know-How.
Das städtische Lastenrad gibt es schon deutlich länger als die Verleihstation. Es lief 2 Jahre lang sehr erfolgreich, nennenswerte Probleme gab es nicht. Auch Ziel von Vandalismus war es nie, obwohl es regelmäßig im öffentlichen Raum stand.
Der QR-Code selbst und die Weiterleitung sind unauffällig. Das mögliche Problem liegt eher nach der Zahlung: Der öffentlich beschriebene Ablauf ist sehr bequem, aber offenbar wenig beweissicher. Besonders eine fehlende Ausweisprüfung und fehlende Fotos bei Abholung und Rückgabe würden Vandalismus und Streit über Schäden begünstigen.
Am wirkungsvollsten wäre daher nicht nur eine Kamera auf dem Parkplatz, sondern die Kombination aus verifiziertem Benutzer, Einzelbox, Kaution und verpflichtender Zustandsdokumentation.