Öko-Grünlandtag am Attler Naturlandhof bringt Praxis und Beratung zusammen
Nach einer mehrjährigen Pause erlebt der Öko-Grünlandtag am Attler Naturlandhof seine Wiederauflage. Die geförderte Veranstaltung vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) fand nach einer längeren Pause wieder statt, organisiert von der Beratung für Naturland und dem Attler Hof um Leiter Peter Steinmüller. Eingeladen waren Landwirte aus der Region zum Netzwerken und zum Erfahrungsaustausch.
„Grünland ist bei uns die Grundlage für die Milchproduktion und damit für viele Betriebe die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs“, erklärt der Naturland-Berater Laurin Spensberger. Gerade in einer Region, in der Milchvieh- beziehungsweise Rinderhaltung das prägende Standbein der Landwirtschaft ist, hänge die Qualität des Grundfutters entscheidend von einer guten Bewirtschaftung der Wiesen und Kleegrasflächen ab. Erträge und Futterqualität seien letztlich ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.
Obwohl die Teilnehmer überwiegend erfahrene Landwirte sind, lebt der Fortschritt und die Weiterentwicklung eines Betriebs von der Reflektion und dem Hinterfragen von Arbeitsabläufen. „Man lernt nie aus. Vieles hat man schon einmal gehört, aber erst durch die Wiederholung hinterfragt man die eigenen Arbeitsabläufe und entdeckt Stellschrauben, an denen sich etwas verbessern lässt“, erklärt Laurin Spensberger. Der Öko-Grünlandtag wolle deshalb nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermitteln, sondern auch bewährtes Wissen auffrischen.
Der Attler Hof kann mit dem Öko-Grünlandtag zudem noch seinen Inklusionsauftrag verfolgen. Auch wenn die Fachlichkeit bei der Veranstaltung im Fokus steht, helfen die beschäftigten Menschen bei der Organisation mit und nehmen wie alle anderen an der Veranstaltung teil. „Der Attler Hof ist ein Sprungbrett für Menschen, die in einem Betrieb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten wollen“, erklärt Peter Steinmüller vom Attler Hof. Ein Vernetzungstreffen wie der Öko-Grünlandtag helfe dabei, Vorurteile abzubauen und Kontakte zu knüpfen.

Anschließend referierte Barbara Mithilger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft über Stellschrauben für hochwertige Grundfutterqualität. Zum Beispiel vermittelte sie jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse über den optimalen Erntezeitpunkt, an dem Zucker- und der Eiweißgehalt der Pflanzen ideal für die Silierung sind. So erwies sich zum Beispiel die Kältephase in diesem April als qualitätssteigernd beim ersten Schnitt, was selbst die Fachleute überraschte.
In einem zweiten Teil des Öko-Grünlandtags konnten sich die Teilnehmenden noch praktische Tipps holen. Der Attler Hof hat dafür eine Kleegras- und eine Grünlandfläche zur Verfügung gestellt, auf denen fünf verschiedene Anbieter von Landmaschinen ihre Grünland-Erntetechnik bereitstellten. Naturland-Berater Laurin Spensberger legte Wert auf Maschinen, welche die Bauern in der Region auch im Einsatz haben – vom Mähwerk über Kreiselheuer und Schwader bis hin zum Ladewagen und Häcksler. „Die Geräte werden immer größer, immer schwerer und vielleicht auch komplizierter in der Bedienung. Die richtige Einstellung, Umgang und Wartung sorgen für eine optimale Erntequalität und entscheiden damit über die Wirtschaftlichkeit eines landwirtschaftlichen Betriebs.“ Das fange beim Spritverbrauch während des Einsatzes an und höre bei Qualität und Menge des Schnittguts auf. Die Teilnehmer konnten Fragen stellen und sich selbst ein Bild von den verschiedenen Einstellungen und Mähresultaten machen.
Rund 30 Teilnehmer nutzten das Angebot beim Öko-Grünlandtag. Auch wenn sich Naturland-Berater Laurin Spensberger eine etwas größere Resonanz gewünscht hätte, fiel sein Fazit positiv aus. „Die Rückmeldungen waren durchweg gut. Jetzt geht es darum, die Veranstaltung wieder dauerhaft zu etablieren.“ Gemeinsam mit den Landwirten der Stiftung Attl will er deshalb über die Ausrichtung im kommenden Jahr beraten.
Bild: Beim Öko-Grünlandtag begrüßten Hermann Kühn (links) und Peter Steinmüller (rechts) mit Georg Hargasser (2. von links) das Naturland-Team um Veronika Wolf, die Referenten Gregor Huber und Barbara Misthilger, Felix Schnell, Laurin Spensberger und Johannes Rutz.
Bilder: Stiftung Attl
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