Gemeinde Eiselfing will Ausbau von erneuerbaren Energien vorantreiben
Der Eiselfinger Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung grünes Licht für einen Batterie-Großspeicher im Gewerbegebiet Hafenham gegeben. Ohne Gegenstimmen erfolgte die Billigung des vorliegenden Planentwurfs für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Batteriespeicher-GE 4 Hafenham“ und der Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange. Die Gemeinde Eiselfing wolle den Ausbau von erneuerbaren Energien im Gemeindegebiet vorantreiben, hieß es. Auf einer rekultivierten Kiesgrube neben der Staatsstraße 2092 sollen hierfür eine Freiflächen-Photovoltaikanlage sowie ein Batterie-Großspeicher entstehen, wie Bürgermeister Georg Reinthaler erläuterte.
Fiona Gruber von der MaxSolar GmbH aus Traunstein und Katharina Zeiser vom Institut für Systemische Energieberatung GmbH aus Oberschleißheim stellten das gemeinsame Eiselfinger Projekt für eine Batterie-Großspeicheranlage ausführlich vor und standen den Ratsmitgliedern für Rückfragen zur Verfügung.
Der Geltungsbereich dieses separaten Bebauungsplanes umfasst rund 5.000 Quadratmeter.
Die Fläche des künftig auf mehrere Container aufgeteilten Batterie-Großspeichers sei bewusst in das direkt angrenzende Freiflächen-Photovoltaik-Konzept integriert. Der erforderliche, naturschutz-rechtliche Ausgleich könne im Plangebiet dargestellt werden.
Über das rund 1,5 Kilometer entfernte Umspannwerk erfolge der Netzanschluss. Der marktgetriebene Großspeicher solle dann bereits Mitte 2027 anschlussbereit sein und werde direkt aus dem Stromnetz be- und entladen.
Schaufenster


„Marktgetriebener Großspeicher“ bedeutet dann, dass der Speicher aus dem Netz gefüllt wird, wenn der Strompreis sehr niedrig oder gar negativ ist und dann entladen wird, wenn der Strompreis hoch ist. Eine direkte Beladung des Speichers aus der angrenzenden PV-Anlage ist also nicht vorgesehen?
„Die Fläche des künftig auf mehrere Container aufgeteilten Batterie-Großspeichers sei bewusst in das direkt angrenzende Freiflächen-Photovoltaik-Konzept integriert.“ Im dargestellten Bebauungsplan-Bereich ist definitiv ausreichend Platz für weitere Speicherkapazität.
Eine direkte Beladung des Speichers aus der angrenzenden PV-Anlage ist also nicht vorgesehen?
Das kann man nicht so einfach sagen, diese Analgen haben ein komplexe Steuer und Regelungstechnik verbaut. Wenn die PV Anlage Strom liefert und Zeitgleich zu viel Strom im Öffentlichen Netz ist dann werden die Akkus geladen. Dann ist das eine Insel, aber die Akkus sind auch einmal voll und wenn der Strom im Netz nicht gebraucht wird, dann erfolgt die Abschaltung vom Netzbetreiber. Das ist leider der große Nachteil von PV und Wind Energie Anlagen. Was am Ende diese Energie auch so teuer macht.
Ja so eine Gewinndeckelung ist schon verdammt gemein.
Das wär mal echt ein gutes Ding für Privathaushalte. Kein Mensch braucht PV, aber ein Batteriespeicher und Zähler, der weiß, wann es billig ist. Da wär ich sofort dabei und man müsste nichts am Netz ändern, wenn es ausreichend Puffer in den Haushalten gibt.
Genau! Endlich sagt´s mal einer! Der Strom kommt ja aus der Steckdose, da brauchen wir kein PV.
Wie, denken Sie, kommen denn die Schwankungen der Strompreise zusammen? Heißer Tipp: Angebot und Nachfrage. Gäbe es das zeitweise Überangebot bei viel Sonnenschein oder Wind nicht, und man könnte bedarfsgerecht produzieren, dann wäre der Strompreis ziemlich konstant und Ihre Milchmädchenrechnung fällt in sich zusammen.
Hä? Aber sonst gehts dir gut? Die Konstallation „viel PV, wenig Speicher haben wir JETZT“ und daher kommt ja das Überangebot. Willst du einfach so weitermachen?
Servus,
ist bekannt, ob es bei dem Projekt eine Bürgerbeteiligung geben wird?
Es hört sich sehr konkret an, wurde es bereits vom Netzbetreiber genehmigt?
Grüße Benjamin
3% mit Risiko der Insolvenz? Oder was erwartet man sich denn bitteschön davon?
Ja, laut jüngster Bürgerversammlung in Eiselfing wird es die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung am PV-Park geben.
MaxSolar ist ein Unternehmen, das ihr geplantes FreiflächenPV in der Gemeinde Unterreit nicht genehmigt bekommen hat. Bürgerbeteiligung im Sinne einer Genossenschaft halte ich für unwahrscheinlich.
Das Teure an der Sache ist, dass jedes Unternehmen, jeder Landwirt plötzlich Energieversorger werden darf und sich ein goldenes Näschen verdient.
Wenn nur Netzbetreiber so etwas installieren dürften (und müssten), so wie die immer schon für Kraftwerke zuständig waren, wäre es halb so schlimm.