Als Urlaubs-Mitbringsel? Appell des Gesundheitsamtes wegen asiatischer Mücke

Das meldet das Landratsamt am heutigen Montag-Nachmittag: Nachweise lassen jetzt vermuten, dass die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sich auch im Landkreis Rosenheim verbreitet. Da Tigermücken als sogenannte Container-brütende Art kleine Wasser-Ansammlungen wie Regentonnen, Untersetzer und Vasen zur Vermehrung bevorzugen, sollen die Bürger nun einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Tigermücke leisten: Das Gesundheitsamt Rosenheim appelliert an die Bevölkerung, während der warmen Jahreszeit in Gärten, auf Balkonen und auf Friedhöfen stehende Wasser-Ansammlungen grundsätzlich zu vermeiden.

Vorbeugend sollte Wasser in Planschbecken, Vogeltränken, Untersetzern und Vasen einmal pro Woche geleert oder ausgetauscht werden.

Regentonnen und sonstige dauerhafte Wasseransammlungen abzudecken helfe zudem, die Verbreitung von Tigermücken zu verhindern.

Auch haben die Bürger die Möglichkeit, auffällige Mücken-Exemplare zur Typisierung an das Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) oder an den „Mückenatlas“ zu senden. Hiermit leiste man einen wichtigen Beitrag zum Mücken-Monitoring.

Die Tigermücke kann meldepflichtige Krankheitserreger, wie das Dengue-Virus, das Chikungunya-Virus und das Zika-Virus auf den Menschen übertragen.

Gab es 2019 insgesamt neun Fälle von Dengue-Fieber in Stadt und Landkreis Rosenheim, so waren es 2022 nur drei und 2023 aber wieder sieben. Heuer sind es offenbar in den ersten vier Monaten bereits vier Fälle, so das Gesundheitsamt in einer Statistik.

Das Denguefieber war viele Jahrzehnte fast ausschließlich in tropischen und subtropischen Regionen endemisch. In den letzten Jahren hat es sich vor allem aufgrund des Klimawandels mit Temperaturanstieg geographisch weiter ausgebreitet.

Auch in einigen südeuropäischen Ländern sind in den letzten Jahren bereits Ansteckungsfälle in Frankreich, Spanien, Portugal und Kroatien festgestellt worden. Zuletzt ereignete sich ein Ausbruch im Spätsommer 2023 in Italien am Gardasee.

Mit der Ausbreitung der Tigermücke steige auch das Risiko einer Virus-Übertragung. Bislang sei jedoch bei den über 1.000 Erkrankungen jährlich in Deutschland – nach Aussage des Robert-Koch-Instituts – keine Übertragung von Denguefieber durch eine Tigermücke in Deutschland nachgewiesen werden.

Bei den Meldungen dieser Viruserkrankungen handele es sich dagegen stets um Reiserückkehrer aus (sub-) tropischen Virus-Endemiegebieten. Das Risiko einer Virusübertragung durch eine Tigermücke in Deutschland werde aktuell als gering eingeschätzt, so das RKI.

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamt: „Die meisten Fälle von Denguefieber verlaufen mild mit Symptomen eines grippalen Infekts. In einigen Fällen kommt es jedoch zu schweren Verläufen mit Schädigung des blutbildenden Systems. Im Extremfall kann dies zu einem lebensbedrohlichen Schock führen.“

Von Juli bis September 2023 wurden im Rahmen des Bayerischen Stechmücken-Monitorings des LGL insgesamt acht Asiatische Tigermücken inklusive Eiablage an einem Standort im Inntal in der Nähe der Bundesautobahn A93 nachgewiesen, meldet das Landratsamt heute.

Es ist nicht der erste Fund im Landkreis Rosenheim. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 wurden auch an drei Standorten im Inntal anlässlich einer Pilot-Studie mehrere Tigermücken sowie deren Eiablagen und Larven nachgewiesen. Nachweise von Tigermücken in Deutschland sind laut Robert Koch-Institut  mittlerweile keine Seltenheit mehr. Auch in Bayern gab es im Jahr 2023 im Rahmen des Stechmücken-Monitorings in mehreren Stadt- und Landkreisen Nachweise der Tigermücke, neben dem Landkreis Rosenheim unter anderem auch in den Landkreisen Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Erding und München sowie im Stadtgebiet der Landeshauptstadt.

Die Ergebnisse des LGL-Monitorings sowie weiterer Fund-Meldungen in 2023 lege nahe, dass die Asiatische Tigermücke auch in Bayern im Begriff sei, sich auszubreiten.

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamts erklärt:

„Wir wollen feststellen, ob es sich bei den im Inntal entdeckten Tigermücken um eine überwinterungs-fähige Population im Landkreis Rosenheim handelt. Das Gesundheitsamt Rosenheim wird daher auch in dieser Saison ein Mückenmonitoring an der Fundstelle beauftragen. Das LGL wird darüber hinaus noch an einer weiteren Stelle im Inntal ein Monitoring veranlassen.

Bei der Tigermücke handelt es sich um eine etwa zehn Millimeter große Stechmücke, die ursprünglich aus Südostasien stammt und sich durch den Klimawandel sowie den globalen Tourismus- und Warenverkehr weltweit verbreitet hat. Erkennen kann man die Tigermücke an einer schwarz-weiß geringelten Musterung von Beinen und Körper sowie einem weißen Streifen am Brustkorb.

„In Stadt- und Landkreis Rosenheim werden dem Gesundheitsamt jährlich durchschnittlich zwischen einem und neun Fällen von Denguefieber gemeldet. Sämtliche Erkrankungsfälle waren im Ausland erworben worden.

Daher müssen wir uns derzeit keine Sorgen machen, dass Erkrankungen an Denguefieber durch Tigermücken in unserer Region übertragen werden. Dennoch sollten die Tigermücken-Nachweise im Landkreis Rosenheim Anlass sein, um durch gezielte Maßnahmen eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“ 

Weitere Informationen zur Tigermücke und zur Einsendung von Mückenexemplaren unter  

www.lgl.bayern.de · mueckenatlas.com