Wieder im Kampf gegen den Abstieg verloren: EHC Waldkraiburgs Niederlage gegen Buchloe

„Wenn wir fünf Mal zu Null spielen, steigen wir nicht ab“, dies war ein Teil des Masterplans des neuen Trainers Jürgen Lederer (Foto) noch in der Woche.

Er hatte ein völlig demotiviertes Löwen-Team im Abstiegskampf während der laufenden Woche übernommen und entsprechend auch erst zwei Trainingseinheiten absolvieren können.

Zumindest im ersten Drittel der Bayernliga-Partie der Playdowns ging der Plan bravourös auf und vielleicht hätte der EHC Waldkraiburg hier auch schon den Grundstein zum Vorentscheid legen können oder gar müssen.

Doch die bekannte Schwäche, das Tor zu treffen, gepaart mit viel Pech, verhinderten jene Tore, die durchaus möglich gewesen wären.
Das erste Drittel startete bereits furios und mit einem Jubelschrei in der Raiffeisen-Arena. Das Fanprojekt Waldkraiburg hatte noch nicht einmal die Möglichkeit ihre zu Motivationszwecken angefertigten Banner völlig abzuhängen, da zappelte der Puck bereits zum ersten Mal im Tor.

Nach einem Bullygewinn im Drittel der Gäste aus Buchloe bringt Christian Neuert den Puck von der blauen Linie zum Tor. Buchloes Schlussmann Wiedemann ließ die Scheibe nur abprallen und Michal Popelka steht goldrichtig um sie von dort über die Linie zu bugsieren. Auch im weiteren Verlauf der Anfangsphase drückten die Löwen Buchloe förmlich in das eigene Spieldrittel. So entstanden in eigener Überzahl Möglichkeiten am Fließband. Durch Michael Cejka beispielsweise klingelte der Pfosten das erste von insgesamt dreimal in diesem Durchgang. Auch Florian Maierhofer hatte den zweiten Treffer auf der Kelle, konnte den Puck jedoch in letzter Konsequenz nicht am Buchloer Torhüter vorbeischieben. In der elften Minute dann der perfekte Einstand für „die Neuen“ aus der zweiten Mannschaft der Löwen. Nach einem öffnenden Pass von Tim Ludwig, hatte Tobias Jakob freie Bahn auf der linken Angriffsseite.

Von dort spielte er einen präzisen Pass auf seinen Sturmkollegen Sebastian Mair unter den Eggen in Richtung des rechten Torpfostens. Mair hielt seinen Schläger genau richtig und verwandelte diese Vorlage zum 2:0 für die Löwen.
Die Gäste aus Buchloe kamen wie ausgewechselt in den zweiten Durchgang hinein. Fast schien es, als hätten die Löwen nicht damit gerechnet, dass die Gäste ihre Spielweise anpassen könnten und somit hatten sie ihre liebe Mühe sich darauf einzustellen.

So dauert es nur vier Minuten, bis sich Buchloe über den Anschlusstreffer freuen durfte. Als eine Strafe der Löwen von Anthony Dillmann gerade abgelaufen war, der EHC aber noch nicht komplett auf dem Eis, zieht Buchloes Schurr einfach aus dem Halbfeld ab. Der Puck nahm eine ungewöhnliche Flugkurve, wohl weil er unterwegs noch abgefälscht wurde und sprang hinter Christoph Lode in das Tor.

Das zweite Buchloer Tor in diesem Durchgang fiel dann tatsächlich im Powerplay. Nachdem Christoph Lode einen Schuss von Schorer noch abblocken konnte, konnte Vaitl den Nachschuss zum Ausgleich im Tor unterbringen.

Die Löwen bestritten die zweite Hälfte des Mitteldrittels nun wieder etwas besser, ohne jedoch allzu zwingend zu werden. Einzig Christian Neuert erspielte sich zwei brauchbare Möglichkeiten. Einmal wurde er jedoch mit einem Foul gestoppt, das andere Mal landete sein Schüsschen mit der Rückhand beim Torhüter. So war es an Buchloe den Deckel auf diesen Durchgang zu setzen.

Bei einem Schuss von Krammer aus dem Halbfeld stand die Löwen-Defensive eigentlich dicht vor dem eigenen Tor. Dies barg jedoch auch Potenzial den Puck noch einmal entscheidend abzulenken. So fiel der Puck am überraschten Lode vorbei, eineinhalb Minuten vor Ende noch zum 2:3 in das Gehäuse und die Pirates konnten das Spiel drehen.

Der letzte Durchgang gestaltete sich insgesamt ausgeglichen. Beide Teams hatten ihre Möglichkeiten und der Puck ging schnell vom einen ins andere Ende. Dennoch benötigte es nahezu 12 Minuten, bis der nächste Treffer bejubelt werden durfte. Michal Popelka krönte sich selbst zum Doppeltorschützen. Nach einem gewohnt harten Schuss von Jan Loboda in Überzahl, verwertete Popelka den Nachschuss zum Ausgleich. Lange hielt die Freude darüber jedoch nicht.

Nicht einmal eine Minute im Anschluss schlug Buchloe in Form von Podrezov zurück und stellte den alten Abstand wieder her. Die Löwen liefen und kämpften nun in voller Offensive. Aus diesem Grund konnte sich Buchloe auch die Vorentscheidung an diesem Abend sichern. In der 58. Minute, als sich alles, was Löwe war, und einen Schläger hatte nach vorne orientierte, ließ man Buchloes Vaitl an der blauen Linie gänzlich allein.

Dieser erhielt einen Pass von Schorer, konnte sich die Seite aussuchen und zum 3:5 abschließen.

Nur eine halbe Minute im Anschluss verkürzte Neuert mit einem platzierten Schuss noch einmal auf 4:5, doch als die Löwen Christoph Lode für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahmen, nutzte Buchloe dies um durch Krafczyk für den 4:6 Endstand zu sorgen.

Spielstatistik:

EHC Waldkraiburg – ESV Buchloe 4:6 (2:0, 0:3, 2:3). EHC Waldkraiburg Tor: Lode Christoph (#40); Yeingst Kevin (#80); Verteidigung: Bernhardt Lars (#5); Lode Felix (#10); Jakob Tobias (#18); Rott Thomas (#20); Ludwig Tim (#23); Cejka Max (#81); Loboda Jan (#90); Seifert Philipp (#96); Sturm: Neuert Christian (#13); Brenninger Florian (#22); Dillmann Anthony (#26); Hefke Erik (#27); Decker Leon (#34); Hipetinger Johannes (#53); Mair unter den Eggen Sebastian (#55); Popelka Michal (#63); Judt Leon (#69); Maierhofer Florian (#74);

Tore: 1:0 (1.) Popelka (Neuert, Maierhofer); 2:0 (11.) Mair unter den Eggen (Jakob, Ludwig); 2:1 (25.) Schurr (Simon); 2:2 (30.) Vaitl (Schorer, Podrezov – 5-4 ÜZ); 2:3 (39.) Krammer (Schurr, Simon); 3:3 (52.) Popelka (Loboda, Cejka – 5-4 ÜZ); 3:4 (53.) Podrezov (Wittmann, Krafczyk); 3:5 (58.) Vaitl (Schorer, Wiedemann); 4:5 (58.) Neuert (Maierhofer, Popelka); 4:6 (60.) Krafczyk (ENG);

Zuschauer: 329

Strafzeiten: Waldkraiburg: 6, Buchloe: 10

aha

Fotos: Paolo del Grosso