Deutsche Meisterschaft: Manuel und Alisa dabei

Wasserburgs Zehnkampf-Talent Riemer hält lange Kontakt zu den Top Ten

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manuel-riemerWährend die Zehnkämpfer bei der WM in Peking noch auf ihren Einsatz warten, sind die Deutschen Meister im Mehrkampf der Altersklasse U18 bereits am Wochenende in Lage ermittelt worden. Wasserburgs Talent Manuel Riemer (Foto) hatte sich für diesen Wettkampf qualifiziert – ebenso Talent Alisa Böhm bei der weiblichen U 18. Mit der Hoffnung auf eine gute Platzierung sind sie nach Nordrhein-Westfalen gereist. Allein die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften ist bereits ein Erfolg für sich, bedeutet es doch nichts anderes, als dass Beide zu den nationalen Topathleten in ihrer Altersklasse zählen …

An insgesamt zwei Tagen müssen die jugendlichen Athleten der männlichen U18 ihre Fähigkeiten in den Disziplinen 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoß, Hochsprung, 400Meter, 110 m Hürden, Stabhochsprung, Speerwurf und dem abschließenden 1500m Lauf unter Beweis stellen. Insgesamt hatten sich für den Zehnkampf 47 Teilnehmer aus ganz Deutschland qualifiziert – so auch der U18-Weltmeister Niklas Kaul.

Mit Startnummer 50 ging Manuel an den Start und konnte in der ersten Disziplin, dem 100m Sprint, eine solide Leistung abrufen. 12,12s, wofür er mit 628 Punkten bewertet wurde, kein schlechter Anfang. Eine sichere Bank ist normalerweise der anschließende Weitsprung. Hier bestätigte Manuel seine zuletzt erbrachte Leistung und kam bis auf zwei Zentimeter an seine persönliche Bestmarke von 6,46m heran.

Vom Kugelstoß erwarteten sich Trainer Walter Kurzbuch und sein Schützling ebenfalls eine Bestätigung seiner Topleistung, die er mit 13,49m auch ankratzte. Damit lag Manuel durchaus im Soll und im Bereich seiner Fähigkeiten. Den anschließenden Hochsprung beendete er mit übersprungenen 1,81m und 636 Punkten. Das war für Manuel eine respektable Höhe, im Vergleich zum späteren Sieger Niklas Kaul, der 1,99cm bewältigte, warf diese Leistung den jungen Wasserburger aber deutlich zurück.

Die Anstrengungen und Aufregungen des ersten Tages waren dem 16-Jährigen dann deutlich im 400 m Lauf anzumerken. Mit 55,75s lag er bereits 548 Punkte hinter dem Führenden des ersten Wettkampftages.

Der zweite Wettkampftag fing nicht nur mit herrlichem Sonnenschein an, sondern auch mit einem starken 110m Hürdenlauf unseres Wasserburger Athleten. In 15,58s überquerte Manuel die 99,1cm hohen Hindernisse und füllte damit sein Punktekonto auf 3999 Punkte.

Doch die Morgeneuphorie wurde je gebremst. Noch im Mai hatte der Modellathlet eine neue Bestleistung im Speerwurf hingelegt und nun stürzte der Speer steil und viel zu kurz bei 36,93m ab. Das warf ihn im Ranking weit nach hinten und der Kontakt zu den Top Ten, den Manuel als Zwölfter lange halten konnte, riss damit deutlich ab.

Hoffnung machte der anschließende Stabhochsprung, für den eigens als moralische Unterstützung auch Trainer Michi Grabl angereist war. Offensichtlich tat dieser Beistand mehr als gut, so dass die erreichten 4,20m seine momentane Leistungsfähigkeit gut widergeben.

Normalerweise ist der Diskuswurf ein Lieblingsgerät des 16-jährigen Edlingers. Am Sonntag wollte die tellergroße Scheibe nicht so richtig von seiner Hand gehen. Vielleicht waren es auch die mittlerweile müden Beine oder die verloren gegangene Spritzigkeit, dass die Scheibe nur auf 33,41m flog.

Die größte Herausforderung für alle Athleten stellte der 1500m Lauf als letzte Disziplin der Zweitageswettkampfes dar. Nach 9 Sportarten noch einmal alle Konzentration und Motivation auf den Kräftezerrenden Lauf zu fokussieren, das bedarf schon einer besonderen Liebe zum Sport. Dass der TSV Sportler diese Zuneigung hat, demonstrieren seine 5:16,36min.

In Summe erreichte Manuel bei seiner Meisterschaftspremiere im Mehrkampf 6.090 Punkte, was den 18. Platz von 47 Teilnehmern bedeutete.

Siebenkampf der Damen: Ein böser Sturz gleich in Disziplin eins

Ganz allein war Manuel nicht unterwegs. Bei den Damen hatte sich Alisa Böhm ebenfalls für die Deutsche Mehrkampfmeisterschaft U18 am gleichen Ort qualifiziert. Parallel zu den Weltmeisterschafts-Teilnehmerinnen maßen sich die jugendlichen Damen im westfälischen Lage im 100m Hürdenlauf, Hochsprung, Kugelstoß, 100 m Sprint, Weitsprung, Speerwurf und 800m Lauf.

alisaEin gutes Omen, dass der Wettkampf gleich mit Alisas Spezialität, dem Hürdenlauf begonnen hat. Aber, ihre sonst so überzeugende Technik fiel ihrer großen Nervosität zum Opfer. Ein schlimmer Sturz gleich in der ersten Disziplin machten alle ihre Träume auf eine vordere Platzierung quasi sofort zu nichte. Dennoch rappelte sie sich auf, brachte den missratenen Lauf zu Ende und sicherte sich damit die Möglichkeit weiter am Wettkampf teilzunehmen – echter Sportsgeist. Viel schlimmer als die Enttäuschung über den missglückten Einstieg war die Tatsache, dass Alisa sich bei dem Sturz am linken Fuß verletzt hatte, was nun den Verlauf des individuellen Wettkampfes sichtlich beeinflussen sollte.

Gleich im anschließenden Hochsprung konnte die 17-jährige mit 1,60m nur eine solide Leistung zeigen, die spätere Siegerin Mareike Rösing vom TuS Lübeck kam in dieser Disziplin jedoch auch nur auf 1,69m.

511 Punkte erwirtschaftete Alisa mit ihrer Kugelstoßleistung von 9,72m. Der anschließende Sprint über 100m in 13,47s kann dann als Resultat der leichten Verletzung registriert werden. Mit einem schmerzenden Fuß kann nicht flüssig gelaufen werden und genau diese Diagnose stellten Walter Kurzbuch und Michi Grabl in ihrer Kurzanalyse. Wie gut, dass mit dem Sprint der erste Wettkampftag beendet war. Endlich Erholung, Essen, Auskurieren und Schlaf…

Als amtierende Oberbayerische Vizemeisterin im Weitsprung malte sich Alisa für den Beginn des zweiten Wettkampftages besondere Chancen aus. Mit 5,48m blieb sie 10cm und damit deutlich unter ihrem Leistungsvermögen. Dann aber ein Paukenschlag im Speerwurf: war es der Frust über die Verletzung oder einfach nur ein technisch herausragender Versuch? Bei 40,95m blieb der 500g schwere Speer mit der Spitze im Rasen stecken, was neue persönliche Bestleistung bedeutete.

Endlich kehrte das Lächeln in das Gesicht der angehenden Erzieherin zurück, so dass sie entspannt in den abschließenden 800m Lauf gehen konnte. Ähnlich wie bei den Männern fragt sich wohl jede Athletin warum sie sich das immer wieder antut, nach 6 ermüdenden Sportarten auch noch eine siebte heranzuhängen. Alisa jedenfalls machte ihre Sache in 2:46,13 min gut, erhielt 505 Zähler und konnte den Wettkampf als 33.von 41 mit 4133 Punkten abschließen.

Auch, wenn beide Athleten keinen Titel gewonnen haben, so ist die Teilnahme an den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften bereits ein großartiger Erfolg.

cp

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