… da Graf glangt hi!

image_pdfimage_print

Christian1Von Oscar Maria Graf, unsam bayerischen Literatenurgestein, wird erzählt, dass a in seina Lederhosn gschlaffa hod und des Drum sogar bei da Doktorverleihung in Detroit ned auszogn hod. Außerdem muass er a ziemlicha Grantler vor dem Herrn gewesn sei. Einen Mordsärger hod er ghabt, weil de Nazis seine Biacha ned glei verbrennt hom. „Verbrennt‘s mich endlich“, hod er in einer Zeitung veröffentlichen lossen. Gschissen hod se da Graf Oscar Maria wirkle nix. Aa ned, ois er domois über den Staudhamer Wirt in de Münchner Nachrichten gschriebn hod. Heid war des nimma so möglich  … moand da Huaba.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3 Gedanken zu „… da Graf glangt hi!

  1. Doch Huaba, des geht heid a no. Des hod da Eulenspiegel scho g’macht, da Oscar Maria Graf oder heid machan’s es auf’m Nockherberg… de Leid an Spiagl hihoit’n. Aber des muass an Stil und Anstand ham. Weil des schätz i an der Wasserburger-Stimme. A jeder dearf sei Argument und sei Position vertreten, aber des immer auf Augenhöhe, ohne den Andern zu beleidigen und persönlich zu verletzen. Das des dem Oan oder’n Andern ned so schmeckt, liegt in der Natur der Sache.

    Do konn a moi a satirischer Seitenhieb dabei sei, aber immer mit da ausgstreckt’n Hand, um sein Gegenüber wieder auf d’Fiaß zu helfen. Des is in unserer heutigen, digitalen Zeit nimma selbstverständlich. Do bin i scho fast versucht, de „Stimme“ mit’m Cafe Central zu vergleicha, a Online-Zeitung mit Kultur. Glab mas, Huaba, des gibts, denk i moi, ned z’oft.
    Ach ja, hod do vielleicht no ebba den original Zeitungsartikel vom Oscar Maria Graf? Der war bestimmt schee zum lesen.

    0

    0
    Antworten
  2. Walter Lassauer

    Wie scharf und trefflich sicher doch ein Literaten-Degen noch nach über 80 Jahren sein kann. Unglaublich – aber wahr! Dank O.M.G. Einer der besten Literaten des vergangenen Jahrhunderts, der sich von Niemandem hat einen Maulkorb verpassen lassen!

    0

    0
    Antworten
  3. Tschuljung, Christian,
    „Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selbst wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!“ So steht es geschrieben, und nicht „verbrennt mich endlich“!!!
    Du meinst, heid war des nimma so möglich? Ja, wann den dann? Damals? Ah so. Ganz sche liberal damals, ha?
    Frog i.

    0

    0
    Antworten