Bis zu 6.000 Euro für eine illegale Reise

Gefälschte Papiere: Busse aus Italien gestoppt - Bundespolizei spricht von einem „kriminellen Geschäftsmodell“

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Am Montag haben mehrere Syrer versucht, mit falschen Papieren nach Deutschland zu reisen. Bundespolizisten entlarvten die vorgelegten Papiere bei Grenzkontrollen im Landkreis auf der A93 nahe Kiefersfelden als Fälschungen oder identifizierten diese als Dokumente anderer Personen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten Schleuser die Ausweise beschafft und die Migranten für die organisierte Tour von Griechenland nach Deutschland kräftig abkassiert. Die Bundespolizei spricht in diesem Zusammenhang von einem „kriminellen Geschäftsmodell“.

Bei der grenzpolizeilichen Überprüfung der Papiere von Insassen eines in Italien zugelassenen Reisebusses fielen den Beamten zwei griechische Ausweise auf. Schnell war klar, dass diese Urkunden alles andere als echt sind. Die beiden Syrer, die sich damit ausgewiesen hatten, wurden vorläufig festgenommen.

Der Reisebus fuhr ohne sie in Richtung München weiter.

Die Männer, 29 und 23 Jahre alt, wurden zur Bundespolizei nach Rosenheim gebracht. Dort erklärten sie, sehr wohl gewusst zu haben, dass die griechischen Ausweise falsch seien. Sie hätten die Dokumente im Rahmen ihrer organisierten Reise von Griechenland nach Deutschland bekommen. Ihre Schleusung hätte 4.000 und 4.500 Euro gekostet.

Die syrischen Staatsangehörigen wurden wegen ihres illegalen Einreiseversuchs und Urkundenfälschung angezeigt. Aufgrund der klaren Beweislage sind sie noch am Tag ihrer Festnahme im Rahmen eines „beschleunigten Verfahrens“ vom Rosenheimer Amtsgericht jeweils zu einer Geldstrafe in Höhe von 450 Euro verurteilt worden.

Da keiner von ihnen diesen Betrag zahlen konnte, mussten sie ersatzweise eine 90-tägige Haftstrafe antreten.

Ob die bereits in Italien registrierten Männer die Bundesrepublik anschließend wieder verlassen müssen, wird von der zuständigen Ausländerbehörde zu entscheiden sein.

In einem anderen Fernreisebus aus Italien wurden die Bundespolizisten auf zwei Personen, die sich mit einer französischen beziehungsweise einer belgischen Identitätskarte ausgewiesen hatten, aufmerksam.

Die Kontrollbeamten hatten zwar keine Zweifel an der Echtheit der Dokumente, allerdings fiel ihnen auf, dass der Mann und die Frau anders aussehen als die Personen, die auf den Karten abgelichtet sind. Hinzu kam, dass die Beiden die Namen, die auf den Ausweisen vermerkt sind, nicht oder nicht richtig schreiben konnten.

Sie mussten dann eingestehen, tatsächlich aus Syrien zu stammen und die Identitätskarten von Schleusern bekommen zu haben. Für die illegale Reise von Griechenland nach Deutschland mit den fremden Dokumenten hätten die Schlepper von jedem von ihnen 6.000 Euro verlangt.

Die syrischen Staatsangehörigen wurden wegen ihres illegalen Einreiseversuchs sowie wegen Ausweismissbrauchs angezeigt.

Während der 31-jährige Mann nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weitergeleitet werden konnte, wurde der 24-jährigen Frau hingegen die Einreise verweigert. Wie die grenzpolizeiliche Befragung mithilfe eines Dolmetschers ergeben hatte, kam es ihr nicht auf Schutz oder Asyl in Deutschland an. Sie wurde der österreichischen Polizei überstellt.

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