Hochschule Rosenheim und regionale Betriebe sollen Lösung gemeinsam entwickeln

Die Rosenheimer SPD-Stadtratsfraktion und der FDP-Stadtrat Moga beantragen die Entwicklung eines modularen „Rosenheimer Klimadachs“. Gemeinsam mit der  Hochschule Rosenheim und regionalen Betrieben soll die Stadt eine eigene, flexibel einsetzbare Lösung entwickeln und zunächst an zwei besonders hitzebelasteten Standorten erproben. In Betracht kämen, so die beiden  Parteien, zum Beispiel Bushaltestellen, Spielplätze, Schulhöfe oder andere stark frequentierte, öffentliche Bereiche, an denen bislang wenig natürlicher Schatten vorhanden sei. Die konkreten Pilotstandorte solle die Verwaltung anhand der örtlichen und technischen Voraussetzungen auswählen.

„Hitzeperioden werden für die Menschen in der Stadt zunehmend spürbar. Gerade dort, wo viele Menschen warten, spielen oder sich aufhalten, brauchen wir mehr Schatten und eine höhere Aufenthaltsqualität“, so die SPD-Fraktions-Vorsitzende Elisabeth Jordan. „Das Rosenheimer Klimadach soll mehrere sinnvolle Lösungen auf vergleichsweise kleiner Fläche miteinander verbinden.“

Und so soll das Klimadach aussehen:

Mit einer ausreichend großen und gut durchlüfteten Verschattungsfläche, die je nach Standort durch barrierefreie Sitz- oder Wartebereiche ergänzt werden kann.

Eine Dach- oder Rankbegrünung soll für zusätzliches Grün sorgen.

Regenwasser soll gesammelt und für die Bewässerung der Begrünung oder angrenzender Grünflächen genutzt werden. Überschüssiges Wasser soll möglichst direkt vor Ort versickern können.

Wo es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, kann das Klimadach außerdem mit Photovoltaik ausgestattet werden. Der erzeugte Strom könnte beispielsweise für Beleuchtung, Bewässerung oder Sensorik genutzt werden.

„Unser Klimadach soll mehr sein als nur ein Sonnenschutz“, sagt die stellvertretende Fraktions-Vorsitzende Ricarda Krüger der SPD. „Es spendet Schatten, nutzt Regenwasser, schafft Grün und kann zusätzlich saubere Energie erzeugen. So entsteht eine unmittelbar spürbare Verbesserung für die Menschen und gleichzeitig ein konkreter Beitrag zur Klimaanpassung.“

„Hitze und Starkregen stellen Städte vor wachsende Herausforderungen. Besonders auf stark versiegelten und wenig begrünten Flächen entstehen im Sommer hohe Temperaturen.“ stellt Reka Molnar, Mitglied im Umweltausschuss für die SPD, fest. „Gleichzeitig wird Regenwasser häufig schnell über die Kanalisation abgeleitet, anstatt es vor Ort zu speichern, zu nutzen oder versickern zu lassen.“

Beispiele aus Städten wie Utrecht und London zeigen, wie Begrünung und klimaangepasste Infrastruktur in den öffentlichen Raum integriert werden können. Nach Vorstellung der SPD soll Rosenheim diese Ansätze nicht einfach übernehmen, sondern gemeinsam mit der Technischen Hochschule und regionalen Betrieben eine eigene, modular einsetzbare Lösung entwickeln.

„Mit zwei Pilotstandorten bliebe das Projekt überschaubar und wir könnten zunächst praktische Erfahrungen sammeln“, betont Krüger. „Anschließend könnten wir auswerten, was funktioniert und entscheiden, an welchen weiteren Standorten ein Klimadach sinnvoll wäre.“

Die Stadt soll für die Planung und Umsetzung geeignete Fördermöglichkeiten sowie Kooperationen prüfen. Nach Abschluss der Pilotphase sollen die Erfahrungen ausgewertet und dem Stadtrat gemeinsam mit möglichen weiteren Einsatzorten vorgestellt werden.

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