RoMed-Pflegeschule in Rosenheim verbindet NS-Geschichte mit gesellschaftlicher Verantwortung

Rund 50 Auszubildende des dritten Ausbildungsjahres der RoMed Pflegeschule in Rosenheim nahmen an einem dreitägigen Schulprojekt teil, das Geschichte, Ethik und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verband. Unter der Leitung der Lehrkräfte Torsten Eltzsch und Dr. Christopher Dietrich reflektierten die Teilnehmenden Ausgrenzungsprozesse und die Bedeutung von Menschenwürde im Rahmen des Selbstverständnisses der Pflegeschule als Teil des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Zum Auftakt richteten die angehenden Pflegefachkräfte den Blick auf die Rolle der Pflege im Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt standen die Mechanismen systematischer Entmenschlichung und die Frage, wie Ausgrenzung schrittweise „gesellschaftsfähig“ werden konnte. Eine historische Einführung in die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau
bereitete die Teilnehmenden auf den zweiten Projekttag vor.

Dieser führte die Gruppe zu einer pädagogisch begleiteten Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Dachau. Vor Ort erhielten die Auszubildenden eindrückliche Einblicke in die damaligen Lebensbedingungen und nationalsozialistischen Machtstrukturen. Begleitet wurde die Gruppe auch von der stellvertretenden Schulleitung Sybilla Liebmann sowie der ärztlichen Lehrerin Dr. Eva Schiller. Die beklemmende Atmosphäre des Ortes und die widrige Witterung verstärkten das Bewusstsein für die grausame Realität und die menschliche Verantwortung.

Am dritten Tag stand der Transfer in die Gegenwart im Fokus. Im Dialog mit Sigrid Knothe, Schirmherrin des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, und Landrat Otto Lederer diskutierten die Auszubildenden Fragen zu Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Der Landrat schilderte aktuelle Herausforderungen und Erfahrungen aus der Arbeit mit Geflüchteten im Landkreis Rosenheim.

Ein sichtbares Zeichen setzte zum Abschluss die Gestaltung eines symbolischen „Wertebaums“. An ihm befestigten die Teilnehmenden Papierfrüchte, die zentrale Werte der Schulgemeinschaft sichtbar machen: gemeinsames Lernen, Empathie und Zivilcourage. Das Projekt machte deutlich: Professionelle Pflege endet nicht bei fachlicher Kompetenz. Sie verlangt Haltung, Verantwortungsbewusstsein und ein klares Bekenntnis zur Würde jedes Menschen.

Foto: RoMed-Kliniken

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