Wasserburger Klaviersommer findet heuer ein letztes Mal statt - Ein Gespräch mit Prof. Klaus Kaufmann

Prof. Dr. Klaus Kaufmann betreut seit 2003 den Wasserburger Klaviersommer. Nun wird diese beliebte Veranstaltung wohl ein letztes Mal in Wasserburg stattfinden. Wir haben mit dem künstlerischen Leiter über den Wasserburger Klaviersommer gesprochen und haben auch danach gefragt, warum diese Veranstaltung nicht fortgesetzt werden kann.

Kaufmann erinnerte sich daran, dass es einen Vorläufer des Wasserburger Klaviersommers gegeben habe, und zwar in Waldkraiburg. Er habe aber sehr schnell gemerkt, dass das Publikum in Wasserburg ganz anders reagiere, es hier eine viel größere Resonanz für klassische Musik gebe als anderswo. Seine Verbindung zu Wasserburg sei auch schon immer vorhanden gewesen, räumt der gebürtige Rosenheimer in unserem Gespräch ein, bereits 1975 habe er das Wasserburger Kammerorchester gegründet.

Die Idee zum Klaviersommer sei ihm während seiner pädagogischen Tätigkeit am Salzburger Mozarteum gekommen. In den Monaten Juli, August und September sei nämlich in Salzburg überhaupt nichts los und er habe dieser Leere durch eine Veranstaltung für die Studentinnen und Studenten etwas entgegensetzen wollen. 

Der Wasserburger Klaviersommer habe zunächst im Theater Wasserburg und dem angrenzenden Luitpold-Gymnassium seinen Standort gefunden und sei dann später in den Festsaal des kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee umgezogen. Dieser Festsaal könne nämlich hervorragend ausgeleuchtet werden, schwärmte Kaufmann in unserem Gespräch, und er biete Platz für 200 Personen. Schließlich habe das Inn-Salzach-Klinikum den Wasserburger Klaviersommer mit offenen Armen empfangen und sei stets sehr entgegenkommend gewesen. Die Studentinnen und Studenten habe man im Sommer in den Räumlichkeiten der Akademie der Sozialverwaltung in Wasserburg unterbringen können, auch dies sei ein unschätzbarer Vorteil gewesen, ergänzte Kaufmann.

Im Jahre 2020 habe die Covid-19-Pandemie leider auch dem Wasserburger Klaviersommer zugesetzt. Veranstaltungen seien wegen des lock-downs nicht mehr möglich gewesen. Nach dem Ende der Pandemie habe die Idee des Wasserburger Klaviersommers neu begründet werden müssen, was gar nicht so einfach gewesen sei. 

Eigentlich habe Kaufmann den Klaviersommer nunmehr in die Hände der aus China stammenden Pianistin Lei Meng geben wollen. Doch Lei Meng sei inzwischen auch Professorin am Salzburger Mozarteum. Sie wird aber beim Klaviersommer 2026 aktiv dabei sein.

Das Programm für den Wasserburger Klaviersommer 2026 sei weniger umfangreich als früher, es werde nur an zwei Tagen Veranstaltungen geben, und zwar am Samstag, den 20. Juni und Sonntag, den 21. Juni. 

Lei Meng wird am Samstag, 20. Juni um 19 Uhr im Rahmen eines Klavierabends Werke von Werke von Beethoven und Brahms präsentieren.

Am Sonntag, den 21. Juni um 11 Uhr könne man im Rahmen des „Kinderklaviersommers“ Klavierschüler und -schülerinnen aus der Region erleben. 

Daran anschließend wird am Nachmittag des 21.06. um 17:00 Uhr Max von Schillings „Das Hexenlied“ zur Aufführung kommen. Es handle sich hier um ein „Melodram für Sprecher und Klavier“. Rita Kaufmann, seit 2023 stellvertretende Studienleiterin an der Wiener Staatsoper, wird in diesem „Melodram für Sprecher und Klavier“ den musikalischen Teil gestalten, während Harald Schmidt, vielen wohlbekannt als Fernsehmoderator, Entertainer, Schauspieler, Kabarettist und Kolumnist, den sprechenden Teil betreuen wird. Das Hexenlied hatte Max von Schilling 1902/03 geschaffen.

Zum Abschluss des Klaviersommers steht dann um 18 Uhr das „Dernière“ auf dem Programm: Der künstlerische Leiter des Wasserburger Klaviersommers, Klaus Kaufmann, wird mit Harald Schmidt ein Gespräch führen. Dazwischen werden acht ehemalige Studentinnen und Studenten zu hören sein und die Veranstaltung musikalisch umrahmen.

Der Eintritt ist zu allen Konzerten frei, Prof. Kaufmann bittet aber unbedingt für die beiden Veranstaltungen mit Harald Schmidt am 21.06., sowohl um 17 Uhr als auch um 18 Uhr, um Platzreservierungen. Diese ist entweder per E-Mail (klaviersommer@web.de) oder telefonisch unter: +49-170-5450592 möglich. Spenden sind bei den Konzerten natürlich erbeten.

PETER RINK

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