Abstiegsrunde beginnt für EHC Waldkraiburg mit enttäuschender Niederlage
Die schlechten Nachrichten wollen für die Löwen des EHC Waldkraiburg nicht enden. Nachdem man sich zunächst von der direkten Teilnahme an den Playoffs verabschieden musste, ging auch die Qualifikation über die Hoffnungsrunde, die Pre-Playoffs, verloren. Nun befinden sich die Eishockey-Löwen in der Abstiegsrunde und gaben nach einer Leistung, die man eher am unteren Ende der Saison-Skala einordnen würde, auch dieses Spiel gegen Amberg ab – daheim mit 2:5 (0:1, 2:2, 0:2).
Zudem fehlte Kapitän und Antreiber Nico Vogl, der mit einer schwerer anmutenden Verletzung wohl sein Saison-Aus erlebt.
Dieses Fehlen war deutlich spürbar.
Das Duo Šrámek/Vogl, das auf jeder Eisfläche der Bayernliga für respektvolle Ehrfurcht sorgte, bestand an diesem Abend lediglich noch aus Šrámek, der verzweifelt nach einem Partner suchte, um zumindest einen Hauch jener Torgefahr, Schnelligkeit und technischen Präzision wieder aufs Eis zu bringen. Die am Freitag abgegebenen Bewerbungen auf diese Rolle erwiesen sich jedoch allesamt als wenig vielversprechend.
Das erste Drittel wirkte – wie auch die beiden folgenden – sehr langsam und gemächlich. Amberg brachte, wohl zum ersten Mal in dieser Saison, die „volle Kapelle“ mit und trat mit 20 Feldspielern sowie zwei Torhütern an. Für die bislang stark von Verletzungen verfolgte Mannschaft war dies eine Premiere. Die Löwen hingegen vermeldeten mit Verteidiger Felix Lode sowie Torhüter Christoph Lode zwei Rückkehrer nach längerer Verletzungspause. Christoph Lode startete zudem im Tor. Unterstützung kam außerdem aus der zweiten Mannschaft: Sebastian Stanik streifte sich das Trikot über, und mit Josef Huber setzte Trainer Jürgen Lederer bereits den 36. Spieler in dieser Saison ein.
Auf dem Eis waren die Löwen, so weit man das sagen konnte, das tonangebende Team. Immer wieder kreierten sie Möglichkeiten, doch mit den fehlenden Spielern fehlte auch die nötige Durchschlagskraft. So vergab Santeri Ovaska, der vielversprechend in diese Saison gestartet war, bereits im ersten Durchgang mehrere gute Chancen zur Führung. Stattdessen schlugen die Amberger Gäste rund 30 Sekunden vor der ersten Pausensirene zu. Nach einem Zuspiel von Klughardt setzte Martin Heinisch den Puck aus dem Halbfeld präzise neben den Pfosten und ließ Christoph Lode kaum eine Abwehrmöglichkeit.
Den zweiten Durchgang eröffneten die Löwen mit einer Großchance durch Jakub Šrámek. Dieser war allein durch, umkurvte bereits den Torhüter, setzte seinen Abschluss jedoch an den Pfosten – ein Bild, das man von ihm in dieser Saison selten gesehen hatte. Im direkten Gegenzug schnappte sich Ambergs Baranovskis einen von Lode abgeprallten Schuss und erhöhte für sein Team auf 0:2. Rund drei Minuten später ließ Santeri Ovaska die Hoffnungen der Löwen wieder aufkeimen. Einen Schuss durch das sogenannte „Five-Hole“, den Raum zwischen den Schonern des Torhüters, konnte Ambergs Schlussmann David Kubik nicht vollständig abwehren. Der Puck kullerte hinter ihm über die Linie zum 1:2-Anschlusstreffer.
Nach einer unübersichtlichen Situation spielten die Löwen in der 35. Minute in Unterzahl. Diese gestalteten sie aggressiv und wurden dafür belohnt. Sebastian Stanik spitzelte die Scheibe zu Jakub Šrámek, der sich nicht lange bitten ließ und seinen zweiten Alleingang an diesem Abend konsequent zum 2:2-Ausgleich nutzte. Doch noch vor der Pause legte Amberg nach. Nur drei Minuten nach dem Löwen-Treffer war es erneut Heinisch, der in Überzahl zunächst seinen eigenen Rebound eroberte und im Fallen das 2:3 erzielte.
Die erste große Möglichkeit im dritten Durchgang gehörte erneut den Löwen in Person von Santeri Ovaska. Doch trotz seines Treffers ließ der Deutsch-Finne an diesem Abend zu viele gute Gelegenheiten ungenutzt – auch diese. Amberg hingegen spielte einfaches, lehrbuchmäßiges Eishockey und zeigte sich damit erfolgreich: ins Drittel fahren, Querpass, Abschluss, Tor. Nach diesem Muster fiel in der 44. Minute das 2:4, für das Matej Giesl verantwortlich zeichnete. Der Assist kam von Baranovskis.
So liefen die Löwen ein gesamtes Drittel lang diesem Rückstand hinterher. Auch hier boten sich noch Chancen, das Spiel zu drehen, doch es entstand zunehmend der Eindruck, dass in diesem Team derzeit niemand bereit oder in der Lage war, die Rolle des Antreibers oder Vorreiters von Nico Vogl zu übernehmen. Trainer Jürgen Lederer nahm kurz vor dem Ende für einen zusätzlichen Feldspieler den Torhüter vom Eis. Doch ein Fehlpass später hatte Brendan Walkom leichtes Spiel, den Puck im nun verwaisten Löwentor zum 2:5-Endstand unterzubringen.
AHA
Foto: Yasmin Neumann
EHC Waldkraiburg – ERSC Amberg 2:5 (0:1, 2:2, 0:2).
Tor: Christoph Lode (#40), Tobias Sickinger (#32);
Verteidigung: #3 Hora, #5 Mertz, #10 Lode F., #20 Rott, #23 Ludwig, #50 Kokeš, #81 Cejka;
Angriff: #7 Lode P., #11 Dillmann, #13 Šrámek, #18 Ovaska, #52 Huber, #53 Stanik, #63 Ruß, #74 Maierhofer, #92 Revaj, #98 Zimmermann;
Tore: 0:1 (19.) Heinisch (Klughardt, Giesl); 0:2 (22.) Baranovskis (Schmitt, Walkom); 1:2 (25.) Ovaska (Stanik, Šrámek); 2:2 (35.) Šrámek (Stanik, Hora – PK1); 2:3 (38.) Heinisch (Schröpfer, Klughardt – PP1); 2:4 (44.) Giesl (Baranovskis, Heinisch); 2:5 (59.) Walkom (Baranovskis – ENG);
Zuschauer: 504,
Strafen: Waldkraiburg 14 – Amberg 16.
Schaufenster


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