Stellungnahme der SPD-Fraktion im Haager Marktgemeinderat
Nach zwölf Jahren als Haager Bürgermeisterin endet für Sissi Schätz (SPD) am 30. April ihre Amtszeit. Ihr Herausforderer, Dr. Florian Haas, hat sich bei der Kommunalwahl am 8. März mit 65,4 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Sissi Schätz wurde in den Haager Gemeinderat gewählt, heute wurde bekannt, dass sie dieses nicht annehmen wird.
Die SPD Haag nimmt hierzu Stellung:
„Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass unsere langjährige Erste Bürgermeisterin Sissi Schätz auf ihr Mandat im neu gewählten Haager Marktgemeinderat verzichtet. Ihre Erfahrung und das erarbeitete Wissen gehen dem neuen Gremium damit leider verloren.
Es ist aber nachvollziehbar, dass Sissi Schätz diesen Weg wählt. In dem zurückliegenden Wahlkampf wurde mit Bandagen gekämpft, die so in unserem Ort noch nie benutzt wurden. Lange vor der heißen Phase wurde im Ortskern öffentlich die Arbeit von Sissi Schätz auf eine persönliche Art und Weise kritisiert, über die wir alle nur den Kopf schütteln können.
Selbst nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis wird medial nachgetreten, so dass wir ihren Entschluss verstehen. Um weitere Eskalationen zu vermeiden und den persönlichen Anfeindungen zu entgehen hat sich Sissi Schätz nach reiflicher Überlegung entschieden, auf den Sitz im Gemeinderat zu verzichten.
Wir danken Sissi Schätz für die ruhige und verlässliche Arbeit der letzten zwölf Jahre. In dieser Zeit wurde Gemeindepolitik betrieben, ohne reißerische Schlagzeilen und ohne Bevorteilung von Einzelnen. Es wurden wichtige Projekte eingesteuert und auch zum Abschluss gebracht. Soziales war der Ersten Bürgermeisterin wichtig und kritische Diskussionen hat sie zugelassen und moderiert.
Diese zwölf Jahre waren keine einfachen Jahre, und trotzdem ist unsere Kommune nicht ins Straucheln gekommen und handlungsfähig geblieben. Die hohen Flüchtlingszahlen 2015, die Corona-Pandemie und die Energiekrise 2022 waren einschneidende Themen, die unter der Führung von Bürgermeisterin Sissi Schätz bewältigt wurden.
Ihrem Nachfolger wünschen wir viel Glück und unserem Ort eine Politik, die den sozialen Aspekt nie aus den Augen verliert.
Wir bedanken uns ebenfalls herzlich bei allen Wählerinnen und Wählern. Durch ihre Unterstützung ist die SPD-Fraktion im Haager Marktgemeinderat von drei auf vier Sitze gewachsen und nun zweitstärkste Kraft. Das stärkt soziale Politik in Haag.
Ein besonders starkes Signal ist das Ergebnis von Tom Göschl, der die höchste Einzelstimmenzahl erzielt hat. Das zeigt deutlich, wem die Bürgerinnen und Bürger am meisten zutrauen, ihre Interessen im Gemeinderat zu vertreten. Mit Sabine Binsteiner-Maier rückt eine erfahrene Marktgemeinderätin nach. Sie freut sich darauf, ihre Erfahrung wieder einzubringen und an den anstehenden Themen konstruktiv mitzuarbeiten.“
ER / Bilder: Schätz/SPD Haag
Schaufenster



Ich denke, sie hat in diesen 12 ereignisvollen Jahren eine gute Arbeit geleistet , dafür ein herzliches Dankeschön, und bitte kein Nachtreten, das hat sie nicht verdient!
Was mich persönlich gestört hat, dass auf jedem Haager Foto sie immer mit dabei war, das hätte sie (es) nicht gebraucht.
Ich wünsche ihr jedenfalls alles Gute in ihrem neuen Lebensabschnitt!
Die Darstellung der SPD zur Leistung der scheidenden Bürgermeisterin geht für mich an der Realität vorbei
Corona und die Energiekrise sind hier nicht Fokus und Aufgabe der Kommunalpolitik.
Diese wären gewesen das schaffen von Anreizen für das Gewerbe, Gewerbegebiete , Baugebiete für den Bürger, Strassenertüchtigung und Belebung des Ortskerns,….
Das hätte die Bürgermeisterin in 12 Jahren angehen müssen.
Mein Fazit ist daher ein völlig anderes.
Schade. Die Auswirkungen des Verwaltens statt Handelns wird Haag leider noch lange begleiten.
Komischerweise gibt es später dann immer den Einen oder die Andere, die im Nachhinein alles besser wissen, alles besser können und alles besser machen würden. Gell Frau Reddermann
Mit Blick auf den Kommentar von Frau Reddemann weise ich im Namen der SPD Fraktion die darin enthaltene Darstellung entschieden zurück. Die pauschale Behauptung, es habe in den vergangenen zwölf Jahren lediglich „Verwaltung statt Gestaltung“ gegeben, ist nicht nur unzutreffend, sondern blendet wesentliche Fakten aus.
Wer ernsthaft behauptet, zentrale kommunale Aufgaben seien nicht angegangen worden, ignoriert bewusst die tatsächlichen Entwicklungen vor Ort:
Mehrere Baugebiete wurden ausgewiesen – insbesondere im Ansiedlungsmodell für Haager Bürger (Fliederstraße, Oberndorf Ost, südlich der Lerchenberger Straße).
Zusätzlicher Wohnraum wurde in verschiedenen Ortsteilen geschaffen.
Die Infrastruktur wurde kontinuierlich verbessert, unter anderem durch umfassende Straßen-, Kanal- und Leitungssanierungen in allen Gemeindeteilen.
Für die Belebung des Ortskerns wurde unter breiter Bürgerbeteiligung ein Masterplan erarbeitet, der nun umgesetzt werden kann.
Diese Beispiele stehen für aktive Gestaltungspolitik – nicht für bloßes Verwalten.
Wenn diese Fakten ausgeblendet werden, entsteht der Eindruck, dass hier weniger an einer sachlichen Bewertung interessiert ist als an einer nachträglichen politischen Abwertung der geleisteten Arbeit.
Wir halten fest: Kommunalpolitik besteht nicht aus Schlagworten, sondern aus kontinuierlicher Arbeit, Abwägung und Verantwortung – gerade auch in schwierigen Zeiten. Dieser Verantwortung ist Sissi Schätz über zwölf Jahre hinweg gerecht geworden.
Gute Frau Reddemann
Das mit dem „nicht nachtreten“ fällt ihnen offensichtlich schwer.
Sie waren während der Amtszeit von Frau Schätz doch im Gemeinderat und somit maßgeblich für die Geschicke des Markt Haag verantwortlich. Ein Bürgermeister:in hat hier nicht das Sagen und dann sowas wider besseren Wissens zu behaupten, sagt alles über sie. Reine billige Polemik.
Ich denke auch es finden sich kaum sachliche Anträge von ihnen in den Protokollen, wo sie etwas zur Veränderung in Haag beigetragen haben.
Insofern werte ich ihren Beitrag hier als deutliche Eigenkritik. Großartig.
Selbst nach der Wahl noch gegen die scheidende Bürgermeisterin nachzutreten – kleinlich und billig.
Dass ihre tatsächlichen Leistungen ignoriert werden, spricht Bände.
Aus der sicheren Zuschauerrolle lässt sich eben leicht austeilen, Verantwortung tragen ist deutlich schwerer.