Altes Haushaltswarengeschäft: Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss beriet über Gebäudesanierung
Sie stehen seit längerem leer, die Gebäude am Weberzipfel. In einem der Gebäude betrieb Anna Beyer ihr Haushaltswarengeschäft. Doch schon seit über acht Jahren hat das Geschäft nicht mehr geöffnet und Anna Beyer ist vor vier Jahren verstorben. Gestern hat der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss, wie er seit dieser Legislaturperiode heißt, darüber beraten, inwieweit die Gebäude am Weberzipfel denkmalgerecht saniert werden können, sodass einerseits neuer Wohnraum, der in Wasserburg auch dringend benötigt wird, entstehen, andererseits das Stadtbild bewahrt werden kann, wie es die 2023 vom Wasserburger Stadtrat verabschiedete Gestaltungssatzung vorsieht. Dort steht in der Präambel: „Die Wasserburger Altstadt hat wie kaum eine andere ostbayerische Stadt ihr historisch gewachsenes Stadtbild bewahrt und störende Neubauten im Altstadtbereich weitgehend vermieden.“
Und auch deshalb muss nun jede Baumaßnahme im Innenbereich der Stadt Wasserburg, soweit es sich um Denkmäler handelt, von der Stadt Wasserburg und der Unteren Denkmalsschutzbehörde beim Landkreis Rosenheim befürwortet werden.
Das ist sehr häufig gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, denn der Eigentümer des Gebäudes achtet natürlich auch auf die Wirtschaftlichkeit für ihn, die Stadt andererseits muss auch deutlich den Erhalt des historischen Ambientes der Stadt im Auge behalten.
In der jüngsten Sitzung des Ausschusses wurden nun Baumaßnahmen im Bereich des Weberzipfels erörtert. Die Antragsteller wollen zusätzlichen Wohnraum schaffen und zu diesem Zwecke den Dachstuhl eines Gebäudes um 50 Zentimeter anheben, im rückwärtigen Teil eines Gebäudes das Anwesen um ein Geschoss aufstocken und teilweise Fenstertüren statt der bisher existierenden Fenster einbauen und auf die bisher existierenden Sprossen verzichten. Außerdem seien zusätzliche Balkone vorgesehen.
Dieses Ansinnen sorgte im Bauausschuss für kontroverse Diskussionen. Die Gestaltungssatzung müsse verteidigt werden, wurde vehement gefordert, andererseits müsse man dankbar sein, wenn sich jemand der Gebäude annehme, damit zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden könne.
Nach eingehender Beratung beschlossen die Räte, dass eine Überplanung erfolgen solle, also eine Überarbeitung des Bauantrages, denn der Ausschuss weise auf die Gestaltungssatzung der Stadt Wasserburg hin und sehe diese in der geplanten Baumaßnahme nicht angemessen berücksichtigt. Dabei betonten die Ausschussmitglieder, dass für eine „maßvolle Erweiterung der Gebäude“ durchaus ein Einvernehmen erzielbar sei.
Ähnlich kompliziert war die Erörterung des benachbarten Gebäudes, das einst zurückgesetzt errichtet wurde (rechts). Ein Baum schmückte hier einst den Vorgarten. „Dieses Haus ist nicht mehr zu retten“, erklärte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann in der Sitzung. Deshalb werde man wohl einem Abriss und anschließendem Neubau zustimmen. Allerdings müsse auch hier die Gestaltungssatzung respektiert werden. Dem Ansinnen, hier eine Garage zu errichten, stand der Ausschuss kritisch gegenüber, zumal ein Stellplatznachweis für Kfz gar nicht erforderlich sei. Deshalb hält der Bauausschuss auch bei diesem Anwesen eine Überplanung für angezeigt, wobei dem Abriss und Neubau des Gebäudes wohl letztlich zugestimmt werden kann.
Natürlich wäre es sehr im Interesse Wasserburgs, wenn auch dieser Bereich am Weberzipfel mit neuem Leben erfüllt werden könnte.
PETER RINK
Schaufenster



Egal wie es weitergeht….Es wird Zeit diese Ruinen mitten in der Stadt wiederzubeleben.Auch wenn es schwierig wird.