Saurüsselkopf: Vollständige Aufhebung des Betretungsverbots noch nicht möglich

Nach mehreren Wochen intensiver Einsatzmaßnahmen im Bereich des Waldbrandes am Saurüsselkopf (wir berichteten mehrfach) beginnt am morgigen Freitag, 5. Juni, und am Samstag, 6. Juni, der Rückbau der umfangreichen Löschinfrastruktur am Berg. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten endet zugleich der operative Feuerwehreinsatz am Saurüsselkopf.

Grundlage für diese Entscheidung ist die weiterhin stabile Lage im Brandgebiet. In den vergangenen Tagen wurden im Rahmen mehrerer Kontroll- und Erkundungsflüge mit Wärmebildtechnik durch die Bayerische Polizei keine Glutnester oder sonstigen Auffälligkeiten mehr festgestellt. Auch die bodengebundenen Kontrollen verliefen ohne Feststellungen. Die Niederschläge der vergangenen Tage haben zusätzlich zu einer weiteren Entspannung der Lage beigetragen. Ebenso ist die Waldbrandgefahr leicht zurückgegangen.

Die Einsatzleitung sieht deshalb die Voraussetzungen als gegeben an, die vorsorglich am Berg verbliebene Löschinfrastruktur des Katastrophenfalls zurückzubauen. Diese war bewusst über die eigentlichen Löscharbeiten hinaus vor Ort belassen worden, um bei einem möglichen Wiederaufflammen von Glutnestern jederzeit schnell reagieren zu können. Da der erneute Aufbau der Infrastruktur einen erheblichen personellen und logistischen Aufwand bedeutet hätte, wurde sie zunächst einsatzbereit vorgehalten.

Für den Rückbau werden zahlreiche Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Traunstein im Einsatz sein. Bereits während des Katastrophenfalls hatten Feuerwehren aus dem Landkreis sowie aus benachbarten Regionen Schläuche, Pumpen und weiteres Material zur Verfügung gestellt. Mit dem Rückbau kehren diese Ausrüstungsgegenstände nun wieder zu ihren Heimatfeuerwehren zurück und stehen damit künftig wieder uneingeschränkt für andere Einsätze zur Verfügung.

Unterstützt werden die Rückbaumaßnahmen durch die Bergwacht, die Alpine Einsatzgruppe der Bayerischen Polizei, die Bayerischen Staatsforsten, den gemeindlichen Bauhof sowie die Chiemgau-Arena. Insgesamt werden am Freitag über 100 Einsatzkräfte am Berg erwartet.

Am ersten Einsatztag liegt der Schwerpunkt darauf, möglichst viel Material zu Fuß aus dem Gelände ins Tal zu transportieren. In der Chiemgau-Arena wird das Material anschließend gesammelt, vorsortiert und für den weiteren Abtransport vorbereitet. Am Samstag erfolgt der Abtransport der verbliebenen schweren Ausrüstungsgegenstände mittels Hubschrauber. Insbesondere Pumpen, Schlauchmaterial und weitere Gerätschaften aus schwer zugänglichen Bereichen des Saurüsselkopfes werden dabei ausgeflogen. Als zentrale Logistikdrehscheibe dient erneut die Chiemgau-Arena. Von dort aus werden die Gerätschaften nach einer Funktionsprüfung an die jeweiligen Feuerwehren zurückgeführt. Sollten die Wetterbedingungen einen sicheren Flugbetrieb nicht zulassen, ist vorgesehen, die Hubschraubereinsätze auf Montag zu verschieben.

Mit Abschluss der Rückbauarbeiten am 6. Juni 2026 endet der Feuerwehreinsatz am Saurüsselkopf offiziell. Die Verantwortung für die betroffenen Flächen geht anschließend wieder vollständig auf die Bayerischen Staatsforsten als Grundstückseigentümer über.

Die Bevölkerung wird gebeten, das Einsatzgebiet während des Rückbaus weiterhin zu meiden, Absperrungen zu beachten und die Einsatzkräfte nicht zu behindern. Die bestehende Allgemeinverfügung sowie das damit verbundene Betretungsverbot werden voraussichtlich mit Wirkung zum kommenden Dienstag, 9. Juni, erneut angepasst und der Sperrbereich weiter verkleinert.

Eine vollständige Aufhebung des Betretungsverbots ist derzeit jedoch noch nicht möglich. Unabhängig von der Brandlage bestehen weiterhin erhebliche Gefahren durch Steinschlag, abstürzende Äste sowie umstürzende Bäume im betroffenen Bereich.

Die Einsatzleitung bedankt sich ausdrücklich bei allen beteiligten Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Behörden, Unternehmen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit während des gesamten Einsatzgeschehens. Der Waldbrand am Saurüsselkopf stellte über Wochen hinweg eine besondere Herausforderung dar, die nur durch das engagierte Zusammenwirken aller Beteiligten erfolgreich bewältigt werden konnte.

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