Füreinander Verantwortung tragen - Johanniter: Selbst zu handeln, macht den Unterschied

„Bei Zivilcourage geht es nicht um Heldentum“, sagt Sven Aschenbrenner, stellvertretender Regionalleiter der Johanniter in Wasserburg. „Sondern es geht um die Bereitschaft, hinzuschauen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.“ Dazu gehört zum Beispiel, selbst aktiv zu werden, in einem Notfall den Rettungsdienst zu rufen und mit der Ersten Hilfe zu beginnen. „Leider erleben wir immer wieder, dass kostbare Zeit ungenutzt verstreicht, bevor unsere Rettungskräfte eintreffen“, berichtet Aschenbrenner. Daher ermutigen die Johanniter zum Handeln: Niemand muss befürchten, wegen Fehlern bei der Ersten Hilfe zur Rechenschaft gezogen zu werden. Umgekehrt kann schnelles Handeln den entscheidenden Unterschied für Leben und Gesundheit eines Menschen machen.

Zivilcourage beginnt schon damit, sich auf Störungen des alltäglichen Lebens durch Extremwetter oder Szenarien wie einen plötzlichen Ausfall von Strom, Wasserversorgung oder Kommunikationsmitteln vorzubereiten und dann Angehörigen und Nachbarn in Not helfen zu können. Die Johanniter bieten neben den regulären Erste-Hilfe-Kursen hierfür kostenfreie Kurse zur Stärkung des Selbstschutzes an.

Wer sich einen Ruck gibt, kann viel bewirken

Erfahrungsgemäß, so Aschenbrenner, kostet es Überwindung, in einer kritischen Situation aktiv zu werden. „Dazu gehört schon etwas Mut und ja, es kann unbequem sein und unsere Pläne durchkreuzen. Vielen Menschen ist es auch einfach peinlich, hervorzutreten und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber Solidarität zu zeigen und zu handeln, wenn jemand in Not ist, macht einen entscheidenden Unterschied für die betroffene Person.“

Ein weiteres Plus der Zivilcourage ist, dass sie das Zusammenleben in der Gesellschaft stärkt. Hinzuschauen und aktiv zu werden, wenn Unrecht, Gewalt oder ein Unglück geschieht, ist ein Zeichen des Mitgefühls und des Respekts gegenüber anderen. „Wir alle können irgendwann darauf angewiesen sein, dass andere Menschen uns zur Seite stehen. Zum Beispiel, wenn wir bedroht oder beleidigt werden“, sagt Aschenbrenner.

Niemand sollte sich allerdings durch die Hilfe für andere selbst in Gefahr bringen. Erst recht nicht, wenn die Situation gefährlich ist oder die Stimmung aggressiv: Sofort die Polizei und/oder den Rettungsdienst zu rufen, ist dann der sinnvollste Schritt.

Foto: Johanniter

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