Stellungnahme vom Verein „Interessengemeinschaft Mensch und Tier" zur Katzen-Problematik
Ein Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber für dieses eine Tier verändert sich die ganze Welt: Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins – der „Interessengemeinschaft Mensch und Tier“ – Tilman Rieger (Foto unten), wurde anhand der Situation der Gemeinde Pfaffing zur Katzen-Problematik (wir berichteten) deutlich, wie prekär das Thema Finanzen für das Tierheim in Ostermünchen ist: Alarmierend sind die Kosten für die Gemeinde Pfaffing – allein heuer schon angewachsen auf über 9.000 Euro. Alarmierend aber auch die Tierarzt-Kosten für all die Katzen, die das Tierheim Ostermünchen allein für Pfaffing begleichen musste: Nämlich 26.000 Euro, so Rieger. Überproportional für Katzen, überproportional für Pfaffing. Und das ohne die Kosten für Unterbringung, Futter und so weiter gerechnet … Umso eindringlicher sei der Appell grundsätzlich an alle Halter von Tieren, sich gewissenhaft zu kümmern.
Die „Interessengemeinschaft Mensch und Tier“ ist ein privater Verein und wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge (zum Beispiel Pfaffing bezahlt pro Einwohner jährlich pauschal 70 Cent für Fundtiere), Spenden, Patenschaften und Erbschaften tierlieber Menschen finanziert. Auch das Tierheim selbst wurde nur durch die Zuwendung von Erbschaften gebaut.
Allein die Tierarzt-Kosten betragen jährlich insgesamt um die 100.000 Euro.
Die Betriebskosten des Tierheimes steigen jährlich durch die hohen Energiekosten.
Die Personalkosten sind dabei aber ausgesprochen niedrig: 50 Prozent der Mitarbeiter im Tierheim Ostermünchen machen ihre Arbeit ehrenamtlich und somit unentgeltlich.
Mehr Infos und wer helfen will:
Tierheim Ostermünchen | Interessengemeinschaft Mensch und Tier e.V.
Siehe auch unseren Bericht zur gestrigen Gemeinderatssitzung:
Pfaffing hat ein Katzen-Problem – Wasserburger Stimme –
Fotos: Verein „Interessengemeinschaft Mensch und Tier“
Schaufenster



Ganz sicher eine Folge der neuen GOT (Gebührenordnung für Tierärzte – Anm. d. Red.).
Vielleicht in der Versorgung etwas kürzer treten und chronisch kranke Tiere einschläfern lassen.
Irgendwann müssen Grenzen gesetzt werden, wenn die Mittel nicht mehr reichen.
Ihr Vorschlag „zäumt das Pferd von hinten auf“: die Tiere, die nicht gewollt sind, sollten erst gar nicht geboren werden. Dann entsteht das Problem nicht. Als frühere Tierhalterin weiß ich, wie hoch Tierarztkosten für gesunde Tiere sind, wenn man verantwortungsbewusst für „seine“ Tiere sorgt. Ich glaube, die meisten Fundtiere sind gesund, aber oft in einem vernachlässigten und damit pflegeaufwändigen, Zustand. Und sie müssen in Quarantäne gehalten werden, bis sicher ist, dass sie keine Krankheiten einschleppen. Wer keinen Katzennachwuchs versorgen möchte, soll seine Katzen rechtzeitig sterilisieren/kastrieren lassen.
Wir brauchen eine Kastrationspflicht für Katzen, sonst wird man dem Elend niemals Herr der Lage!