Gemeinderat Forstner präsentierte für die ÜWG ein Projekt für den Bundwerkstadl bei Werfling

Wie unterschiedlich mit EU-Finanzmitteln geförderte LEADER-Projekte ausfallen können – und wie konkret sie das Leben vor Ort stärken. Darüber informierte Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mit einem Kurzreferat. Und für die ÜWG im Gremium stellte Gemeinderat Tobias Forstner dann passend dazu seine Idee für ein neues Gemeinschaftsprojekt am Ort Pfaffing vor: Die Umgestaltung des – unter Denkmalschutz stehenden – Bundwerkstadls (Foto) mit Riegelwand und Flachsatteldach und mit einem Baujahr Mitte des 19. Jahrhunderts am Rande des neuen Baugebietes West 5 bei Werfling. Und zwar als Begegnungsstätte, als einen generationen-übergreifenden Treffpunkt: Für Ferienprogramme vielleicht oder Lesungen, für Kino und Musik. Behutsam, so Forstner und das kulturelle Erbe erhaltend. Er habe bereits mit dem Planungsbüro Kammerl + Kollegen in Pfaffing, mit der Denkmalschutz-Behörde und auch mit dem Anwohner Kontakt aufgenommen. Forstner hofft, dass das Projekt weiter Gehör finden möge und schon in Kürze ein entsprechender Antrag eingereicht werden könne. Damit die Gemeinde Pfaffing noch die Chance habe, die EU-Finanzmittel aus der LEADER-Förderung dafür erhalten zu können.

Zuvor hatte Pfaffings Bürgermeister Niedermeier erläutert gehabt, dass durch ehrenamtliches Engagement und Brauchtumspflege sowie durch Kultur, Geschichte und Begegnung genau solche Projekte, wie es Tobias Forstner als Plan dann vorstellte, gefördert würden.

Die LEADER-Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal – in der Josef Niedermeier als Beisitzer im Vorstand ist – ist ein Zusammenschluss von aktuell 22 Kommunen im Landkreis Rosenheim und Pfaffing ist mit dabei.

Gemeinsames Ziel ist es, unter anderem mit dem europäischen Förderprogramm LEADER die Region als Heimat der Bürger lebenswert zu erhalten und für die Zukunft zu stärken. Dafür entwickeln die Menschen vor Ort Konzepte und Projekte, die anschließend auch umgesetzt werden.

Eines gab’s bislang in Pfaffing: Vor kurzem konnte die Fußball-Abteilung im SV Forsting-Pfaffing einen Mäh- und einen Markierungs-Roboter für den Sportplatz kaufen – zur Entlastung des Ehrenamtes.  

Aktuell stehen noch ausreichend LEADER-Mittel zur Verfügung. Wer eine Projektidee hat, erhält weitere Informationen jederzeit beim LAG-Management.

Nur – und darauf machte Sepp Andres, Kreisobmann des Bauernverbands, aus dem Zuschauerraum in der Sitzung aufmerksam (nachdem ihm Rederecht erteilt worden war) – man sollte nun schnell sein mit einer Projektidee.

Denn die Finanz-Mittel (sie stammen aus dem Agrartopf – aus dem Haushalt des Landwirtschafts-Ministeriums – EU und Land) gelten in der Zuteilung nur mehr bis Ende nächsten Jahres.

Ab 2028 sei fraglich, ob das LEADER-System noch so in dem großen Umfang weiter bestehen könne, denn die Mittel seien ab da um 20 Prozent gekürzt worden.

Fotos: Renate Drax

Hintergrund

Die Regionalinitiative Magfalltal-Inntal umfasst die Gemeinden:
Bad Aibling, Bad Feilnbach, Brannenburg, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham, Flintsbach, Griesstätt, Großkarolinenfeld, Kiefersfelden, Kolbermoor, Neubeuern, Nußdorf, Oberaudorf, Pfaffing, Prutting, Raubling, Rohrdorf, Rott, Samerberg, Schechen, Stephanskirchen, Tuntenhausen.

Die LAG Mangfalltal-Inntal ist ein Zusammenschluss dieser Gemeinden, die unter Beteiligung der Bürgerschaft und der lokalen sowie regionalen Akteure eine
gemeinsame Lokale Entwicklungsstrategie für die LEADER-Förderperiode 2023 bis 2027 (!) erarbeitet haben und diese nun unter Nutzung von LEADER-Fördermitteln umsetzen.

LEADER ist eine Abkürzung der französischen Begriffe: Liaison entre les actions de développement de l’économie rurale – zu deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

Wer mehr erfahren oder aktiv mitwirken will:

www.lag-mangfalltal-inntal.de oder Telefon 08061/908071.

 

 

 

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